Der Maler Emil Nolde und seine Gattin Ada Nolde erwarben 1927 das Grundstück Seebüll nahe der Dänischen Grenze und unweit des Hindenburgdammes zur Insel Sylt, um sich dort niederzulassen und einen Garten nach ihren Vorstellungen anzulegen. Zunächst war es aber nur eine leere Warft und ringsum nicht als Wiesen. Da der schlickreiche Boden sich kaum für die Anlage eines Staudengartens eignen würde, mussten die Bodenverhältnisse zunächst mit Unmengen an Torf und Sand verbessert und durchlässiger gemacht werden. Ein Staketenzaun aus Reet musste den Garten vor dem stürmischen Westwinden von See schützen. Nach und nach wurden Wege und Rabatten und Staudenbeete angelegt. Wobei man auf eine rechtwinklige Anlage bewusst verzichtete und stattdessen die Wege in beiden Gartenhälften in der Form der beiden Vornamen der Noldes, A und E anlegte, wobei beide Teile durch ein kleines Wasserbassin mit Fontäne, welches auch als Vogeltränke diente, verbunden wurden.

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Emil Noldes‘ Garten und die Villa in Seebüll (Foto: Jens Cederskjold , Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Nach und nach wurden die Rabatten mit Blütenstauden und Sommerblumen, Ziersträuchern bepflanzt und auch ein Teil für eigenes Gemüse und Obst reserviert. Während der Hauptvegetationszeit erstrahlen die Rabatte in immer neuen leuchtenden Farben der Pfingstrosen, Schwertlilien, Rittersporne, Lupinen und unzähligen anderen Blütenpflanzen. Hier holte sich Emil Nolde mit seiner Staffelei im Garten die Inspiration für seine Aquarelle von intensiver Leuchtkraft. Ölbilder entstanden dagegen in seinem Atelier in der Villa auf der ehemaligen Warft.

Im reetgedeckten Gartenhäuschen - „Seebüllchen“ genannt, tranken die beiden ihr Nachmittagstee und Ada Nolde tippt hier die Autobiographie des Malers in die Schreibmaschine. Das handschriftliche Manuskript hatte Emil Nolde während eines Sommeraufenthaltes auf Sylt niedergeschrieben.

Heute ist die Villa und das Gartengelände in der Obhut der Nolde Stiftung Seebüll. Für Besucher ist der Garten von Anfang März bis Ende November täglich geöffnet zwischen 10.00 und 18.00 Uhr. Die Webseite der Stiftung informiert u. a. in einem Art Gartenkalender, welche Pflanzen in welchem Monat blühen.

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Ein Staudenbeet in Emil Noldes‘Garten, im Hintergrund das Gartenhäuschen (Foto: Jens Cederskjold , Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Gartenteich und Blumenrabatten in Emil Noldes‘ Garten (Foto: Dirk Ingo Franke, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Im Hintergrund ist links das reetgedeckte Gartenhaus “Seebüllchen“ zu sehen.

Neben den Blütenpflanzen – mehr als 500 Stauden sind zu sehen, die teilweise noch vom Ehepaar Nolde selbst angepflanzt wurden – gibt es zahlreiche einheimische Gehölze, aber auch Obstbäume u. a. einige seltene, alte Apfelsorten zu sehen, darunter auch eine Sorte ‘Renette von Seebüll‘.

Im Botanikum kümmern sich die Gärtner der Stiftung um die Pflege und Nachzucht der Pflanzen. Besucher können hier sogar diverse Kräuter und Blütenstauden für den eigenen Garten erwerben. Der Leiter des Botanikums erläuterte interessierten Besuchern das Programm der Stiftung, mit dem der Garten von Ada und Emil Nolde so authentisch und ursprünglich wie möglich erhalten werden soll.