Das kennt sich mancher Hobbygärtner: Ein Garten, dessen „Strukturgeber“ Laubbäume und Ziersträucher beginnt nach dem Fall des Herbstlaubes für Monate recht trist auszusehen, bis er im Laufe des Frühjahrs endlich wieder zu neuem Leben erwacht.

Aber das muss nicht sein. Man kann stattdessen einen immergrünen Garten anlegen, dessen Strukturbildende Gehölze nicht Laubgehölze, sondern Koniferen sind. Vor allem unter den Bodendeckern, Zwerggehölzen bis zu den mittelhohen Sorten ist die Auswahl an winterharten und immergrünen Koniferen inzwischen groß. Und damit der Garten nicht nur in den Grüntönen der Koniferen doch etwas öde wirkt, werden zwischen die Koniferen Pflanzenpolster aus Sommerblumen gepflanzt.

Auf den ersten Blick, mag es praktischer und pflegeleichter erscheinen, statt Sommerblumen Blütenstauden zwischen die Koniferen zu setzen. Aber das stimmt nicht: Blütenstauden müssen regelmäßig zurückgestutzt und geschnitten werden, damit sie nicht in die Koniferen hineinwuchern und unterwandern oder sie wachsen zu sehr in die Höhe und drängen die Koniferen in den Hintergrund. Und in der Zeit, wenn sie nicht blühen, hat man dann nur noch eine mehr oder weniger geschlossene Fläche aus Nadelgehölzen und grünblättrigen Stauden.

Einjährige Sommerblumen zeigen dagegen nicht diesen Ausbreitungsdrang wie Stauden. Man kann sie dicht an dicht pflanzen, aber trotzdem gut in Grenzen halten. Und man kann sie leicht auswechseln – z. B. indem man jedes Jahr eine neue Farbkombination wählt.

Hierzu ein Beispiel: Man legt blühende Teppiche aus gelben Tagetes und blauvioletten Leberbalsam an. Beide Blumengruppen werden gegen die Koniferen mit ein bis zwei Reihen leuchtend-rot blühendem Feuersalbei begrenzt. Mag sein, dass die Blütenpflanzen inzwischen etwas aus der Mode gekommen sind, aber sie erfüllen vollkommen ihren Zweck. Setzen farbige Akzente. Und blühen relativ lange.

Der Leberbalsam (Ageratum houstonianum) beispielsweise wird zwischen 10 und 25cm hoch und die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Der Feuersalbei (Salvia splendens) wird zwischen 20 und 40 cm hoch und die feurroten Blütenrispen bleiben von Mai bis September erhalten. Als Studentenblumen wählt man eine Tagetes-Patula-Hybride mit halb- oder dicht gefüllten, zweifarbige Blüten in Gelb – und Orangebraunen Farbtönen. Diese drei Sommerpflanzen kann man unter Glas aussäen und vorkultivieren (oder man kauft sie bereits vorkultiviert) und kann sie dann bereits blühend zwischen die Koniferen setzen.

Man muss ja auch nicht gleich den ganzen Garten in einen Koniferen- und Sommerblumen-Garten verwandeln, es reicht auch ein größeres und lang gestrecktes Beet, welches sich in einem Halbrund an eine Rasenfläche anschließt.

Zunächst werden die „Strukturgeber“, also die Nadelgehölze gepflanzt. Im Hintergrund setzt man dann an die Seitenränder und die Beetmitte jeweils eine mittelhohe Konifere: Das können z. B. Säulen- oder Raketenwacholder, Koreatonnen oder Scheinzypressen sein – beziehungsweise jeweils eine dieser drei Nadelgehölze. Über die restliche Beetfläche werden außerdem in regelmäßigen Abständen zueinander verteilt: 1 oder 2 kegelförmige Zuckerhutfichten (Picea glauca der Sorte ‘Conica‘), ein buschig wachsender, breit ausladender China-Wacholder (Juniperus chinensis der Sorte ‘Pfitzeriana Glauca‘), eine Japanische Zwergkiefer (Pinus pumila der Sorte ‘Glauca‘) und als Bodendecker ein Kriechender Wacholder (Juniperus horizontalis der Sorte ‘Glauca‘). Zwischen diesen Gehölzen sollte jeweils ein Mindestabstand von1 m eingehalten werden. Die Koniferen werden im Frühjahr gepflanzt und nach den Eisheiligen werden dann auch die Sommerblumen gepflanzt.

Im nächsten Jahr kann man zur Abwechslung auch mal eine Farbkombination aus weiß, blau und rosa blühenden Sommerblumen wählen. Zusammen mit den immergrünen Koniferen wirkt das sehr elegant und dekorativ. Oder man pflanzt Frühjahrsblühern, die dann nach dem Abblühen durch Sommerblüher ersetzt werden. Noch einfacher geht es , wenn man zwischen Fühjahrszwiebelgewächsen und Sommerblumen wechselt. Denn die Frühjahrszwiebeln bleiben nach dem Abblühen, Verwelken und Zurückschneiden ihrer Blätter ja einfach im Boden.

Noch schöner wirkt ein solches Koniferen- und Blumenbeet, wenn es zu Hintergrund hin leicht ansteigt.