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Thema: Der Vorgarten – die Visitenkarte für Haus und Garten

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    Der Vorgarten – die Visitenkarte für Haus und Garten

    1. Wie und wann sich die Vorgartenkultur entwickelte

    Als Vorgarten bezeichnet man im Allgemeinen den Teil des Gartens, der zwischen Haus und Straße liegt. Doch so lange gibt es Vorgärten noch gar nicht. In den Städten des Mittelalters war dafür gar kein Platz, die Häuser wurden dicht an dicht und unmittelbar an der Straße gebaut. Nur die reicheren Klöster, Schlösser und Burgen legten überhaupt schon Gärten an und zwar innerhalb ihres Gebäudekomplexes. Und diese Gärten war dann zwar auch schon in Kräuter- und Küchengärten, Obstgärten und Blumengärten unterteilt, aber Vorgärten gab es nicht. Mit dem Aufkommen des vermögenderen Bürgertums legt man sogenannte Bürgergärten außerhalb der Stadtmauern oder im Hinterhof – von Mauern als Sichtschutz umgeben – an. Denn diese Gebäudekomplexe und Gartenanlagen waren so weitläufig angelegt, dass eine direkte Beziehung zur Straße gar nicht eigentlich fehlte.

    Doch parallel dazu entstanden auf dem Land die ersten Bauerngärten – die waren zwar in der Regel vor dem Bauerhaus angelegt, aber erst Anfang des 19.Jahrhunderts als besondere Gartenform entdeckt und als Bauerngärten beschrieben; der Begriff Vorgärten existierte damals immer noch nicht.

    Erst mit der Industriealisierung wurden die Städte auch außerhalb der Stadtmauern erweitert, um mehr Platz zu schaffen für die schnell wachsenden Bevölkerungszahlen. Damit nicht planlos in die Landschaft hinein gebaut wurde, legte man regelrechte Straßenfluchten fest. So wurde beispielsweise in Preußen 1875 ein sogenanntes Baufluchtliniengesetz erlassen, welches in den Städten und Dörfern auch den Abstand zwischen der Baufluchtlinie der Häuser und der Straßenfluchtlinie festlegte. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass sich auf dem schmalen Streifen zwischen Haus und Straße auch ein Stückchen Garten angelegt werden konnte, ohne dass diese schmalen Grünstreifen schon als Vorgärten bezeichnet wurden. Außerdem hatten die Hauseigentümer und -mieter auch noch gar keine Rechtsanspruch auf ihr eigenes Grün vor dem Haus. Wurde der Geländestreifen zwischen Baufluchtlinie und Straßenfluchtlinie z. B. für eine Verbreiterung der Straße gebraucht, dann wurden keine Entschädigung dafür gezahlt. Gleichzeitig wurde die Hauseigentümer aber verpflichtet, die Flächen vor ihren Häusern mit einem Gitter zu versehen - 1 ½ m hoch einschließlich eines Sockels – und das so eingezäunte Areal als Garten anzulegen und instand zu halten.

    So waren tatsächlich erstmals die Rahmenbedingungen für Vorgärten, also Gärten vor den Häusern, gegeben. Denn bekanntlich entwickelte sich der Begriff Garten aus dem gotischen Gartos: Das war ein eingezäuntes und bepflanztes Areal, eingezäunt vor allem zum Schutz vor gefräßigen Tieren. Alles andere ohne schützenden Zaun war ein Feld oder Acker.

    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten Gartenzeitschriften und Fachbücher zur Anlage und Pflege von Gärten. Bald wurden zwar auch Vorschläge und Pläne zur individuellen Gestaltung der ersten Vorgärten publiziert. Aber viele Vorgärten mussten bereits wieder durch die in den Durchgangs- und Geschäftsstraßen notwendige Straßenverbreiterung wieder verschwinden. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden neue geschlossene Wohnviertel angelegt, die sich am Vorbild englischer Gartenstädte orientierten. Und dort war dann wirklich auch genügend Platz zwischen Straße und Haus für einen großzügiger bemessenen und wirklich individuell gestalteten, privaten Vorgarten.

    Hier nun einige gelungene Beispiele aus dieser „Pionierzeit individuell gestalteter Vorgärten“:

    Name:  Vorgarten_Ann_Arbor,_Michigan_-_panoramio.jpg
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    Dieser leicht ansteigende Vorgarten mit seinem alten Baumbestand, den Ziersträuchern und Stauden passt perfekt zum Haus mit seiner großen, überdachten und von Säulen gestützten Terrasse (fotografiert in Ann Arbor/ USA von Dwight Burdette, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

    Name:  Vorgarten in Freiburg.jpg
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    Vorgarten mit schmiedeeiserner Pforte in Freiburg an der Elbe (Foto: Oxfordian Kissuth, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Name:  Vorgarten in Ölbronn.jpg
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    Vorgarten vor einem Bauernhof in Ölbronn (Foto: Augenstein, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Name:  Vorgarten in Alleshausen_am_Federsee_-_Vorgarten_eines_Bauernhauses.JPG
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    Ein bäuerlicher Vorgarten mit Humor in Alleshausen am Federsee (Foto: Franzfoto: Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Name:  Vorgarten in Russische_Kolonie_Alexandrowka,_Blockhaus_mit_Vorgarten.jpg
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    Vorgarten in der Russischen Kolonie Alexandrowka (Foto. Sybillesonne, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rodrigues2011
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    2. Kleine Vorgärten optisch vergrößern

    Grundstückspreise in guten Lagen sind heutzutage teuer – manchmal sogar teurer als der Neubau des Hauses selbst. Da bleibt oft nicht mehr viel Fläche vor dem Haus übrig. Entsprechend schmal sind die meisten Vorgärten. Aber sie lassen sich mit einigen Tricks optisch aufwerten und vergrößern.

    Manch ein moderner Vorgarten hat nicht einmal mehr als 3 m oder weniger an Tiefe und die Länge entspricht oft nur noch oder wenig mehr als der Gebäudelänge.

    Die räumliche Tiefe, also der Abstand zwischen der Grundstücksgrenze und dem Haus, erscheint größer, wenn man einige Grundprinzipien konsequent umsetzt:

    1. Angenommen der Vorgarten hat eine Länge parallel zur Straße oder zum öffentlichen Gehweg von 12 m und eine Breite zwischen öffentlichem Weg und Hauswand von etwa 3 m. Dann wird der Weg zum Haus nicht schnurstracks im rechten Winkel zum Hauseingang geführt, sondern in einem leichten Bogen oder in einer Diagonale über den Vorgarten angelegt. Dabei beginnt er linker Hand, etwa 1 m rechts vor der Grundstücksgrenze. Dadurch wird der Weg von 3 m auf mindestens 5,5 m (bei einer geraden Wegführung in einer Diagonale) bis auf etwa 7 m verlängert. Solch eine Wegführung lässt die räumliche Tiefe des Vorgartens optisch größer wirken, als sie tatsächlich ist. Rechts vom Weg ist dann auch sogar noch Platz für eine größere Rabatte.

    2. Dieser räumliche Effekt lässt sich noch etwas steigern, wenn der Vorgarten eine leichte Hangneigung vom Haus zum öffentlichen Gehweg hin aufweist. Statt den Weg zur Haustür langsam und stetig ansteigen zu lassen, baut man zwei oder drei Treppenstufen ein. Das steigert nicht nur die räumliche Tiefe, sondern erhöht auch die Sicherheit auf dem Weg zum Haus z. B. bei überfrierender Nässe oder bei Glatteisbildung im Winter.

    3. Nicht nur den Weg zum Haus kann man diagonal anlegen, sondern auch die Pflanzungen. Dadurch gewinnt der Vorgarten noch einmal an Tiefe. Erst recht bei der Wegführung in einem leichten Bogen statt einer Diagonale. Das Beet bekommt dann ja auch zwangsläufig halbrunde Form.

    4. Links vom Weg hintereinander gestaffelt auf gestellte Kübelpflanzen ziehen den Blick weiter in die Tiefe. Vor allem wenn man vorne mit relativ hohen Pflanzen beginnt und die Wuchshöhe der Gehölze oder Stauden von Pflanzkübel zu Pflanzkübel abnimmt.

    5. Nicht nur in der Horizontalen, auch in der Vertikalen lässt sich ein Vorgarten mit kleiner Fläche besser nutzen. Dazu werden Blumenampeln oder bepflanzte Körbe (neudeutsch „Hanging Baskets“ genannt) am Vordach des Hauseingangs aufgehängt. Oder man lässt ein oder zwei Kletterpflanzen an einem Spalier an Teilen der Hauswand emporranken.

    6. Bei der Wahl der Pflanzen setzt man vor allem auf niedrigere Polster und Teppich-bildende Stauden oder Gehölze.

    7. Eine Sitzbank rechts vom Hausgang lädt auch optisch zum Verweilen im Vorgarten ein. Ebenso wie eine interessanten Figurengruppe, eine Miniteich mit Fontäne oder ein anderer „Hingucker“, platziert in der größeren Beetfläche rechts von dem diagonal oder bogenförmig geführten Weg.

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