Die kleinen, meist in leuchtendem Rosa blühenden Grasnelken der Gattung Armeria sind bei Steingartenfreunden mit Recht beliebt. Allerdings hält die Freude oft nicht lange an, denn jede Art hat ihre ganz eigenen Ansprüche an Sonnenscheindauer, Bodenfeuchtigkeit und -durchlässigkeit, Kalkgehalt und pH-Wert. Ich habe da auch schon einiges Lehrgeld gezahlt. Ich habe es aber nie völlig aufgegeben, und inzwischen haben einige ausgedehnte Pflanzenpolster von Grasnelken ihren Stammplatz in meinem Garten gefunden und auch erfolgreich gegen andere Gartenpflanzen behauptet. Wenn man die Standort- und Milieubedingungen an den für Grasnelken vorgesehenen Stellen kennt (sie nehmen ja nicht viel Platz in Anspruch), dann dafür eine geeignete Armeria-Art und Sorte auswählen und dann wird man kaum noch Probleme bei der Pflege und seine jahrelange Freude an den doch recht genügsamen Pflanzen haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einige Arten und -Sorten und ihre jeweiligen Kulturansprüche vorstellen.

Allen Armeria-Arten und -Sorten gemeinsam sind:
- ein kräftiger Wurzelstock
- ein Büschel schmal-linearer Laubblätter, welches dem Wurzelstock entspringt
- Blüten in kugelförmigen Blütenständen an der Spitze unverzweigter Stiele
- die fünf Blütenblätter der Blütenkrone sind an der Basis verwachsen

Armeria maritima – die Strandgrasnelke oder einfach Strandnelke
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Armeria maritima Cultivar (Foto: Ghsilain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Dies ist die am meisten und am leichtesten zu pflegende Grasnelke. Ihr natürlicher Verbreitungsgebiet in Nordamerika und Nordwesteuropa. Dort siedelt sie sich sogar direkt an sandreichen Meeresküsten an und erobert als Pioinierpflanze selbst Felsen- und Sandstrände. Die Strand-Gasnelke wird etwa 20 cm hoch. Blütezeit sind die Monate Mai/ Juni, manchmal gibt es im Herbst noch eine zweite Blüte. Im Steingarten braucht sie einen sonnigen und trockenen Platz mit einem mageren, gut durchlässigen Boden mit einem hohen Anteil an Sand und Kies. Wie alle Armeria-Arten verträgt sie keinen kalkhaltigen Boden, der stattdessen leicht sauer sein sollte, also bei einem pH-Wert <7. Man setzt im Steingarten am besten in eine Fuge zwischen größeren Steinen oder als Polsterpflanze zur Einfassung der Beete und Randbepflanzung der durch den Steingarten führenden Pfade. Die Naturform kann durch Aussaat der Samen oder vegetativ durch Teilung nach dem Abblühen und durch Schneiden von Basal-Stecklingen vermehrt werden. Die Zuchtsorten können nur vegetativ vermehrt werden.

Meist werden in den Gärtnereien die Kultivare angeboten, die sich vor allem in der Farbe der Blüten unterscheiden, z. B.
‘Alba‘ - diese kompakte Sorten wird etwa 15 cm hoch und hat weiße Blüten
‘Düsseldorfer Stolz‘ - ist eine der robustesten Sorten, die Wuchshöhe liegt zwischen 15 und 20 cm, die Blüten sind leuchtend rosa
‘Frühlingszauber‘ - wird nur etwa 10 cm hoch und hat karminrosa Blüten
‘Laucheana‘ - blüht karminrot
‘Rosea‘ - karminrosa Blüten
‘Vindictive‘ - wird etwa 20 cm hoch mit bis zu 30 cm breitem Pflanzenpolster, die Blüten sind dunkel rosarot gefärbt.

Armeria caespitosa – die Zwerg-Grasnelke
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Im Bild die Zwerg-Grasnelke Armeria caespitosa (Foto: KENPEI, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)
Die Zwerg-Grasnelke wird in den älteren Gartenbüchern oft noch unter ihrem inzwischen ungültigen Namen Armeria juniperifolia aufgeführt. Ihre Heimat sind die Gebirge der Iberischen Halbinsel, wo sie noch in Höhenlagen von bis zu 3.000 m ü. NN vorkommt. Sie bildet dichte Polster aus Bodenrosetten. Einschließlich der Blütenstände erreicht die Zwerg-Grasnelke nur eine Gesamthöhe von 5 bis 6 cm erreicht. Leider fallen die Pflanzenpolster mit zunehmendem Alter etwas auseinander, die Pflanze verliert von der Mitte nach und nach ihre Blätter und im Zentrum bildet sich oft eine kahle Stelle. Die Zwerg-Grasnelke blüht bereits im April/ Mai. Ihre dicht an dicht stehenden rosa Blütenstände bedecken oft das ganze darunter liegende Laub. Im Gegensatz zur Strand-Grasnelke ist die Zwerg-Grasnelke keine leicht zu pflegende Pflanze. Als Gebirgspflanze verträgt sie keine sommerliche Mittagshitze, sowie keine regenreichen Niederschläge im Winter. Deshalb pflegt man sie am besten ganzjährig im Alpinhaus.

Armeria pseudarmeria – die Spanische Grasnelke
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Armeria pseudarmeria, hier in der beliebten Sorte ‚‘Ballerina Red‘ (Foto: Kenraiz, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International)

Der deutsche Name Spanische Grasnelke ist etwas irreführend: Diese Grasnelke kommt nämlich hauptsächlich an den Küsten Westportugals vor. Sie wird stolze 50 cm hoch und bildet einen Horst von etwa 30 cm. Die schmal-lanzettförmigen Laubblätter bilden wie bei allem Armeria-Arten eine grundständige Rosette. Die Blätter sind deutlich breiter als bei anderen Grasnelken-Arten, darauf bezieht ihr früherer Artname latifolia = breitblättrig. Die Blütezeit reicht von Juni bis August, je nach den örtlichen Standortbedingungen. Die weißen bis hell-rosa Blüten bilden dichte, kopfig-doldenförmige Blütenstände von etwa 4 cm Durchmesser. Im Steingarten braucht die Spanische Grasnelke möglichst einen freistehenden Platz in der vollen Sonne mit einem mäßig nährstoffreichen, aber gut wasserdurchlässigen und sandigen Boden. Armeria pseudarmeria kann man durch Aussaat der Samen in Anzuchttöpfen im Frühjahr oder Hebst und durch Teilung des Horstes zu Frühjahrsbeginn vermehren. Die Spanische Grasnelke ist auch in unseren mitteleuropäischen Gärten winterhart.

Armeria alpina – die Alpen-Grasnelke
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Armeria alpina (Foto: Anna reg, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Austria)

Die Verbreitung der Alpen-Grasnelke ist nicht etwa auf den Alpenraum beschränkt; ihr Verbreitungsgebiet ist wesentlich größer: Sie kommt von den zentralen Pyrenäen über die Südalpen bis zum Balkan und den westlichen Karpaten vor.. Als Gebirgspflanze wächst sie in Höhenlagen zwischen 1.500 und 3.000 m ü. NN vor allem in offenen Lagen auf steinigen Böden, Bergrasen, auf Schuttflächen und in Felsspalten. . Sie wird je nach Standortbedingungen zwischen 5 und 30 cm hoch. Die Blüten sind meist rosa bis purpurn, seltener weiß gefärbt. Sie bilden einen dichten, flach kugelförmig-kopfigen Blütenstand. Die Blütezeit fällt – in Abhängigkeit von Höhenlage und Standortbedingungen – in die Monate Juni bis September. Der aus den Blüten hervorgehende Fruchtstand bleibt den Winter über stehen. Früher nutzte man die Alpen-Grasnelke auch als Heilpflanze unter dem Namen Schwundkraut, denn sie wurde als Mittel gegen die Lungenschwindsucht eingesetzt. - Die Alpen-Grasnelke eignet sich für einen sonnigen Platz im Steingarten oder man pflegt sie im Alpinhaus in Gesellschaft mit weiteren Hochgebirgspflanzen. Das Pflanzsubstrat sollte kiesig-steinig, trocken und gut durchlässig sein. Im Gartenfachhandel bekommt die Alpen-Grasnelke als Saatgut. Die Samen keimen relativ rasch. Als Lichtkeimer werden sie nicht mit Anzuchterde bedeckt, sondern nur angedrückt. Während der Keimzeit wird die Temperatur auf Werte um 20 oC und das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten. Sobald die Saat aufgegangen ist, können die Keimlinge kühler gestellt werden.

Armeria welwitschii
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Im Bild eine Staude der rosa-blühenden Armeria welwitschii hier in Nachbarschaft einer gelb-blühenden Walzenwolfsmilch (Foto: Peganum, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic).

Für diese aus Spanien stammende Grasnelke gibt es leider keinen deutschen Namen. Sie wird einschließlich der Blütenstände zwischen 20 und 35 cm hoch. Die Laubblätter sind etwa 5 mm breit und bis zu 10 cm lang. Die blassrosa bis rosaroten Blüten bilden etwa 2 cm breite Blütenstände. Die Blüten halten sich den ganzen Sommer hindurch und manchmal sogar bis zum Winteranfang. Im Gartenfachhandel wird Armeria welwitschii als kleine Staude angeboten. Im Steingarten bekommt sie einen möglichst sonnigen Platz auf einem trockenen, sandreichen oder sandig-kiesigen Boden. Diese Grasnelkenart ist bis minus 12 oC winterhart und frostresistent.