Die etwas mehr als 30 Arten der Kuhschellen, auch Küchenschellen genannt, gehören zur Gattung Pulsatilla in der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie kommen in vielen Regionen der nördlichen Hemisphäre vor, davon allein 11 Arten in China. Für den Hobbygarten kommen vor allem fünf Arten infrage: die Gewöhnliche Kuhschelle, die Frühlings-Kuhschelle, die Schwarze Kuhschelle, die Vorläufer-Kuhschelle und die Alpen-Kuhschelle.

Die Gewöhnliche Kuhschelle Pulsatilla vulgaris ist bei Hobbygärtnern beliebt, denn sie öffnet bereits zwischen März und Mai ihre großen, leuchtend violetten Blüten. Die Laubblätter sind gefiedert und hell-grün gefärbt. Die Blätter junger Pflanzen sind behaart, das schützt sie vor Austrocknung. Neben dieser Naturform gibt es eine Reihe von Zuchtsorten mit weißen (‘Alba‘) oder roten (‘Rubra‘) Blüten. Die Stammform kommt in weiten Teilen Europas vor allem in Kiefernwäldern und auf Trockenrasen vor. Dabei dringt sie bis in Höhenlagen von 1.000 m ü. NN vor. Sie wird etwas mehr als 40 cm hoch bei einer Breite von etwa 20 cm.

Kuhschellen brauchen allerdings viel Platz im Steingarten, da sie mit den Jahren einen großen Horst mit zahlreichen Blüten bildet. Die Kuhschelle benötigt einen sonnigen Platz mit einem kalkhaltigen, gut durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Am richtigen Platz ist die Gewöhnliche Kuhschelle ausgesprochen pflegeleicht. Die Kuhschelle lässt sich auch leicht durch Aussaat vermehren; sobald die Samen reif sind , müssen sie wieder in den Boden. Die Gewöhnliche Kuhschelle neigt aber auch zur Selbstaussaat. Zusätzlich kann man sie Winter mit Hilfe von Wurzelschnittlingen vegetativ vermehren.

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Violett blühende, wild wachsende Kuhschellen (Foto: Orchi, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Auch die Fruchtstände der Kuhschelle sind sehr dekorativ. Offensichtlich finden auch die Zimtwanzen an ihnen Gefallen (Foto: Orchi, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Frühlings-Kuhschelle Pulsatilla vernalis ist ebenfalls in weiten Teilen Europas verbreitet. Man findet sie vor allem auf Bergwiesen und in lichten Kiefernwäldern. Sie wird nur 10 cm hoch und ebenso breit. Die einfach gefiederten Laubblätter sind kahl oder nur leicht behaart. Diese ledrigen Blätter sind dunkelgrün gefärbt. Die Blütezeit fällt in die Monate März bis Juli. Die glockenförmigen, aufrecht stehenden Blüten sind auf der Innenseite schneeweiß, auf der Außenseite violett überhaucht. Sie sind seidig behaart und haben einen Blütendurchmesser von bis zu 6 cm.

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Pulsatilla vernalis auf der Seiser Alm in Italien (Foto: Tinelot Wittermans, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Die Kultur der Frühlings-Kuhschelle ist schwieriger als die der Gewöhnlichen Kuhschelle. Man setzt sie wenn möglich im Halbschatten unter eine lichte Kiefer mit einem Bodensubstrat aus saurer Lauberde, Sand und Kiefernadeln. Der Boden sollte außerdem feucht, aber trotzdem gut durchlässig sein. Winternässe verträgt diese Art allerdings nicht.

Die Schwarze Kuhschelle Pulsatilla nigricans ist ebenfalls eine europäische Art. Sie wächst an sonnigen, steinreichen Hängen und auf trockenen Böschungen. Ihre Blüten sind kleiner und bleiben fast geschlossen. Erst nach der Blüte enwtickeln sich auch die gefiederten Laubblätter.

Die Vorläufer-Kuhschelle Pulsatilla halleri kommt in Mitteleuropa vor, aber auch in Südosteuropa, dort reicht ihre Verbreitungsgrenze bis zur Krim. Sie besiedelt Bergwiesen.

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Pulsatilla halleri (Foto: Feloidea, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Diese auch Haller-Kuhschelle genannte Art wird etwa 20 cm hoch bei einer Breite von 15 cm. Die hell-grünen Laubblätter sind gefiedert. Die becher- bis glockenförmigen Blüten sind violett gefärbt. Die geöffneten Blüten haben einen Durchmesser von bis zu 8 cm. Die Staubgefäße fallen durch ihre gelbe Farbe auf.Die Blütezeit ist im April/ Mai. Die Vorläufer-Kuhschelle braucht einen sonnigen Platz mit einem nährstoffhaltigen und gut durchlässigen Boden. Sie lässt sich durch Aussaat und mit Hilfe von Wurzelschnittlingen vermehren.

Die Alpen-Kuhschelle Pulsatilla alpina
Diese Kuhschellen kommt mit insgesamt sieben Unterarten in den Bergregionen Europas vor. Für den Steingarten geeignet ist die Pulsatilla alpina subsp. alpina. Sie kommt in Mittel- und Südeuropa vor. Sie wird bis zu 30 cm hoch und 20 cm breit. Die gefiederten, leuchtend grünen Laubblätter sind behaart. Die Blütezeit der Alpen-Kuhschelle reicht von Mai bis Juli. Die Blüte sind in der Grundfarbe weiß, sind blau überlaufen und haben gold-gelbe Staubgefäße. Die Blüten sind becherförmig, bis zu 6 cm breit und fein behaart. Die silbrig-grauen Samenstände sind seidig behaart.

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Eine weiß blühende Alpen-Kuhschelle (Foto: böhringer friedrich, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic).

Die Alpen-Kuhschelle benötigt einen nährstoffhaltigen und gut dränierten Boden an einem sonnigen Platz. Sie kann durch Wurzelschnittlinge im Winter oder durch Aussaat der reifen Samen vermehrt werden.