Die Larven der Sägewespen sehen den Afterraupen der Schmetterlinge. Sägewespen gehören aber zu den Hautflügler. Von Schmetterlingsraupen unterschieden sie die Larven der Säge- und anderer Blattwespen u. a. durch die Anzahl der Beinpaare: Neben den drei Beipaaren haben wenigstens 7 Afterfüße oder mehr, Schmetterlingsraupen dagegen nie mehr als Bauchfüße am Hinterleib.

Die Larven der meisten Sägewespen ernähren sich fast ausschließlich von Laubblättern und können damit auch im Garten große Schäden bis zum vollständigen Kahlfraß anrichten. Dabei haben sich die einzelnen Arten auf bestimmte Pflanzengruppen spezialisiert, wobei auch ganz unterschiedliche Schadbilder entstehen können:

Gallen und Missbildungen der Blätter verursacht u.a.:

Rosen-Blattrollwespe
Die Rosen-Blattrollwespe Blennocampa phyllocolpa (englisch Rose leaf-rolling sawfly) injiziert bei der Eiablage ein Sekret in die Laubblätter von Rosen, die sich dadurch zu beiden Seiden der Mittelrippe der Blätter in Längsrichtung zusammenrollen. Diese Blattröhren hängen nach unten. Während der Entwicklung der hellgrünen, bis zu 1 cm langen Larven werden die Blätter von innen heraus allmählich zerfressen. Gibt es nur vereinzelt solche Schäden an einem Rosenstock, kann man diese Blattröhren vorsichtig abzupfen (so dass die Larven dabei nicht herausfallen) und vernichten. Bei größerem Befall muss unter Umständen mit einem zugelassenen Insektizid gespritzt werden.

Minierfraß an den Blättern durch:

Akelei-Blattwespe
Die Akelei-Blattwespe Pristiphora aquilegiae legt ihre kleinen Eipakete an der Unterseite von Akelei-Blättern ab. Die hellgrünen, bis zu 2 cm großen Larven fressen die Blätter von den Rändern her an und fressen dann die Blätter bis auf die Stiele ab. Zwischen Frühjahr und Frühsommer können sich mehrere Generationen diese Blattwespe entwickeln. Die adulten, etwa 6mm großen Tiere sind schwarz mit durchsichtigen Flügeln und rotbraunen Beinen. Rechtzeitig im Frühjahr die Akeleipflanzen inspizieren und die Larven einsammeln. Ist der Befall stärker, dann die Pflanzen einfach mit einem starken Wasserstrahl abspritzen. Nur so lässt sich die Entwicklung weiterer Generationen unterbinden.

Kirschblattwespe
Die Kirschblattwespe Caliroa cerasi kann in jedem Sommer 2 bis 3 Generationen erzeugen. Die hell-gelben, mit einem schwarzen Schleim bedeckten Larven, die fast wie kleine schwarze Nacktschnecken aussehen, fressen an den Blätter von Kirschen- und Birnbäumen, gelegentlich werden auch Pflaumenbäume, Weißdorn und Zierquitten-Sträucher angegriffen.

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Die bis zu 1 cm langen Larven haben einen charakteristischen Körperbau: Sie haben einen verdickten Kopf und werden zum Hinterleibsende hin immer schmaler (Foto: Bj.schoenmakers. Public Domain). Sie fressen die befallenen Blätter so an, dass sich auf der Blattoberseite ein Fensterfraß bildet. Die geschädigten Blätter vertrocknen und werden braun. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen die Schädlingen mit pyrethrinhaltigen Insektizid bekämpft werden.

Salomonssiegel-Blattwespe
Die Larven dieser Blattwespe (Phymatocera aterrima) fressen an den Blättern des Salomonsiegels, bis die Pflanzen völlig kahl gefressen sind. Die raupenähnlichen Larven sind grauweiß gefärbt bis auf die schwarze Kopfkapsel und werden bis zu 2 cm lang. Sei treten an den Pflanzen in den Sommermonaten auf. Die Weibchen der Salomonssiegel-Blattwespe legen ihre Eier in Reihen an den Trieben der Pflanzen zur Blütezeit ab; dadurch bilden sich bis zu 2,5cm lange, rötliche Narben an den Pflanzen. Auch wenn durch den Larvenfraß viele Blätter verlieren, stirbt die Pflanze nicht ab und blüht im darauffolgenden Jahr wieder ganz normal. Vereinzelte Larven kann man von Hand ablesen.

Schwarze Rosenblattwespe
Die Schwarze Rosenblattwespe Endelomyia aethiops bringt im Sommer zwei Generationen hervor, wobei die 2. Generation im Hochsommer den größten Schaden verursacht. Die Larven sind gelblich-grün gefärbt mit einem hell-braunen Kopf, werden bis zu 15 mm lang und sehen kleinen Nacktschnecken ähnlich. Sie verursachen einen Fensterfraß auf den Blattunterseiten, sodass sich das gesamte Blatt schließlich hell-braun verfärbt und vertrocknet. Die Larven kann man zur Bekämpfung mit Steinmehl bestreuen.

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Im Bild die adulte Schwarze Rosenblattwespe (Foto: janet graham, Creative Commons Attr. 2.0 Generic).

Stachelbeer-Blattwespen
Es sind gleich 3 Blattwespen, deren Larven die Stachelbeeresträucher schädigen können: die Gelbe Stachelbeer-Blattwespe Nematus ribesii, die Schwarze Stachelbeer-Blattwespe Pristiphora pallipes und die Kleine Stachelbeer-Blattwespe Nematus leucotrochus

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Die Larven der Gelben Stachelbeerwespe haben schwarze Punkte (Foto: Bragi H, Public Domain).

Die bis zu 2 cm großen Larven können einen ganzen Stachelbeerstrauch kahl fressen. Da es mehrere Generationen gibt, kann der befall schon im Frühjahr einsetzen und bis zum herbst andauern. Außer Stachelbeeren werden auch Rote und Weiße Johannisbeeren befallen. Da sich die Larven auf den Blattunterseiten aufhalten, fallen sie zunächst nicht auf und können sich unbemerkt entwickeln. Meist werden sie erst entdeckt, wenn der Schaden irreparabel ist und der Strauch bereits kahl gefressen ist.

Storchschnabel-Blattwespe
Die Larven der Storchschnabel-Blattwespe Protoempyhtus carpini befallen vor allem Geranium-Arten und -Hybriden. Die bis zu 12 mm langen Larven sind grau-grün gefärbt. Sie sitzen an den Blattunterseiten und lassen sich einfach fallen, wenn sie gestört werden. Sie fressen kleine Löcher in die Blätter. Wenn der Befall nicht sehr groß ist und nur wenige Blätter auf diese Weise durchlöchert werden, schadet das den Pflanzen kaum, sodass eine Bekämpfung der Larven in der Regel nicht notwendig wird.

Waldgeißbart-Blattwespe
Die raupenähnlichen Larven der Waldgeißbart-Blattwespe Nematus spiraeae sind blass-grün gefärbt und werden bis zu 2 cm lang. Sie fressen die Laubblätter des Waldgeißbarts von der Mitte oder vom Rand her an. Im Laufe der Vegetationsperiode können sich mehrere Generationen dieser Blattwespe entwickeln, was dann bis zum Kahlfraß der Pflanzen führen kann. Die adulten Blattwespen sind schwarz schwarz und gelb gefärbt, haben gelbe Beine und durchsichtige Flügel. Auch wenn es der Artname spiraeae nahelegen würde, Spiersträucher der Gattung Spiraea bleiben von den Larven verschont. Maßnahmen: Die Larven von Hand absammeln oder mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen.

Missbildungen an den Blättern durch:
Weiden- Blattgallwespe
Es gibt mehrere Arten der Gattung Pontania. Die weiblichen Gallwespen legen ihre Eier ins Blattgewebe ab und injizieren dabei gleichzeitig Substanzen, die dazu führen, dass das Pflanzengewebe um das Ei herum eine Kapsel, eine sogenannte Galle, bildet. Diese bohnenförmigen, ovalen Gallen sind rot oder gelbgrün gefärbt. Die Larven fressen diese Gallen von innen her aus. Dabei werden die Weidengehölze nicht weiter geschädigt, sodass eine Bekämpfung nicht nötig ist.

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Gallbildung einer Blattwespe (Eupontania pedunculi) unter einem Weidenblatt (Foto: AfroBrazilian, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Befall von Früchten:
Apfelsägewespe
Das Weibchen der Sägewespe Hoplocampa testudinea legt ihre Eier im Frühjahr in die Blütenkelche der Apfelbäume ab. Die Blüten entwickeln sich zunächst bis zu kleinen, unreifen Früchten weiter. Die Larven der Apfelsägewespe bohren sich ins Fruchtfleisch und legen ihre Fraßgänge zunächst dicht unter der Schale der Früchte an, bis sie schließlich auch bis zum Kerngehäuse vordringen. Die Larven verlassen die geschädigten Früchte, lassen sich zum Boden fallen, wo sie sich in der Erde in einen Kokon einspinnen und verpuppen. Es kann sich jedoch vorkommen, dass die Larven noch im angefressenen Apfel absterben und sich die Frucht normal weiter entwickeln kann. Solche Äpfel sind jedoch meist durch dicht unter der Schale liegenden Fraßgänge deutlich verformt. Kann die Larve sich jedoch voll entwickeln, dann hinterlässt auf dem Apfel ein mit Kot gefälltes Loch. Die befallenen Früchte sollte man einsammeln und vernichten, bevor die Larven sich zur Verpuppung im Boden verkriechen können.

Pflaumensägewespe
Die Weibchen der Gelben Pflaumensägewespe Hoplocampa flava legen ihre Eier in die Blüten ab. Die Larven entwickeln sich in den noch grünen, unreifen Früchten. Die cremeweißen Larven haben einen braunen Kopf und werden bis zu 1 cm lang. Befallene Früchte sind an dem Madenloch, aus dem der Kot der Larven hervorquillt, gut zu erkennen. Die geschädigten Pflaumen fallen bereits zum Frühjahrsende oder zu Sommerbeginn ab. Befallene Früchte sollte man noch am Baum absammeln, bevor sie abfallen und sich die ausschlüpfenden Larven der Sägewespe im Boden zum Überwintern verkriechen können.