Viele der Pflanzenarten aus der Gattung Raoulia bilden flache Pflanzenteppiche, -rasen oder -polster und sind einfach ideal im Steingarten, auf Trockenmauern, Felsenbrocken, Steinstufen oder was auch immer lückenlos zu überziehen und zu kaschieren.

Es gibt etwa 25 Raoulia-Arten, von denen die meisten in den Bergen und Alpen Neuseelands vorkommen: Diese passen sich sehr gut auch an unsere mitteleuropäische Klimabedingungen an und können ganzjährig im Freiland bleiben. Daneben gibt es einige Arten, die aus tropischen und subtropischen Gefilden Australiens oder Neuguineas und weniger gut für unsere Gärten geeignet sind.

Die Raoulia-Arten sind teils mehrjährige, unverholzte Stauden, teils Halbsträucher. Für unsere Gärten kommen vor allem vier Raoulia-Arten infrage, die mit Hilfe ihrer kriechenden und am Boden oder in Steinrillen und anderen Vertiefungen wurzelnden Sprossachse dichte und ausgedehnte Kissen und Pflanzenteppiche bilden. Sie haben kleine Laubblätter, die in kleinen Blattrosetten nach oben drängen. An kurzen Schäften stehen einzelne, körbchenförmige Blütenstände (Raoulia-Arten gehören zur Familie der Korbblütler).

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Raoulia glabra schiebt ihre Pflanzenteppiche auch über kahle Felsen und Steine (Foto: Ghislain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Diese Raoulia glabra ist die widerstandsfähigste und bei uns in Deutschland meist gekaufte Art. Sie bildet flache, hellgrüne Pflanzenteppiche. Zwischen Juli und August erscheinen dann die winzigen Blütenkörbchen mit den weißen, sternförmigen Blüten. Auch wenn sie die robusteste und unempfindlichste Art der Silberkissen ist, sicherheitshalber sollte sie im Winter eine leichte Abdeckung als Schutz bekommen.

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Raoulia subsericea (Foto: Kenraiz, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International) bildet längere, niederliegende Trieb. Die Laubblätter sind länglich schmal mit scharfen Spitzen. Auch diese Art bildet kleine, weiße Blütenkörbe. Raoulia subsericea bildet besonders große Pflanzenteppiche. Sie gehört zu den widerstandsfähigen und winterharten Arten.

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Raoulia australis (Foto: Ghislain118, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported) – früher hieß sie Raoulia lutescens und unter diesem Namen findet man sie auch in den meisten Gartenbüchern – bildet langsam kriechende Triebe, aber umso dichter werden die Pflanzenpolster. Die Blütenkörbe haben einen Durchmesser von nur 5 mm. Ihre Blüten sind hell-gelb gefärbt. Die Blütezeit fällt in die Monate Juli/ August. Diese Art wird im Deutschen auch Silbergrauer Schafsteppich genannt.

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Raoulia hookeri (Foto: Stan Shebs, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported) bildet tatsächlich ein Silberkissen als Pflanzenteppich, denn an den kriechenden Sprossen sitzen silbrig behaarte, eiförmige Laubblätter, mit eingerollten Blattspitzen. Aus dem Pflanzenpolster ragen die aufsteigenden Stängel mit den kleinen Blütenkörbchen empor. Sie haben außen weiße Zungenblüten und in der Körbchenmitte gelbe Scheibenblüten. Allerdings ist diese Art bei uns nicht winterhart und braucht deshalb einen eine Schutzdecke, die sie wirksam vor Frost schützt. - Die Varietät Raoulia hookeri var. albo-sericea bildet besonders dicht und seidig behaarte, silber-graue Blätter, die dachziegelartig an den Stängeln sitzen. Die Pflanzen werden nur 1 cm hoch, bilden aber Polster von 20 cm und mehr Breite. Die Blüten sind blassgrün bis hell-gelb. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni/ Juli.

In ihren Ursprungsländern siedeln sich die Silberkissen der Gattung Raoulia auf Schotter, Geröllfeldern und Granitgestein auf einer mageren, dünnen Bodenschicht an – und zwar immer an besonders sonnen-exponierten Plätzen.

Auch im Garten geben wir diesen Polster- und Teppichpflanzen einen mageren, leicht sauren aber humushaltigen, etwas feuchten Boden (Raoulia-Arten vertragen keinen kalkhaltige Untergrund) zwischen Schotter, Steinen oder Kies, über die sie sich nach und nach ausbreiten können. Der Standort sollte sonnig und warm sein. Raoulia-Arten brauchen außerdem einen Nässeschutz. Besonders empfindlich sind sie im Winter gegen Nässe und Kahlfröste.

Raoulia-Arten kann man auf dreierlei Methoden vermehren: Aussaat ihrer reifen Samen, durch Teilung der Polster oder durch Stecklinge, die man während der gesamten Vegetationsperiode schneiden kann. Stecklinge, Sprosse oder Zweigenden bilden bei Bodenkontakt rasch Wurzeln.