Fließendes Wasser wirkt nicht nur optisch belebend. Ein Bachlauf, der in einen Gartenteich fließt, wirkt belebend, indem der Bach zum Wasseraustausch, zur Belüftung, Sauerstoffanreicherung und Reinigung des Teichwasser beiträgt.

Soll der Bachlauf nicht deplatziert, künstlich oder gar kitschig wirken, dann sollten das umgebende Gelände, Bachlauf und Teich miteinander in Einklang stehen, d. h. im Garten aufeinander abgestimmt werden.

Vorbilder für einen natürlich wirkenden Bachlauf liefert die Natur. Dabei lassen sich 3 Grundtypen voneinander unterscheiden:

Ein Bergbach hat relativ steiles Gefälle, Bachboden und -ränder sind mit Grobkies und Steinen bedeckt, immer wieder bilden sich kleine Gumpen und Staus im Wechsel mit kleinen Wasserfällen. Ein solcher Bachlauf lässt sich in einen Steingarten mit entsprechender Hanglage einfügen, in flachem Gelände wirkt er völlig unnatürlich. Auch wenn Komplettangebote aus dem Gartenfachhandel mit gegossenen Bachlaufschalen und Überstürzen dem Käufer für seinen Garten ein solches Bergbachmodell geradezu aufzwingen wollen.

Für Gärten ohne Geländestufen oder Geländeneigung empfiehlt sich stattdessen der Typ Wiesenbach zur Nachahmung. Ein solches Bächlein strömt relativ langsam durch den Garten mit leichten Schlenkern (sogenannten Mäandern) mitten durch eine mit Stauden, Sommerblumen und einigen Büschen und Sträuchern bestandene Wiese.

Ist der gesamte Garten dagegen streng formal angelegt mit rechteckigen Beeten und Wasserbassin, dann passt dazu auch nur ein streng linear angelegter Kanal als Bachlauf.

Nur wenige Gärtner werden das Glück haben, dass ein natürlicher Bach durch ihren Garten fließt, in dessen Verlauf sich auch ein Gartenteich einfügen lässt. Wenn nicht, muss man einen Bachlauf künstlich anlegen. Und damit dieser Bachlauf nicht trocken fällt, muss das Wasser immer wieder zurück an den Beginn des Bachlaufs gepumpt werden. Ein künstlicher Bachlauf hat also einen Anfang – in der Regel ist dies ein Quellstein – und ein Ende, in der Regel bietet sich dazu ein Gartenteich an oder zumindest ein kleines Auffangbecken, aus dem das Wasser mit Hilfe einer Teichpumpe und einer unterirdisch verlegten Leitung an den Anfang, den Quellstein, zurückgepumpt wird.

Thema meines Beitrages hier ist allerdings nicht die Anlage und Ausgestaltung des Bachlaufs und seiner Ufer, sondern sein Anfang und Ende.

Meist markiert ein Quellstein den Beginn des Bachlaufs. Solch ein Quellstein kann entweder ein natürlicher Findling oder ein künstlicher, speziell präparierter Stein sein, aus dessen oberer Öffnung das Wasser hervorsprudelt, während die Wasserzufuhr, d. h. die untere Öffnung zum Anschluss der Wasserleitung eher im Verborgenen liegt.

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Hier ein besonders gelungenes Beispiel für einen völlig natürlich wirkenden Quellstein, der in Wirklichkeit aber künstlich aus Beton, Bruchsteinen, Farbe und Epoxydharz hergestellt wurde (Foto: Amazing-Artworks, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International). Das passt aber wirklich nur zum Typ Bergbach und erfordert bei dieser Breite und Gefälle auch eine entsprechend leistungsfähige Pumpe.

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Ein Quellstein kann aber auch ohne Bachlauf seine Berechtigung haben: Hier zum Beispiel liegt der Quellstein, aus dem permanent Wasser sickert, direkt im Teich – auch eine originelle Lösung (Foto: Burkhard Mücke, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International). Solche ein Lösung bietet sich vor allem bei kleineren Gärten und kleinen Teichen an und die Pumpenleistung kann entsprechend gering und preisgünstig im Betrieb sein. Ein solcher Quellstein, aus dem Wasser eher herausrinnt passt besser zu einer kleinen Wasserfläche als eine hoch aufschießende Wasserfontäne.

Auch ein Brunnen kann als Beginn eines Bachlaufs dienen. Besonders elegant wirkt das vom Teich hochpumpte Wasser durch einen Wasserspeier in den Brunnen stürzt und von dort in den Bachlauf überläuft. Dazu wird das Teichwasser zunächst in ein Rückhaltebecken gepumpt, welches hinter einer Mauer verborgen ist und in diese Ist ein Wasserspeier eingefügt, z. B. in Form eines Löwenkopfes. Zwei besonders schöne Beispiel für solche Wasserspeier zeigen die nächsten beiden Fotos. Bei dem Brunnen auf der Insel Kreta mit den wasserspeienden Löwen handelt es sich allerdings um eine natürliche Quellschüttung und bei dem zweiten Beispiel in Lissmore/ Irland um Teil eines natürlichen Bachlaufs.

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Der berühmte, langgestreckte Brunnen mit den wasserspeienden Löwen in Spili/ Kreta (Foto: Pavel Spindler, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Alter Wasserspeier an einem Bachlauf in einem Garten in Lissmore/ Irland (Foto: RPSchroeder, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International). Auch hier wird das Wasser nicht aus dem Teich oder einem Wasserbecken mit Hilfe einer Pumpe und einer Schlauchleitung zum Wasserspeier zurückgeführt, sondern ist Teil eines kleinen, aber schnell fließenden, natürlichen Baches, dessen Wasser hinter der Mauer in einem Becken bis auf Höhe des Wasser speiendem Löwenkopfs angestaut wird, dann in scharfem Strahl in einen kleines Auffangbecken fällt und von dort in den begradigten Bachlauf mit seinem natürlichen Gefälle durch die gesamte Länge des 300.000qm großen Gartengeländes geführt wird. Eine sehr elegante, dauerhafte und wartungsfreie Lösung.

Auch das andere Ende des Bachlaufs sollte sowohl zum Charakter des Bachlaufs als auch zum Teich passen. Ein besonders ansprechend gestaltetes Beispiel zeigt das folgende Bild:

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Foto: California Waterscapes, Creative Commons License Attr.-Share Alike 3.0 Unported (aus https://www.floristik24.de/gartenlex...h-bepflanzung/). Diese breit angelegte Cascaden als Bacheinlauf erfordern aber ein größeres Wasservolumen und eine entsprechend starke Förderleistung der Teichpumpe.