Von den etwa 13 Bertram-Arten der Gattung Anacyclus, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet sind, ist der Mehrjährige Bertram Anacyclus pyrethrum sicherlich eine der schönsten Arten, mit den auffallendsten Blüten. Er kommt im Südosten Spaniens und gegenüber auf dem afrikanische Kontinent (in N-Marokko und N-Algerien) vor. Die Unterart Anacyclus pyrethrum depressus, der Marokko-Bertram, findet man dagegen nur im Atlasgebirge Marokkos. Als Steingartenpflanze ist sie bei uns in Mitteleuropa eher unter dem Namen Marokko-Kamille bekannt.

In unseren Steingärten braucht die Marokko-Kamille einen Platz in der vollen Sonne und einen sandigen Boden mit kalkreichem Schottermaterial gemischt, der natürlich auch entsprechend gut wasserdurchlässig sein muss. Denn zu nassen Untergrund und vor allem Staunässe verträgt die Marokkokamille gar nicht. Auch vor Winternässe muss man die Marokkokamille schützen. Man kann sie z. B. in breitere Fugen oder auf die Krone einer Trockenmauer pflanzen, in einen Spalte zwischen größeren Steinen oder Felsen oder auch an einen kleinen Trockenhang.

Die dicht am Boden liegenden Sprossen mit ihrem dunkelgrünen, fein geteilten Laub breitet sich dekorativ nach allen Seiten aus. Nur den Enden der Pflanze richten sich die Stängel auf und tragen die Blüten. Und diese Blüten sind es, die die Marokkokamille von besonderem Interesse und eine farbenfrohe Bereicherung für den Steingarten sind.

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Marokkokamille mit am Abend wieder geschlossenen Blüten (Foto: Jerry Friedman, Creative Commons Attr.-Share 3.0 Unported). Dann sind nur die randständigen Zungenblüten dieses Korbblütlers zu sehen. Sie sind auf ihrer Außenseite karmin- bis purpurrot mit einem schmalen weißen Rand.

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Marokkokamille mit weit geöffneten Blüten (Foto: Jerry Friedman, Creative Commons Attr.-Share 3.0 Unported).

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Erst in der vollen Sonne öffnet sich die Blüte völlig (Foto: Jerry Friedman, Creative Commons Attr.-Share 3.0 Unported). Nun wird die weiße Innenseite der randständigen Zungenblüten und die gelbe Mitte mit den kurzen Röhrenblüten sichtbar. Nun ähneln die Blüten irgendeiner Margerite oder einer Kamillenart – daher der Name Marokkokamille.

Man zieht die Marokkokamille am besten aus Samen heran. Die Keimlinge werden im Kalthaus frostfrei überwintert und dann können sie zum nächsten Frühjahrsbeginn an ihren endgültigen Platz ausgepflanzt werden. Sind die Milieubedingungen für die Pflanzen im Steingarten zusagend, dann beginnt die Marokkokamille aber auch irgendwann mit der Selbstaussaat.