Von den weltweit mehr als 400 Arten der Leimkräuter (Gattung Silene aus der Familie der Nelkengewächse) kommen nur wenige polsterbildende Arten für einen sonnigen Platz im Steingarten infrage:

Silene acaulis - das Stängellose Leimkraut, auch Teppich-Leimkraut, Rosen-Silene oder Kalk-Polsternelke genannt
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Silene acaulis am Riffelberg in der Nähe von Zermatt/ Schweiz (Foto: Roland Teuscher, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Das Stängellose Leimkraut ist im Norden in der Tundra und ist in den subalpinen und alpinen Höhenlagen der Alpen und der Karpaten heimisch. Es breitet sich in dichten Teppichen auf Schuttfeldern aus. Es hat sich dem dort herrschenden rauen Klima angepasst und duckt als Schutz vor Wind und Sturm dicht an den Untergrund. Es bildet dichte rasenartige Pflanzenteppiche von nur wenigen Zentimeter Höhe ( 2 bis 3 cm) aber bis zu einem halben Meter Breite. In den Bergregionen seiner Heimat sind seine Polster mit den leuchtend rosa Blüten übersät. Im Steingarten dagegen entwickelt es deutlich weniger Blüten. Es blüht von Juni bis August. Es braucht einen sonnigen Platz mit ein stein- und mineralreichen, humushaltigen, feuchten, aber trotzdem gut durchlässigen Erde. Außer im Steingarten kann man es auch gut im Alpingarten, in die Fugen zwischen Steinen oder auf eine Trockenmauer. Das Pflanzsubstrat darf aber nie austrocknen. Silene acaulis kann man am einfachsten durch Teilung der Staude vermehren, aber erst nach 2 bis 3 Jahren. Neben der Naturform gibt es mehrere Zuchtsorten und Varietäten. Silene acaulis ist eher etwas für erfahrene Hobbygärtner – im Gegensatz zur folgenden, weitaus anspruchsloseren Leimkraut-Art:

Silene uniflora ( früher als S. maritima bezeichnet) – Einblütiges Leimkraut, auch Strand-Leimkraut genannt
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Eine weiß blühende Silene uniflora in Island (Foto: Jutta 234, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Das Einblütige Leimkraut kommt in den Küstenregionen Westeuropas und Norwegens vor. Es bildet Pflanzenpolster mit grau-grünen Laubblättern und breitet sich mit seinen beblätterten, niederliegenden Stängel ringförmig aus. Blühend erreicht es eine Wuchshöhe von bis zu 20 cm. Die Form der weißen bis blass-rosa Blüten mit den aufgeblasenen Kelchblättern erinnert an unsere einheimische Weiße Lichtnelke und den ebenfalls weiß blühenden Taubenkropf. Da die Pflanze sich wie bereits erwähnt allmählich ringförmig ausbreitet, beginnen ältere Pflanzen in der Mitte der Polster allmählich zu verkahlen. Um dies zu vermeiden, muss man sie stark zurückschneiden. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Dieses Leimkraut stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenverhältnisse und wächst und blüht in jeder Gartenerde, sofern es einen möglichst sonnigen Platz im Steingarten bekommt. Man kann es durch Aussaat der reifen Samen oder vegetativ mit Hilfe von Stecklingen vermehren. Neben der Naturform bieten Staudengärtnereien auch eine Sorte ‘Plena‘ mit etwas größeren, weißen gefüllten Blüten an, die intensiv duften.

Silene schafta – die Kaukasische Herbstsilene
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Silene schafta, fotografiert im Botanischen Garten in Kopenhagen (Foto: Michael Wolf, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Kaukasische Herbst-Silene bildet etwas lockerere Pflanzenteppiche von bis zu 10 cm Höhe. Die mit grünen Laubblättern besetzten Triebe liegen dicht am Boden. Zwischen Juli und September erscheinen die purpurfarbenen Blüten. Der Blütendurchmesser beträgt rund 2 cm. Auch Silene schafta ist sehr pflegeleicht und nimmt mit jedem Boden vorlieb, egal ob der Standort in der Sonne oder im Halbschatten liegt.