Ein in seinem Aussehen, in ihren Licht- und Substratansprüchen ungewöhnliches Mohngewächs (Familie Papaveraceae) ist die Kanadische Blutwurz Sanguinaria canadensis. Ihre Heimat sind die Wälder im Osten Nordamerikas.

Die Teppich bildende Rhizomstaude wird – wenn sie blüht – zwischen 15 und 25 cm hoch bei einer Breite von etwa 30 cm. Ungewöhnlich für ein Mohngewächse sind die handförmig geteilten, lang-gestielten Laubblätter und die Form der schneeweißen Blüten an den etwa 10 cm langen, schlanken Stielen. Die Blütezeit fällt – je nach den örtlichen Milieubedingungen – in die Monate April bis Mai. Ungewöhnlich ist aber vor allem das dicke, lang gestreckte Rhizom: Wenn man es aufschneidet, wird die orange-rote Schnittfläche sichtbar, aus der eine blutrote Flüssigkeit heraustropft – daher der Name Blutwurz oder im Englischen Blood Root.

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Die geöffneten Blüten der Naturform der Kanadischen Blutwurz mit den weißen Blütenblättern und den gelben Staubbeuteln (Foto: Jason Hollinger, Creative Commons Attr. 2.0 Generic)

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Ungewöhnlich für ein Mohngewächs ist auch die Form des Laubblattes (Foto: Katja Schulz, Creative Commons Attr. 2.0 Generic).

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Schneidet man das Rhizom an, dann wird deutlich warum die Pflanze Blutwurz (Foto: Slayerwulfe, Public Domain), - im Amerikanischen Blood Root – genannt wird.

Ungewöhnlich für ein Mohngewächs sind aber auch die Standortbedingungen. Die Kanadische Blutwurz wächst am besten im Halbschatten oder Schatten auf einem humus- und nährstoffreichen, feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Obwohl sie in der deutschsprachigen Literatur als Steingartengewächs empfohlen wird, ist sie also eher etwas für den Wald- und Schattengarten.

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Statt der Naturform wird in unseren Gärten häufig die Sorte ‘Multiplex‘ mit gefüllten Blüten kultiviert (Foto: Brunk Tan, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International). Im Gartenfachhandel wird diese Sorte häufig auch unter der Bezeichnung ‘Flore Pleno‘ angeboten. Die Kulturbedingungen dieser gefüllten Sorte sind die gleichen wie für die Naturform.

Nachdem die Rhizomstaude einmal ausgepflanzt ist, sollte man sie nicht mehr stören und auch nicht mehr umpflanzen. Da die Blätter bereits zum Sommerende hin verwelken und die Pflanze dann komplett einziehen, sollten man die Stellen, an denen das Rhizom im Boden liegt, markieren. Erst im nächsten Frühjahr treiben die Pflanzen dann wieder aus.

Bei der Naturform der Kanadischen Blutwurz ist die Vermehrung sowohl durch Aussaat möglich (die Sämlinge beginnen allerdings erst nach einigen Jahren zu blühen) als auch durch Teilen des Rhizoms – am besten zu Beginn der Ruhepause im Spätsommer – möglich. Die Kulturform Multiplex kann verständlicherweise nur durch Teilung vegetativ vermehrt werden.