Die mehr als hundert Meister- oder Meier-Arten aus der Gattung Asperula gehören zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Ca. 70 Arten sind in Europa verbreitet. Es gibt weitere Asperula-Arten in Nordafrika, Asien, Australien und Neuseeland. Der Waldmeister gheört übrigens nicht zu den Asperula-Arten und in den Steingarten passt er als Waldbewohner und schatten-liebende Art sowieso nicht. Unter den Asperula-Arten finden sich einjährige Pflanzen, mehrjährige Stauden und Halbsträucher. Für den Steingarten kommen vor allem die polsterbildenden Stauden der Gebirge infrage.

Asperula-Arten haben vierkantige Stängel, an denen die kleinen, mehr oder weniger nadelförmig schlanken Blätter in Quirlen angeordnet sind. Die im Folgenden vorgestellten Arten bilden kleine doldenförmige Blütenstände in Weiß, Rosa oder Rosarot.

Asperula arcadiensis
Diese Asperula-Arten stammt wie viele der rund 70 europäischen Arten aus der Bergwelt Griechenlands. Sie breitet sich zu lockeren, graugrünen Pflanzenpolster von etwa 10 cm Höhe aus. Die zierlichen, linealisch schmal sind abstehend behaart. An den Enden der liegenden bis aufstrebenden Triebe sitzen jeweils zwischen 4 und 10 hell-rosa Blüten. Auffallend sind bei dieser Asperula-Art vor allem die vergleichsweise langem Blütenröhren.

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Asperula arcadiensis (Foto: Sulwen, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Diese Asperula-Art verträgt keine sommerliche Hitze und muss dann vor der vollen Sonne etwas geschützt werden. Dazu setzt man die Staude im Steingarten in eine Ritze zwischen zwei größeren Steinen. Wichtig ist ein kalkhaltiges, etwas humus- und nährstoffhaltiges Pflanzsubstrat, welches aber auch gut durchlässig sein sollte. Im Winter muss Asperula arcadiensis gut vor Regen und Nässe geschützt werden, sie ist aber im Übrigen völlig winterhart. Sie wird am besten durch Teilung der Staude im Frühjahr vermehrt. Auch die generative Vermehrung durch Aussaat ist möglich, allerdings werden in Kultur kaum Samen ausgebildet.

Asperula hirta
Diese Meister-Art stammt aus den Pyrenäen. Sie bildet dichte Pflanzenpolster mit einer Wuchshöhe von maximal 15 cm. Sie kräftige, nadelförmige Blätter, die in Quirlen um die Stängel stehen. Zwischen Mai und Juni, manchmal auch darüber hinaus, sind die hell-rosaweißen Blüten zu sehen. Manchmal kommt es im Herbst zu einer zweiten Blüte. Neben der Naturform gibt es auch eine rein-weiß blühende Sorte ‘Alba‘.

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Asperula hirta (Foto: Ghislain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Asperula nitida
Dies ist die am häufigsten in unseren Steingärten gepflegte Asperula-Art. Sie bildet dichte, dunkelgrüne Pflanzenteppiche von nicht mehr als 3 bis 5 cm Höhe. Die nadelfeinen Laubblättchen sind an den kurzen Trieben in Quirlen angeordnet. Ihre hell-rosaroten Blüten öffnen sich im Juni/ Juli.

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Asperula nitida (Foto: Ghislain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Asperula nitida setzt man im Steingarten an einen sonnigen Platz mit einem steinigen, kalk- und humushaltigen, aber vor allem gut durchlässigem Boden. Im Winter muss man sie gut vor Regen und Bodennässe besonders bei Kahlfrösten schützen, denn im Winter muss die Pflanzen unbedingt trocken bleiben. Am besten mit einer Glasscheibe abdecken. Im Übrigen ist diese Asperula-Art aber auch bei uns völlig winterhart.

Asperula suberosa
Diese Meister-Art ist in den Gebirgen Griechenlands und Bulgariens heimisch. Immergrüne, horstbildende Staude wird nicht mehr als 10 cm hoch bei einer Breite von bis zu 20 cm. Das samtweiche Aussehen der leuchtend grau-grünen Laubblätter verdanken sie der Behaarung . Die lanzettförmigen Blätter sind an den kurzen Trieben quirlständig dicht an dicht angeordnet. Zwischen Mai und Juni öffnen sie dich röhrenförmigen, etwa 6 mm langen Blüten mit ihren weit gespreizten Saumlappen der Blütenblätter. Jeweils 2 bis 4 der zart rosa Blüten bilden einen doldenförmigen Blütenstand.

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Asperula suberosa (Foto: Ghislain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Asperula suberosa braucht einen sonnigen Platz im Steingarten mit einem nur mäßig nährstoffreichen, aber vor allem gut durchlässigen Boden. Auch diese Asperula-Art ist auch bei uns in Mitteleuropa vollständig winterhart, allerdings muss man sie vor Winternässe gut schützen. Sie lässt sowohl durch Aussaat der reifen Samen, am besten im Herbst im Kalten Kasten, als auch durch Teilen der Stauden im Herbst oder Frühjahr vermehren. Soweit ich weiß, wird diese Asperula-Art im Gartenfachhandel derzeit nicht angeboten, bei Interesse einfach mal nachfragen bei Steingartenfreunden, die solche Stauden aus eigener Züchtung im Austausch anbieten.