8 Arten gehören zu den Graslilien der Gattung Anthericum aus der Familie der Spargelgewächse. Von diesen kommen 6 Arten in verschiedenen Regionen Afrikas und 2 Arten in Mitteleuropa vor:

Die Ästige oder Rispige Graslilie Anthericum ramosum

Die Traubige oder Astlose Graslilie Anthericum liliago

Beide Arten kann man regelmäßig auch im Gartenfachhandel beziehen. Aus diesen beiden Arten ist auch eine natürliche Hybride entstanden Anthericum x confusum, die allerdings nur in Tschechien vorkommt.

Beide Arten grasähnlich schmale Blätter, die in einer grundständigen Rosette angeordnet sind. Graslilien sind mehrjährig, haben ein relativ kurzes Rhizom und leicht dickfleischige Wurzeln. Die schneeweißen Blüten bilden endständige Blütenstände.

Anthericum liliago – die Astlose Graslilie
Diese Graslilie ist von Südeuropa bis zur südlichen Türkei verbreitet. Man findet sie in den Bergregionen auf sonnenbeschienenen Wiesen und in lockeren Buschzonen. Mit Ausnahme des westlichen und nördlichen Niedersachsens kommt sie in ganz Deutschland verstreut vor. Sie besiedelt allerdings im Gegensatz zur Ästigen Graslilie nur kalkarme Böden. Sie wird zwischen 45 und 60cm hoch bei einer Breite von etwa 30 cm. Die Stängel sind unverzweigt. Die langen, schmalen Blätter haben eine graugrüne Farbe. Die kleinen weißen, trompetenförmigen Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni. Sie bilden traubenförmige Blütenstände.

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Die Astlose Graslilie Anthericum liliago in voller Blüte (Foto: H. Zell, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Anthericum ramosum – die Ästige oder Rispige Graslilie

Diese Graslilie bleibt etwas kleiner als die Astlose Graslilie, hat aber einen rispenartig verzweigten Blütenstand, worauf sich ihr Name bezieht. Die grasartig schmalen Blätter sind deutlich kürzer als der Stängel. Die Blütezeit reicht von uni bis September. Die Ästige Graslilie auf kalkhaltigen Böden in Steppenheiden, an Böschungen, auf Halbtrockenrasen und in lichten Wäldern vor, allerdings fehlt sie in Norddeutschland völlig, und im Süden kommt sie auch nur vereinzelt vor. In den Alpen findet man sie auf sonnigen Hängen und in windgeschützten Tälern noch in Höhenlagen von 1.700 m ü. NN.

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Anthericum ramosum (Foto: O. Pichard, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Graslilien brauchen einen nährstoffreichen, aber gut durchlässigen Boden an einem sonnigen Platz – zum Beispiel im Steingarten. Die Astlose Graslilie wächst allerdings eher auf kalkreichen Böden, die Ästige Graslilie dagegen auf kalkarmen bis kalkfreien Böden. Man kann sie im Frühjahr durch Teilen vegetativ vermehren oder im Herbst durch Aussaat der reifen Samen. Allerdings sorgen sie auch selbst für ihren Fortbestand durch Selbstaussaat. Bei Graslilien-Arten sind absolut winterhart.