Weiß- und rosa-blühende Sauerkleearten gibt es ja auch bei uns in den Laubwäldern auf feuchten mit Moos bestandenen Boden im Halbschatten der Bäume. Der Knollige Sauerklee Oxalis tuberosa stammt aus dem Nordwesten Südamerikas. Er wird auch Peruanischer Sauerklee oder von den Einheimischen Oka genannt. Die Pflänzchen und auch die drei Laubblättern ähneln unseren einheimischen Sauerkleearten.

Name:  Oka-Pflanze.jpg
Hits: 4
Größe:  132,7 KB
Oka-Pflanzen (Foto: leguyb, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International)

Der Peruanische Sauerklee bildet aber eine essbare Knolle, daher der Name Knolliger Sauerklee bzw. der wissenschaftliche Artname tuberosa. Diese Knolle dient aber in den Anden als Überwinterungsorgan. Sie bildet sich erst im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, wird also von der Tageslänge gesteuert. Daher werden diese Knollen bei Anbau in unseren Gärten nur wenige cm groß. Es gibt Oka-Sorten mit rosa-purpuroten und solche mit weißen, grünen oder gelben Knollen. Unterschiede gibt es außerdem bei der Größe und der Form der Oka-Knollen: Es gibt runde und länglich-spitz zulaufende Oko-Knollen.

Name:  Oka - Roseoca.JPG
Hits: 4
Größe:  55,9 KB
Rohe Oka-Knollen der Sorte Rose-Purple (Foto: Adam Peterson, Creative Commons Asttr.-Share Alike 3.0 Unported)

Name:  Gelbe_Oca_y_mashua.jpg
Hits: 6
Größe:  61,5 KB
Gekochte Gelbe Oka-Knollen (Foto Håkon Svensson, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die meisten dieser Zuchtsorten entwickeln keine Blüten und können deshalb nur vegetativ vermehrt werden. Die Knollen entwickeln sich im Boden an den Enden des stark verzweigten Rhizoms der Pflanze. Ähnlich wie beim Anbau von Kartoffeln setzt man die Oka-Knollen am Frühjahrsende, also nach dem Eisheiligen, etwa 5cm tief in die Erde in einem Abstand von etwa 30cm von Knolle zu Knolle. Im Sommer werden die Pflänzchen – ähnlich wie die Kartoffeln – angehäufelt, um die Bildung der Knollen zu fördern. In Trockenzeiten muss außerdem gegossen werden. Die Oka-Pflanzen werden bei optimaler Kultur bis zu 1m hoch.

Damit die Knollen genügend Zeit zur Entwicklung haben – die Knollenbildung setzt ja erst unter Kurztagsbedingungen ein – werden sie möglichst spät, d. h. Nach den ersten Spätherbstfrösten – ausgegraben. Die Knollen können dann, wenn sie dunkel, frostfrei und trocken aufgehoben werden, bis zum nächsten Frühjahr gelagert werden.

Die Bevölkerung der Anden ist die Knollen entweder roh mit einer Marinade aus Zitronensaft, Öl und Chili, oder in Essig eingelegt, oder gekocht oder in Öl frittiert wie Pommes frites.

Ähnlich wie Rhabarber-Stiele enthalten auch die Knollen des Peruanischen Sauerklees Oxalsäure. Und diese Oxalsäure entzieht Knochen und Zähnen Calcium. Daher sollte man die Oka-Knollen immer nur in kleinen Portionen essen, das gilt besonders für ältere Menschen und auch für Kinder.