Der Echte oder Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus catharticus) ist ein einheimisches Gehölz, wenn auch selten. Man findet ihn an Waldrändern, in Auwäldern oder als Bestandteil von Wildhecken und Gebüsch. Meist bildet er nur einen bis zu 3m hohen Strauch, er kann sich aber auch zu einem bis zu 8 m hohen Laubbaum entwickeln. Er hat eine dunkelgraue bis schwarze Rinde. Die Zweige tragen starke Dornen. Die ovalen, zugespitzten Laubblätter sind gegenständig an den Zweigen angeordnet. Die recht unscheinbaren, grünlich gefärbten Blüten bilden doldenförmige Blütenbüschel, die in den Blattachseln stehen. Die Blütezeit reicht von April bis Juni.

Die kugelrunden Steinfrüchte sind zunächst grün und nehmen, wenn sie reif sind, eine matt-schwarze Farbe an. Diese Früchte des Echten Kreuzdorns sind eigentlich giftig. Sie enthalten Saponine, Flavon-Glykoside und Anthrachinon-Verbindungen. Diese Beeren wirken abführend; deshalb sind auch heute noch in einigen mild wirkenden Abführmitteln enthalten. Früher hatte man die getrockneten Beeren in der Volksmedizin jedoch direkt eingenommen – mit teilweise verheerenden Wirkungen (damals wurden sie deswegen auch recht drastisch “Scheißbeeren“ genannt) bis zu schweren Vergiftungserscheinungen. Von einer Selbstmedikation muss deshalb dringend abgeraten werden.