Es gibt eine ganze Reihe Salate, Kohlsorten und Kräuter, die zwar schon seit längerem als Gemüse etabliert sind, aber trotzdem kaum von Hobbygärtnern immer noch vernachlässigt und bisher kaum angebaut werden. Dazu zählen zwei ganz außergewöhnliche Gemüse, außergewöhnlich in Form und Geschmack: Der Rote Sareptasenf, besonders in seiner roten Variante und eine essbare Salat-Chrysantheme.

Der Sareptasenf Brassica juncea, auch Indischer, Brauner oder Chinesischer Senf genannt

Die ursprüngliche Form, der Braune Senf, geht auf die natürliche Kreuzung zweier Arten zurück, dem Rübsen (Brassica rapa > https://forum.floristik24.de/threads...n-des-Rübsamen) mit dem Schwarzen Senf (Brassica nigra). Dieser Braune Senf wird vermutlich bereits seit mehr als 4.300 Jahren in Indien kultiviert. Von dort ist er vermutlich in mehreren Zuchtlinien in geographisch teilweise weit auseinanderliegenden Regionen wie China, Russland oder auch im Nahen Osten verbreitet worden. Erst spät kam er auch in Europa an.

Zu den wichtigsten Unterarten, Varianten und Sorten zählen heute:

Brauner oder Sarepta-Senf Brassica juncea juncea, auch Indischer, Russischer oder Orientalischer Senf genannt

Chinesischer Senf Brassica juncea crispifolia

Hornsenf Brassica juncea var. linearifolia

Grün-im-Schnee Brassica juncea multiceps

Breitblättriger Senf Brassica juncea var. rugosa

Roter Senf Brassica juncea var. rugosa in der Sorte ‘Red Giant‘


Der Breitblättrige Senf oder auch Grüner Senfkohl genannt (Brassica juncea var. rugosa) ist die Stammform des Roten Sarepta-Senf ‘Red Giant‘. In China wird er Tsai Tsai genannt. Der Rote Sarepta-Senf ist eine einjährig kultivierte Salatsorte, die zwischen 40 und 60 cm hoch wird (bzw. mit Blütenstand mehr als 1 m) und große Salatblätter mit einer roten Aderung auf grünem bis dunkel purpurviolettem Grund hat.

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Roter Sarepta-Senf der Sorte ‘Red Giant‘ (Foto: Goldlocki, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Nahaufnahme eines Salatblattes von ‘Red Giant‘ (Foto: Goldlocki, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Auf dieser Nahaufnahme ist die purpurviolette Aderung des Blattes auf grünem bis purpurviolettem Grund gut zu erkennen.

Sowohl die Stammform als auch die Sorte ‘Red Giant‘ wachsen als aufrechte, unverzweigte Stängelpflanze und bilden keinen geschlossenen Salatkopf. Die Ausprägung der Färbung von Blatt und Blattadern ist umso intensiver, je intensiver die Lichteinstrahlung ist. ‘Red Giant‘ sollte also stets an einem vollsonnigen Platz auf einem mäßig feuchten, aber gut durchlässigen und nährstoffreichen Boden angebaut werden. Der ‘Red Giant‘ ist zwar nur eine einjährige Sorte, aber trotzdem frosthart. Deshalb kann man ihn auch im Laufe des Sommers durch noch aussäen und bis in den Spätherbst ernten – vorausgesetzt der Blütenansatz wird rechtzeitig entfernt.

Sareptasenf keimt am besten bei sehr guter Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 20 und 25 oC. Also am besten unter Glas aussäen und vorkultivieren. Dort keimt er schon nach wenigen Tagen. Mit einer Höhe zwischen 30 und 35 cm der Pflanze sind die Blätter erntereif, als Baby Leaf mit noch kleinen, jungen blättern bereits in der Hälfte der Zeit.

Die Blätter des ‘Red Leaf‘ bringen als Schnittsalat Farbe in Salatmischungen und dienen auch zur Dekoration von Salatplatten und – büffets. Sie können Rohr, aber auch leicht gedünstet gegessen werden. Sie haben einen senf- bis kohlartigen Geschmack. Auch die Blüten des ‘Red Giant‘ sind essbar.

Die Salat-Chrysantheme Glenobis coronaria, auch Kronwucherblume genannt

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Eine blühende Glenobis coronaria discolor (Foto: Alvesgaspar, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Dagegen blüht die Unterart Glenobis coronata coronata (Foto: Eitan f, Creatiev Commosn Attr.-Share Alike 3.0 Unported) einfarbig goldgelb.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet schließt fast den gesamten Mittelmeerraum, sowie Iran und Pakistan. Auf einigen Atlantikinseln wie den Azoren, Madeira und den Kanaren ist die Pflanze eingebürgert, in Mitteleuropa aus Gartenbeständen an manchen Stellen verwildert.

Die Gattung Glenobis ist eine Gruppe weniger Arten aus der Familie Asteraceae, die früher zur Gattung Chrysanthemum gerechnet wurden. In der älteren Gartenliteratur ist sie daher nach unter der Bezeichnung Chrysanthemum coronarium zu finden. Glenobis coronata ist in Mittel- und Südeuropa heimisch.

Die Salat-Chrysantheme ist eine einjährige, krautige Pflanze, wird zwischen 30 und 80 cm hoch und hat grau-grüne Laubblätter. Die Blätter sind stark gefiedert und werden mehr als 5 cm lang und bis zu 3 cm breit. Die Blütezeit variiert – je nach den örtlichen Temperatur- und Standortbedingungen – zwischen Juni und September. Die Blütenkörbe setzen sich wie bei den meisten Korbblütlern üblich aus den die am Rand stehenden Zungenblüten und den Röhrenblüten in der Mitte des Blütenkorbes zusammen.

Die Salatchrysantheme wird in unseren Gärten n erster Linie als Zierpflanze kultiviert, in Asien dagegen vor allem als frisches Blattgemüse, denn die Pflanze ist reich an Vitaminen, Calcium und Folsäure. Deshalb wird es in China in der Volksmedizin als Heilpflanze zur Linderung von Magen- und Verdauungsproblemen, aber auch bei Husten eingesetzt. In Indien behandelt man damit sogar die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe.

Die einjährige Pflanze wird zwischen März und Mai ausgesät. Die herb-bitter schmeckenden Blätter und Blüten verwendet als Salatzusatz und zum Garnieren von Salaten. Man verwendet vor allem die jungen Blätter, solange sie noch nicht bitter schmecken. Die Salatblätter werden die Blätter deshalb geerntet, sobald sie eine Höhe von 20 bis 25 cm erreicht haben.

Die einjährige Pflanze sät man direkt ins Freiland aus und zwar ab März bis Mai oder auch zwischen August und September. Optimal ist dazu ein Platz im lichten Halbschatten. In voller Sonne stehen die Pflanzen meist zu warm, sie entwickeln sich besser in etwas kühlerem Milieu bei Temperaturen zwischen 8 und 14 oC. Bei Anzucht unter Glas hat sich eine Temperatur von etwa 15oC bewährt. Die Pflänzchen werden bei Aussaat im Freiland später auf Abstände von etwa 20 cm, bei Reihenaussaat auf ca. 10 cm vereinzelt. Bis die ersten Blätter geerntet werden können, muss man mit 3 bis 5 Wochen rechnen.