Abgesehen von einem etwa 4 Jahre alten Beitrag von GärtnerGünther (> https://forum.floristik24.de/threads...ghlight=Akelei) sind die Akelei hier im Forum bisher nur am Rande erwähnt worden. Das ist verwunderlich, denn es handelt sich ja doch um weit verbreitete und besonders pflegeleichte Blütenstauden. Der Gartenfachhandel bietet nicht nur die Aquilegia vulgaris und ihre Kultivare regelmäßig im Frühjahr, sondern auch verschiedene andere Akelei-Arten und ihre Sorten an, die sich in der Form und Farbe ihrer Blüten voneinander unterscheiden.

Und bei mir sind die Akelei im Garten immer für eine Überraschung gut. Ich versuche sie zwar jedes Jahr durch Aussaat und Umpflanzen auf ein bestimmtes Beet zu konzentrieren, welches ich extra für sie im Hintergrund eines kleinen Steingartens angelegt habe. Aber im darauf folgenden Jahr tauchen ihre Nachkommen dann wieder an den unwahrscheinlichsten Plätzen auf – mitten im Gemüsebeet, zwischen Ziersträuchern oder unter den „Fittichen“ von Koniferen. Ich nehme an, die Samen werden vor allem von Ameisen verschleppt. Jedenfalls habe ich auf diese Weise im Garten immer reichlich blau-weiß, dunkelviolett-weiß und rosa-weiß blühende Akelei – wahrscheinlich handelt es sich immer um die gleiche Sorte von Aquilegia vulgaris. Ich hatte auch einmal eine hell-gelb blühende Akelei, aber die ist wieder verschwunden – die Samen wurden wohl von den Ameisen nicht für erntewürdig befunden.

Leider habe ich es bisher versäumt, rechtzeitig andere Aquilegia-Arten im Garten anzupflanzen, will das jedoch endlich nachholen. Ein Anfang ist aber gemacht: Ich habe mir Saatgut der Langspornigen Akelei (Aquilegia caerulea Sorte ‘McKana‘) besorgt. Sobald das Wetter endlich stabiler und es wärmer geworden ist, wird gesät. Blühen werden sie dann wohl aber erst im nächsten Jahr.

Auf meiner „Agenda“ stehen dann aber noch einige andere Akelei-Arten, die sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Form von den Aquilegia vulgaris-Hybriden unterscheiden, z. B.:

Aquilegia canadensis – kommt in felsigen Lagen in den Wäldern Nordamerikas vor und hat nickende gelbe Blüten mit langen roten Spornen.

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Aquilegia canadensis, in Kanada Wild Columbine genannt (Foto: Ragesos, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Diese horstbildende Akelei wird zwischen 60 und 75 cm hoch bei einer Breite von 50 cm. Die dunkelgrünen Blätter sind doppelt dreiteilig. Zwischen Mai und Juni öffnen sich die Blüten am Ende der langen, schmalen Stängel. Diese Akelei braucht einen möglichst halbschattigen Platz mit einem sandigen, durchlässigen Boden und ist besonders gut für Wald- und Schattengärten geeignet. Man sollte sie im Frühjahr aussäen, dann blüht sie eventuell sogar noch im gleichen Jahr oder sobald die Samen reif sind. Oder man teilt den Staudenhorst während der Ruheperiode.

Aquilegia ‘Nora Barlow‘ - eine Zuchtsorte der Gewöhnlichen Akelei Aquilegia vulgaris. Sie hat gefüllte, trichterförmige Blüten mit kurzen Spornen. Die schmalen Kronblätter der Blüten sind rosarot mit weißen und blassgrünen Spitzen. Die Laubblätter sind dunkelgrün.

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Foto: Darocilmir, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported. Diese Sorte wir bis zu 75 cm hoch und 50 cm breit. Auch sie blüht im Mai/ Juni. Die doppelt dreiteiligen Laubblätter haben eine grau-grüne Farbe. ‘Nora Barlow‘ braucht einen möglichst sonnigen, freistehenden Platz mit einem nährstoffreichen, frischen und gut durchlässigen Boden. Diese Sorte eignet gut für einen Platz im Steingarten.

Aquilegia alpina – die Alpen-Akelei hat ihren Ursprung in den Alpen, kommt aber auch im nördlichen Apennin vor. Sie bildet schattige Stellen zwischen Felsen, lichte Bergwälder und Gebüsche und braucht deshalb auch im Garten einen Platz im Schatten oder Halbschatten mit einem nährstoff- und humusreichen, feuchten, aber gut durchlässigen Boden.

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Foto: H.Zell, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Alpen-Akelei wird nur 45 cm hoch bei einer Breite von etwa 30 cm. Im Mai öffnen sich die röhrenförmigen Blüten. Sie sind blau mit weißen Spitzen. Jeweils 2 bis 3 Blüten bilden eine Traube als Blütenstand. Diese aufrecht wachsende Akelei ist eher kurzlebig und sollte deshalb jedes Jahr neu gesät werden, entweder im Frühjahr oder nach der Samenreife zum Sommeranfang. Die Alpen-Akelei neigt aber auch zur Selbstaussaat und kreuzt sich mit anderen Akeleiarten. In den Gärtnereien wird sie zum Teil noch unter dem alten Namen Aquilegia montana angeboten.

Aquilegia formosa – die Schöne Akelei, im Englischen Red Columbine genannt, ist in Alaska, Kanada und im Westen der USA heimisch. Sie besiedelt feuchte Wälder und Buschzonen vom Meeresniveau bis in die Hochgebirge bei 3.000 m ü. NN. Sie wird zwischen 60 und 90 cm hoch bei einer Breite von etwa 45 cm. Aquilegia formosa ist eine eher graziöse, schlanke Staude mit nickenden, laternenförmigen Blüten in Rot mit orangegelben Kelchblättern und orangeroten Spornen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die blaugrünen Laubblätter sind gefiedert.

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Foto: Walter Siegmund, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported.

Diese Akelei braucht einen warmen Platz im Halbschatten mit einem feuchten, aber gut durchlässigen Boden, der außerdem nährstoffreich und mit reifem Gartenkompost angereichert sein sollte. Auch diese Akelei kann durch Aussaat im Frühjahr oder direkt nach der Samenreife zum Sommeranfang ausgesät werden. Sie neigt aber auch zur Selbstaussaat und geht dabei Kreuzungen mit anderen Akeleiarten ein.

Aquilegia flabellata – die Japan-Akelei hat ein weites natürliches Verbreitungsgebiet, welches Teile Koreas und Japans, sowie die Halbinsel Sachalin einschließt. Diese aufrecht wachsende Staude wird nur 20 bis höchstens 30 cm hoch und bis zu 15 cm breit. Die Blüten erscheinen im Mai. Sie haben eine blau-lila Grundfarbe mit weißen bis cremefarbenen Spitzen. Die laternenförmigen Blüten sind etwa 5 cm breit und haben 2cm lange, stark gekrümmte Sporne. Die blau-grünen, fingerförmigen Laubblätter bilden eine grundständige Rosette.

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Im Bild die Japan-Akelei, fotografiert an einem natürlichen Standort in Japan (Foto: Qwert1234, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Die Japan-Akelei wächst am besten an einem halbschattigen bis absonnigen Platz mit einem nährstoffreichen, feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Aus diese Akelei vermehrt man am besten durch Aussaat im Frühjahr oder unmittelbar nach der Samenreife. Auch diese Akelei neigt zur Selbstaussaat und zur Kreuzung mit anderen Arten, wenn man sie nicht vor einer Fremdbestäubung schützt.