Auch unsere Gartenlilien der Gattung Lilium sind nicht gegen Schädlingsbefall und Pflanzenkrankheiten gefeit. Aber wenn man sie im Auge behält und rechtzeitig eingreift, kann man sie meist durch den Sommer bringen, ohne zur Giftspitze greifen zu müssen. Außerdem sind viele chemische Pflanzenschutzmittel, die im konventionellen Anbau von Lilien Verwendung finden können, für die Anwendung im Hobby- und Privatgarten gar nicht zugelassen.

Zu den häufigsten Schädlingen und Krankheiten der Lilien zählen:

Blattläuse – saugen sich vor allem an den jungen Trieben und unterhalb der Blütenknospen fest. Da sie meist in Kolonien auftreten, können sie damit die ganze Pflanze schädigen. Durch die Saugtätigkeit verkrüppeln Blätter und Knospen der Pflanzen. Oft sind dann auch die darunter liegenden Blätter vom klebrigen Kot der Blattläuse, dem sogenannten Honigtau, überzogen. Und dieser Honigtau liefert den Nährboden für Rußtauplize, die den Belag schwärzlich färben.

Lilienhähnchen – Lilioceris lilii sind bis zu 7 mm große, leuchtend rot gefärbte Käfer mit einem schwarzen Kopf. Ab März/ April befallen sie die Gartenlilien. Sei fressen an den Blättern, später auch an den Blüten und Samenkapseln der pflanzen. Dei Weibchen legen außerdem ihre Eier an den Blättern ab. Ab Mai schlüpfen dann daraus die 8 bis 9 mm langen, orange-roten Larven mit ihren schwarzen Kopfkaseln. Ihr Körper ist vom einem schwarzen, feuchten Kotmantel bedeckt (Schutz vor Fressfeinden?). Die Käfer und ihre Larven können der ganzen Lilienpflanze durch ihre Fraßschäden den Garaus machen. Zwischen Frühjahr und Herbst können sich bis z drei Generationen der Lilienhähnchen entwickeln. Die Bekämpfung ist nicht einfach. Handelt es sich nru um einzelne vom Lilienhähnchen befallene Lilien, sollte man versuchen sie von Hand abzulesen. Sind ganze Lilienbestände befallen, muss man meist doch zu einem Pyrethrum haltigen Insektizid greifen. Allerdings reagieren die Larven empfindlicher als die adulten Käfer der Lilienhähnchen.


Gefurchter Dickmaulrüssler – Auch bei dieser Käferart schaden sowohl der Käfer selbst als auch seien Larven den Pflanzen. Die grauweißen Larven haben braune Kopfkapseln, werden bis zu 1 cm groß und sind – ähnlich wie die Engerlinge – bauchwärts gekrümmt. Die Larven entwickeln sich im Boden. Dabei fressen sie die Wurzeln an, die dadurch oft abgetrennt werden. Dadurch ist die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen aus dem Boden in die Wurzeln unterbunden. Auch die Zwiebeln der Lilien fressen sie an. Dort hinterlassen die gefräßigen Larven ganze Löcher in der Zwiebel. Auf diese Weise stark geschädigte Lilien können verkümmern, verwelken und schließlich völlig absterben. - Die adulten Käfer dieses Dickmaulrüsslers sind etwa 9 mm lang und haben einen eher birnenförmigen, dunkel gefärbten Körper. Sie werden erst in der Dämmerung aktiv und fressen dann bis tief in die Nacht die Laubblätter vom Rand her bogenförmig an. Von diesen gefurchten Dickmaulrüsslern sind nur die Weibchen bekannt: Sie selbst schädigen nicht nur die Pflanzen durch ihren Blattfraß. Sie legen auch ihre Eier im Boden an der Basis der Pflanzen ab. Im Laufe mehrerer Monate können so im Boden mehrere Hundert Eier abgelegt werden. Welche Gegenmaßnahmen können ergriffen werden? Der Einsatz von Insektiziden gegen die im Boden lebenden Larven ist kaum wirksam. Stattdessen setzt man auf Biologische Schädlingsbekämpfung mit Hilfe bestimmten Nematoden (Fadenwürmer). Man gießt mit dem Wasser rund um die Pflanzenbasis, sodass sie in den Boden eindringen und die Rüsselkäferlarven befallen und damit unschädlich machen können. Allerdings funktioniert dies nur, wenn der Boden nicht zu schwer oder gar verdichtet ist und wenn die Bodentemperatur nicht unter 14 oC absinkt.

Gehäuse- und Nacktschnecken – die saftigen Blätter und Triebe vor allem junger Lilienpflanzen sidn für Schnecken unwiderstehlich. Sie hinterlassen Fraßspuren an den Pflanzen und ihre Schleimspuren rund um die Pflanze. Hat man mit dem Schneckenfraß an Lilien Jahr für Jahr Probleme, dann sollte man rund um eine einzeln stehende Lilie oder auch um eine ganze Liliengruppe herum im Abstand von 10 bis 15cm einen breiten Ring aus scharfem Sand streuen. Das ist meist eine wirksame Sperre für die Schnecken, da sie über den lockeren Sand auf der Schleimspur unter ihrem Kriechfuß nicht überwinden können. Manchmal wird auch empfehlen, stattdessen einen Ring aus Asche zu bilden; aber das hält nur bis zum nächsten Regen, weil die Asche in den Boden gewaschen oder vom Regenwasser verstreut wird!

Echter Mehltau – durch den Pilzbefall bildet sich ein mehliger, weißer Belag auf den Blättern. Betroffene Blätter vergilben und fallen schließlich ab. Dadurch wird die Lilie natürlich in ihrem Wachstum geschwächt. Mehltau breitet sich vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit aus. Daher darf man die Lilien nicht zu dicht setzen, und der Standort sollte möglichst trocken-warm, sonnig und frei von anderen benachbarten Pflanzen sein.

Graufäule – die Graufäule der Tulpenzwiebel befällt auch viele andere Zwiebelgewächse, darunter auch die Gartenlilien. Befallene Zwiebeln treiben nicht aus und bereits der Austrieb weist starke Missbildungen auf. Faulende Stellen bedecken sich mit einem dichten Pilzrasen und sterben schließlich ab. Die Zwiebeln selbst nehmen eine graue Farbe an und verfaulen von innen heraus.

Grauschimmel – Zunächst bilden sich bei Befall mit diesem Pilz braune Flecken an den Knospen und Blüten, die Blüten verkrüppeln, bevor sie sich öffnen können. Und schließlich überziehen sich die befallenen Pflanzenteilen mit einem grau gefärbten Schimmelrasen. Grauschimmel bildet sich vor allem wie bei vielen anderen Pilzkrankheiten auch bei übermäßiger Feuchtigkeit. Deshalb sollte man vorbeugen, und die Lilien möchten sonnig und an luftigen, freien Plätzen pflanzen. Erkrankte Lilien müssen mitsamt ihren Zwiebeln und dem Boden in der unmittelbaren Umgebung entfernt und verbrannt werden. Zumindest in den nächsten fünf Jahren dürfen an diesem Platz keine Lilien und andere Zwiebelgewächse mehr gepflanzt werden.


Viruskrankeiten – vor allem die Lilien-Mosaikkrankheit. Vom Mosaikvirus infizierte Blätter weisen helle, scheckige und gelbliche Streifen und Flecken auf, die sich mit der Zeit weiter ausdehnen, an Zahl zunehmen und mosaikartig verteilt sind (daher der Name Mosaikvirus). Das schwächt den Pflanzenstängel soweit, dass er schließlich abbricht. Und die Blüten verkrüppeln oder die betroffenen Lilien bilden überhaupt keine Blüten bilden. Gegenmittel gegen den Virusbefall gibt es nicht. Weitere an Lilien gelegentlich auftretende Viruskrankheiten sind die Braunringkrankheit, die Lilienringfleckigkeit und die Lilienscheckung. Die befallenen Lilienpflanzen müssen ausgegraben und vernichtet werden, damit sich die Viruskrankheit nicht weiter ausbreitet.