Mit einer Gesamtfläche von ca. 13.500 qm zählt der Japanische Garten zu den größten seiner Art in Europa. Das Areal ist allerdings mit 200 m Länge bei einer Breite zwischen 30 und 80 m ziemlich schmal und wird über mehr als 2/3 der Länge von einem künstlich angelegten Gewässer dominiert wird. Dieses ist unter Ausnutzung der bereits vorhandenen Höhenunterschiede des Geländes – hier existierte nämlich bereist vor längerer Zeit ein Steinbruch - in einen größeren oberen Teich und einen unteren Teich gegliedert, die durch eine künstliche Quelle, einen Quellstein, und eine natürliche Quelle gespeist werden. Hinzu kommen ein kleinerer Wasserfall und ein größerer in Kaskaden gegliederter Wasserfall. An drei Engstellen können die Teiche mit Hilfe von Trittsteinen trockenen Fußes durchquert werden.

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Übersichtsplan des japanischen Gartens Kaiserslautern ("Referat Öffentlichkeitsarbeit" des Vereins Japanischer Garten e.V, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Bis 1870 wurde in dem Steinbruch Buntsandstein abgebaut. Ein Jahrzehnt später entstand an dieser Stelle ein Villenpark. Wiederum zehn Jahre später wurde das Gelände in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild umgewandelt. Im Zweiten Weltkrieg blieb auch diese Areal nicht von Bombardements verschont und große Teile der Gebäude und des Parks wurde dabei zerstört. 1980 kam das gesamte Gelände in den Besitz der Stadt Kaiserlautern, die es in Lautertalpark umbenannte. Das Areal lag jedoch auch weiterhin brach. Bis 1996 der Beschluss gefasst, hier einen Garten nach japanischem Vorbild anzulegen. Dazu wurde 1997 ein gemeinnütziger Verein Japanischer Garten Kaiserslautern ins Leben gerufen, um hier einen möglichst authentischen Japanischen Garten anzulegen und zu pflegen. Mit dem ersten Bauabschnitt wurde im gleichen Jahr begonnen und zunächst der größere obere Teich angelegt und seine Umgebung in Anlehnung an japanische Vorbilder gestaltet.

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Eine Japanische Zierkirsche in voller Blüte und im Hintergrund der obere Teich (Foto: Kurt Wichmann, Creatiev Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)
Es folgten bis 2007 vier weitere Bauabschnitte, in denen ein Bach mit vier Wasserfällen angelegt wurde, wobei der höchste Wasserfall immerhin eine Fallhöhe von 12 m hat, ein Moos- und Steingarten nach japanischen Vorbildern und schließlich ein echt japanisches Teehaus, welches ursprünglich in einem Park in Tokyo gestanden hatte.

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Im Bild ein Detail aus dem Oberen Teich: Trittsteine führen an einer Steinskulptur in Bootsform vorbei, die in den Hang eingefügt ist (Foto: Rolf Jäger, Public Domain).

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Quellstein und Steinlaterne am Oberen Teich (Foto: Frank11NR, Public Domain.

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Das Tee- und Gästehaus am Ende des Oberen Teichs (Foto: Pfalzfrank, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Dieses original japanische Gästehaus stand ursprünglich in einem Park in Tokio, wurde dort 1983 ab- und in Kaiserslautern schließlich wieder aufgebaut. Außerdem gibt es im Park ein Japanisches Restaurant.
Einige typische Elemente streng traditioneller Japanischer Gärten fehlen hier in Kaiserslautern: Die obligatorische Zickzackbrücke, das rote Torii oder die im Zen-Stil angelegten und streng ornamental geharktes Kiesflächen, wie sie beispielsweise für den Japanischen Garten in Bad Langensalza typisch sind (> https://forum.floristik24.de/threads...Th%C3%BCringen). Dafür kann der Japanische Garten in Karlsruhe mit viel Natur punkten: Der alte Baumbestand mit teils mehr als 100 Jahre alten Bäumen aus der Anfangszeit des Landschaftspark mit Tulpenbäumen, Scheinzypressen, Eiben, Blutbuchen und einem uralten Gingkobaum, ergänzt durch typisch japanische Gehölze wie Rhododendren und Azaleen, Kamelien, Fächerahorn, Zierkirschen und ein Bambuswäldchen. . Und auch die ausgedehnte und bis ins Detail natürliche wirkende Wasserlandschaft findet man in anderen Japanischen Gärten in dieser Weise kaum. Während andere Japanischen Gärten in Europa mit einer Fülle von Details aufwarten und häufig etwas gedrängt erscheinen, kann der Japanische Garten in Karlsruhe mit Weite und Entspannung punkten, hier gilt: Weniger ist mehr. Nichtsdestotrotz werden natürlich auch in diesem Japanischen Garten traditionelle Japanische Feste, Teezeremonien und Konzerte geboten. Im Teehaus sind sogar standesamtliche Trauungen möglich.