Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, aus der Familie der Lippenblütler ist in Europa weit verbreitet und auch in Deutschland häufig. Auch in den Gärten taucht er regelmäßig als harmloses, wenn auch lästiges Unkraut auf.

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Blühender Gundermann (Foto: AnRo0002, Public Domain)

Der Gundermann ist eine mehrjährige und immergrüne, krautige Staude, die sich kriechend über dem Boden ausbreitet oder, wenn sie eine Möglichkeit dazu findet, an Zäunen, Mauern oder Hecken emporklettert. Sie gedeiht vor allem im Halbschatten auf feuchtem, aber kühlem Boden.

Der vierkantige Pflanzenstängel und die Unterseite der Laubblätter sind purpurn überlaufen. Der Hauptspross des Gundermann kann bis zu 2 m in die Länge wachsen. Die Sprossachsen breiten sich als Ausläufer kriechend dicht über der Erde aus, dazu bilden sie an der Mehrzahl ihrer Knoten Wurzeln und verehren sich auf diese Weise vor allem vegetativ. Dagegen sind die Blüten tragenden Triebe nur bis zu 30 cm lang, sie wachsen aufrecht oder aufsteigend in die Höhe.

Die Blätter sitzen mit ihren Stielen kreuzgegenständig an den Trieben. Meist sind die Blattstiele kurz, können aber auch bis zu 20 cm lang sein. Die Blattspreite sind nierenförmig oder eher rund-herzförmig. Sie sind meist weniger als 3 cm lang, können aber auch eine maximale Länge von bis zu 8 cm erreichen. Die Breite der Blätter variiert zwischen einem halben und bis zu vier Zentimeter.

Die Blütenstände bilden sich in den Blattachseln. Die Blütenfarbe ist meist blauviolett mit purpurfarbenen Sprenkeln auf der Unterlippe. Es kommen aber auch rosa und weiße Blüten vor. Die Blüten werden überwiegend von Hummeln und Wildbienen bestäubt. Aber auch für mehr als 20 Schmetterlingsarten ist der Gundermann mit seinen Nektar führenden Blüten eine wertvolle Trachtpflanze. Die Blütezeit kann von April bis Juni, maximal bis in den Juli reichen.

Der Gundermann enthält zahlreiche medizinisch wirksame Inhaltsstoffe, u. a. Bitterstoffe (vor allem Glechomin – benannt nach dem wissenschaftlichen Gattungsname der Pflanze - Glechoma), Saponine und ätherische Öle. Bereits Hildegard von Bingen schrieb der Pflanze große Heilkräfte zu. Es wird vor allem die Verdauung angeregt, Leber- und Gallenfunktionen unterstützt, das Blut gereinigt und der Harnfluss gefördert.

diesem Beitrag will ich jedoch eher auf die Verwendung der jungen Blätter des Gundermanns als Küchenkraut eingehen. Ältere Blätter haben dafür einen zu derben und bitteren Geschmack. Man verwendet die Gundermann-Blätter daher vor allem im Frühjahr und zwar zum Würzen von Suppen und Brotaufstrich, z. B. fein gehackt zum Beispiel gemischt mit Schnittlauch auf einem Butterbrot. Beim Kochen verliert der Gundermann seinen bitteren Beigeschmack und schmeckt milder. Auch getrocknet können die Blätter verwendet werden, z. B. als Bestandteil von einem Kräutersalz oder als Suppengewürz.
Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass die Pflanze vor allem für Pferde, aber auch viele andere Säugetiere, giftig ist, und daher in der Landwirtschaft als Unkraut bekämpft wird. Vergiftungsfälle beim Menschen sind jedoch nicht bekannt.

Im Garten wächst der Gundermann vor allem im Halbschatten auf schweren, feuchten und nährstoffreichen sowie kalkhaltigen Böden. Als Bodendecker breitet er sich z. B. unter Himbeer- und Johannisbeersträuchern aus. Oder er klettert im Halbschatten von kleineren Mauern als Kletterpflanze empor.