Es gibt ja unter den Koniferen etliche Zwergformen, die sich für einen Platz im Steingarten eignen. Bei Laubgehölzen ist das Angebot an sehr klein bleibenden Arten wesentlich geringer. Jetzt habe ich zwei noch recht wenig bekannte Arten entdeckt, von denen ich mir zumindest die Zwerg-Eberesche einen Platz für den kommenden Herbst reservieren möchte, da ich bereits mit einer verwandten Art (Sorbaria sorbifolia, der Sibirischen Fiederspiere) gute Erfahrungen gemacht habe.

Die andere Zwergart ist der Zwergflieder Syringa meyeri, den man erst sehr selten in den Hobbygärten sieht.

Ursprüngliche Heimat des Zwergflieders sind die Berge im Norden Chinas. Er braucht einen sonnigen Platz mit einem nährstoffreichen und schweren Boden. Er wächst zwar nur langsam heran, man sollte ihm aber trotzdem von Anfang an genügend Platz einräumen, damit er sich mit den Jahren ausbreiten kann. Er kann lt. Literatur bis zu 120 cm in die Höhe wachsen, aber das kann mehr als 10 Jahre dauern.

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Blühender Zwergflieder (im Englischen Dwarf Lilac genannt) Foto: Schnobby, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Neben der Naturform gibt es auch bereits Zuchtsorten. Besonders beleibt scheint die Sorte ‘Palibin‘ zu sein, die lavendel-farbige oder purpurne Blüten hat. Das Gehölz bildet – ähnlich wie der Edelflieder – zahlreiche, intensiv duftende Blütentrauben. Blütezeit sind die Monate Mai oder Juni.

Man vermehrt den Zwergflieder am einfachsten vegetativ mit Hilfe von Stecklingen, die man im Juli oder August schneidet. Diese Stecklinge sollten eine Länge von ungefähr 10 cm und natürlich auch einige Augen haben. Die Stecklinge kommen in einen Kasten mit einem Substratgemisch aus Sand und Torf, bzw. Kokoshumus und werden des Öfteren mit Wasser eingesprüht. Wenn die Stecklinge bewurzelt sind, können sie einzeln in Töpfe mit normaler Garten- oder Blumen-Einheitserde umgepflanzt werden.

Das zweite für den Steingarten geeignete Zwerggehölz ist die Zwerg-Eberesche Sorbus reducta. Ihre Heimat ist West-China. Sie hat eine buschförmige Wuchsform und wächst nur sehr langsam bis auf eine Höhe von nur 15 bis 30 cm heran. Sie breitet sich allerdings mit Hilfe ihrer Ausläufer bis zu 2 m breit aus. Damit ist sie sogar für die Miniaturausgaben eines Steingartens oder auch für einen Platz im Troggarten geeignet. Sie wächst in Sonne und Halbschatten gleichermaßen, braucht allerdings einen durchlässigen, gut dränierten Boden.

Sie hat unpaarig gefiederte Laubblätter mit einem grob gesägten Blattrand – ähnlich wie ihre große Schwester, die Vogelbeere. Zwischen Juli und August erscheinen dann ihre schneeweißen Blüten, die Doldenrispen als Blütenstände bilden. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich dann im Laufe des Herbstes rosa-rote, kleine Beeren. Etwas später färben sich die Blätter purpurrot.

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Eine Zwerg-Eberesche mit weißen Blüten (Foto: Ruff tuff cream puff, Public Domain)

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Eine Zwerg-Eberesche mit Früchten (Foto: Krzysztof Golik, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International)

Die Zwerg-Eberesche lässt sich auf zweierlei Weise vermehren: Entweder indem man im Frühjahr die Pflanze vorsichtig teilt oder im Herbst durch Aussaat des reifen, aber frischen Samens.