Unter einem großen, freistehenden Laubbaum muss es weder eintönig grasgrün noch völlig kahl bleiben. Eine Baumscheibe kann man stattdessen sehr dekorativ mit Blütenpflanzen bepflanzen.

Buschwindröschen, Schlüsselblumen, Veilchen und andere niedrigere Blütenpflanzen blühen im Wald noch vor dem Laubaustrieb, denn dann dringt das Sonnenlicht noch ungefiltert bis zum Waldboden vor. Ähnlich verhält es sich mit Frühjahrsblühern unter einem Laubbaum im Garten. Sternblumen, Kleines Immergrün, Narzissen und Kronenanemonen blühen vor allem im April, wenn der Baum noch kahl ist. Diese Mischung aus kleinen Blütenstauden und Frühlingszwiebelgewächsen verwandelt die Baumscheibe in ein abwechslungsreiches, farbenfrohes Blütenmeer.

Wer es etwas dezenter mag: Wie wäre es mit einer zarten Mischung aus blauen, weißen und rosa Farbtönen - ein echter Frühlingszauber aus Schneestolz, Blausternchen und Puschkinien (> https://forum.floristik24.de/threads...der-Hyazinthen).

Oder einer Kombination aus gelb-orange Kaiserkronen, blau blühendem Kriechendem Günsel, hellgelben Schlüsselblumen und hellblauen Puschkinia.

Allerdings muss man solch ein Frühlingsbeet schon ein halbes Jahr früher vorbereiten: Im Herbst wird zunächst in einem Umkreis mit etwa 2m Radius rund um den Boden die Grasnarbe und alles Unkraut entfernt. Dann wird der Boden tiefgründig gelockert, aber nicht umgegraben. Und auch die Baumwurzeln dürfen natürlich nicht beschädigt werden. In die Erde wird etwas reifer Gartenkompost eingearbeitet.

Dann werden die Zwiebelgewächse in kleinen Gruppen und in einem Abstand von 15 bis 20 cm zueinander in den Boden gepflanzt – in der Regel doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Die Knollen der Kronenanemone werden für 12 Stunden in lauwarmem Wasser eingeweicht und dann eingepflanzt. Dabei müssen die Knospen der Knollen natürlich nach oben zeigen. Die Anemonen-Knollen werden etwa 10 cm tief in die Erde gepflanzt. Schließlich wird noch das Kleine Immergrün in die Lücken zwischen Gruppen der Zwiebelgewächse gesetzt und die Ausläufer gleichmäßig über dem Boden ausgebreitet. Der Abstand zwischen den einzelnen Immergrün-Pflanzen sollte wenigstens etwa einen halben Meter betragen.

Bei dem zweiten Vorschlag werden die Abstände ähnlich gewählt. Bei Beispiel Nr. 3 mit Kaiserkronen, Kriechendem Günsel, Schlüsselblumen und Puschkinien werden die Pflanzabstände vor allem wegen der höher wachsenden Kaiserkronen entsprechend größer gewählt.

Will man stattdessen die Baumscheibe im Sommer zum Blühen bringen, dann sollte man Blütenstauden wählen, die sich im Halbschatten wohl fühlen. Schattenverträgliche Blütenstauden, die sich auch gut miteinander kombinieren lassen, währen z. B. Feuerlilien mit orange-roten Blüten (bsi zu 1,2 m hoch), weiß oder rosa blühende Prachtspieren (ebenfalls bis zu 1,2 m hoch), zweifarbig blühende Akelei (bis zu etwa 70 cm hoch) und einer der vielen, garten-tauglichen Storchschnabelarten in Rosa oder Violett.

Ob sich eine Kombination aus Frühjahrszwiebeln und im Sommer blühenden Stauden auf der Baumscheibe untereinander ertragen., müsste man einfach mal ausprobieren. Wahrscheinlich behindert sich beide nicht, wenn man die Pflanzabstände etwas großzügiger wählt. Die Ansprüche an die Bodenverhältnissen dürften jeweils bei beiden Gruppen die gleichen sein.

Will man die Baumscheibe stattdessen im Herbst zum Leuchten bringen, dann pflanzt man Stauden mit buntem Herbstlaub, Ziergräser und Farne.

Weitere Möglichkeiten, die Baumscheibe möglichst naturnah zu bepflanzen, etwas um Bienen und Schmetterlingen Trachtpflanzen zum Nektar- und Pollensammeln zu bieten oder Schädlinge mit Hilfe von Repellents zu vertreiben, habe ich in meinem Beitrag Weitere Möglichkeiten, Baumscheiben zu bepflanzen ( > https://forum.floristik24.de/threads...ht=Baumscheibe) skizziert.