Die Strandflieder oder Meerlavendel der Gattung Limonium gehören zur Familie Plumbinaceae (Bleiwurzgewächse). Es gibt mehr als 300 Arten, die Gattung ist auf fast allen Kontinenten sind. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Subtropen und reicht vom Mittelmeerraum bis Mittelasien.

Die meisten Arten sind mehrjährige Stauden, es gibt auch einjährige Arten, sowie – seltener – auch Halbsträucher. Es zwar auch mittel- und westeuropäische Strandflieder-Arten, aber sie besiedeln meist Extremstandorte wie Salzwiesen und zeitweise überflutete Marschen auf Halligen, Inseln und an den Küsten und sind deshalb für die Kultur im Garten nicht geeignet. In Deutschland kommt vor allem der Gewöhnliche Strandflieder Limonium vulgare vor. Seien Bestände sind jedoch so stark zurückgegangen, dass dieser Strandflieder bei uns als existentiell gefährdet gilt und deshalb unter Naturschutz gestellt wurde.

Stattdessen werden in unseren Gärten vor allem die beiden folgenden Strandflieder-Arten, bzw. eine der zahlreichen Zuchtsorten, gepflegt. Sie sind zwar eigentlich mehrjährig, aber bei uns nicht winterhart und werden deshalb nur als einjährige Sommerblumen gezogen.

Limonium sinuatum – Geflügelter Strandflieder

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Im Bild die Naturform des Geflügelten Strandflieders (Foto: Nevit Dimlen, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Der Geflügelte Strandflieder ist eine mehrjährige, aufrecht wachsende Staude von 40 cm Höhe und einer Breite von 30 cm. Er wird in unseren Gärten aber meist nur als einjährige Pflanze kultiviert, auch da er bei uns nicht völlig winterhart ist. Denn er stammt eigentlichen von den Küsten des Mittelmeerraumes. Besonderes Kennzeichen dieses Strandflieders sind die schmal lanzettförmigen, fiederspaltigen Blätter, die geflügelte Blattränder haben. Diese dunkelgrünen Blätter bilden grundständige Rosetten. Die winzigen trichterförmigen Blüten öffnen sich – je nach den Milieubedingungen – zwischen Juli und September. Die weißen, blauen, rosa oder violetten Blüten sitzen in Ähren, die Doldentrauben als Blütenstände bilden.

Im Garten braucht der Geflügelte Strandflieder einen sonnigen, trockenen Platz mit einer sandreichen und durchlässigen Boden. Der geflügelte Strandflieder eignet sich hervorragend als Trockenblume, dazu müssen die Blütenstände geschnitten werden, bevor sich die Blüten vollständig geöffnet haben.

Zur Vermehrung wird der Geflügelte Strandflieder zu Frühjahrsbeginn unter Glas ausgesät und bei Temperaturen zwischen 13 und 18 oC zum Keimen gebracht. Nach den Eisheilgen können die Pflanzen dann ins Freiland umgepflanzt werden.

Neben der Naturform des Geflügelten Strandflieders werden vor allem diverse Sorten angeboten, z. B.:

L. sinuatum ‘Forever Gold‘ - eine gelb blühende Sorte, die etwa 60 cm hoch und 30 cm breit wird.

L. sinuatum ‚Fortress‘ - mit Blüten in Weiße, Margenta, Purpur, Blau, Gelb oder Apricot. Die Pflanzen werden bis zu 60 cm hoch und 30 cm breit.

L. sinuatum ‘Iceberg‘ - eine schneeweiß blühende Sorte, ca. 40 cm hoch und 30 cm breit

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Limonium sinuatum der Sorte ‘Rose Carmine‘ (Foto: C. T. Johansson, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Limonium sinuatum der Sorte ‚Midnight Blue‘ (Foto: Magnus Manske, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Limonium sinuatum ‘Sunburst‘ - mit Blüten in Weiß, Rosa, Gelb, Apricot-farben oder Blau; die Pflanzen werden bis zu 75 cm hoch bei einer Breite von 30 cm.

Limonium latifolium Breitblättriger oder Blauer Strandflieder, auch Breitblättriger Steppenschleier genannt
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Breitblättriger Standflieder (Foto: Tiia Monto, Creative Commns Attr.-Share Alike 3.0 Unported), auch wenn bei diesen üppigen Blütenständen von den breiten Blättern gar nichts mehr zu sehen ist.

Dieser Strandflieder stammt aus den Steppengebieten des Kaukasus und Ost-, bzw. Südosteuropas. Er ist jedoch bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts auch bei uns in Mitteleuropa in Kultur. Die mehrjährige Staude wird bis zu etwa 80 cm hoch. Die Laubblätter bilden eine grundständige Blattrosette. Die Blätter können bis zu 60 cm lang und 15cm breit sein. Die Laubblätter und auch Blütenstängel sind streckenweise sternförmig behaart. Die Blütezeit reicht – je nach den örtlichen Gegebenheiten von Mai bis Juli. Die kleinen Blüten sind blass violett gefärbt. Die Zuchtsorte L. latigonium ‘Violetta‘ hat dagegen dunkelblaue Blüten.

Limonium perigrinum – Dünenrose

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Im Bild die Blütenstände der Dünenrose Foto: Bernard Dupont, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)

Limnoium peregrinum stammt aus Südafrika, wo sie auf den Sanddünen und Sandstrände vor allem der Kaphalbinsel und nordwärts bis auf Höhe von Clanwilliam in der Westkap-Provinz vorkommt. In Südafrika wird sie aber auch in den Hobbygärten in Küstennähe als Zierpflanze kultiviert. Sie wird auch Dünenrose oder in Südafrika Sea Lavender genannt, obwohl sie natürlich mit Echten Lavendel überhaupt nicht näher verwandt ist. Mit bis zu 1m Höhe ist sie die größte südafrikanische Strandfliederart. In ihrer Heimat blüht sie im Südsommer. Die unzähligen, kleinen Blüten sind leuchtend pink gefärbt. Sie wird inzwischen auch bei uns in Deutschland als Saatgut angeboten, ist aber hier nur einjährig kultivierbar. Wie alle Strandfliederarten braucht auch die Dünenrose im Garten einen sonnigen, warmen Platz mit einem sandreichen und gut durchlässigen Boden.

Es gibt zwar noch einige andere Strandflieder-Arten, die als Saatgut im Internet angeboten, z. T. unter den Namen Limonium tataricum und L. suworowii, deren Bezeichnungen aber offensichtlich nicht korrekt ist. Und es ist nicht nachvollziehbar, um welche Strandflieder-Arten oder -Sorten es sich in Wirklichkeit handeln könnte. L. suworowii ist inzwischen in eine andere Gattung als Psyllostachys suworowii eingegliedert worden.