Helichrysum italicum aus der Familie der Korbblütler wird, wenn man die Art vor allem als Trockenblume kultivieren will Italienische Strohblume oder Immortelle genannt, oder wenn man diesen Halbstrauch als Küchen- und Gewürzkraut verwenden will, auch Currystrauch genannt. Denn seine Blätter riechen wirklich – und besonders nach Regen – intensiv nach einer Curry-Mischung. Wobei man ja in Indien und in den Inselstaaten des Indischen Ozean unter Curry ein Eintopfgericht versteht, während die Curry-Gewürzmischungen Masalla genannt werden.

Also hier in diesem Beitrag geht mir ausschließlich um den Currystrauch, seine Herkunft, den Anbau im Garten und seine Verwendung in der Küche. Und ehrlich gesagt finde ich persönlich die ziemlich knopfartig kleinen gelben Blüten für einen Trockenstrauch eher ziemlich mickrig. Denn haben doch eher die nadelförmigen, silbrig-grauen Blätter einen gewissen Dekorationswert.

Der Currystrauch ist – wie anfangs erwähnt – ein Halbstrauch, der, wenn er mehrjährig kultiviert wird, von der Basis her teilweise verholzt. Er wird allerdings nur zwischen 20 und 60 cm hoch.

Der Currystrauch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum; dort findet man ihn vor allem in der Macchie, bzw. Garigues. Auffallend sind vor allem seine silber-grauen, bzw. silbrig-grünen , schmal lanzettförmigen Blätter. In diese Blätter sind ölhaltige Drüsen eingebettet, die besonders nach Niederschlägen einen intensiven Curry-Duft ausströmen. Allerdings muss man einschränken, dass die Blätter weniger intensiv schmecken als sie duften. Abgeerntet und getrocknet verlieren sie viel Aroma, sind aber auch dann noch gut als Würzkraut zu gebrauchen.

Der Currystrauch blüht von Ende Mai bis Anfang September – je nach den Standortbedingungen. Die Blütenkörbchen bestehen ausschließlich aus Röhrenblüten – ähnlich wie beim Rainfarn -, Zungenblüten, sonst typisch für Korbblütler wie das Gänseblümchen oder die Sonnenblumen als strahlenförmigen Kranz rund um den Blütenkorb, fehlen dem Currystrauch völlig. Diese goldgelben Blütenkörbe bilden einen doldenförmigen Blütenstand. Auch der Blütenduft erinnert an Curry. Bei heißem-sonnigen Wetter ist er besonders intensiv.

Name:  Helichrysum_italicum2.jpg
Hits: 4
Größe:  77,5 KB
Will man den Currystrauch in erster Linie als Küchengewürz nutzen, dann kultiviert man ihn am besten als Kübel- oder Topfpflanze (Foto: KENPEI, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Der Currystrauch fügt sich mit seinen silbrig-grauen Laubblätter gut in das Bild eines mediterranen Steingartens ein. Er ist allerdings bei uns in Mitteleuropa nicht winterhart. Ich habe ihn deshalb immer als Kübelpflanze gepflegt und auf einen Südbalkon gestellt. Dann kann man ihn im Spätherbst ganz einfach in einen hellen, aber nicht zu warmen Raum umquartieren. Als Freilandpflanze braucht er einen gut vor Frost isolierenden Winterschutz. Es soll allerdings inzwischen auch winterharte Zuchtsorten des Currystrauchs geben.

In jedem Fall braucht der Currystrauch einen sonnigen, warmen Platz mit einem etwas trockneren und vor allem gut durchlässigen Boden, der nährstoff- und humusarm ist. Am besten eignet sich als Pflanzsubstrat eine Mischung aus Lehm und Sand. Statt Sand habe ich für die Pflanzschale, in der der Currystrauch bei uns gepflegt wurde – Kokosfaser genommen.

Meist erwirbt man den Currystrauch als Jungpflanze, man kann ihn aber auch selbst aussäen. Man kann die Samen ab Mitte Frühjahr unter Glas zum Keimen bringen. Dazu verwendet man feinkörnige Aussaaerde in flachen Keimschalen. Die pflanze ist ein Lichtkeimer: Also die Samenkörner nur flach an die etwas angefeuchtete Aussaaterde andrücken, nicht mit Erde bedecken! Bei 20oC erscheinen die Keimlinge nach etwa 2 Wochen auf der Bildfläche. Sobald diese Keimlinge auflaufen, werden sie pikiert und in kleine Einzeltöpfe gesetzt.

Nach den Eisheilgen, also ab Ende Mai, können sie dann ins Freiland ausgepflanzt werden, bzw. kommen als Topf- oder Kübelpflanze zum ersten mal nach draußen auf den Balkon oder die Terrasse. Setzt man mehrere dieser Jungpflanzen zu einer Gruppe zusammen, dann sollte der Abstand zwischen den Pflanzen mindestens 25cm betragen. Currysträucher müssen nicht gedüngt werden und halten auch längere Trockenperioden ohne intensives Wässern gut durch. Den Currystrauch kann man im Frühjahr und dann noch einmal nach der Blütezeit etwas zurück, bzw. in Form schneiden.

Die Blätter des Currystrauches kann man laufend während der gesamten Vegetationsperiode ernten. Man verwendet sie frisch geerntet zum Würzen von Reisgerichten, von Gemüse und Fleisch. Man fügt die Blättchen aber erst kurz bevor das Gericht fertiggestellt ist hinzu. Denn sonst geben sie dem Gericht eine leicht bitteren Beigeschmack.

Das Currykraut dient jedoch nicht nur zum Würzen von Speisen, das aus den Pflanzen durch Destillation gewonnene, ätherische Öl entwickelt auch Heilkräfte. Es wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Das Öl setzt sich aus einer Vielzahl Öle, Carbonsäuren und Ester. Die Zusammensetzung dieser Inhaltsstoffe hängt in starkem Maße davon ab, wo und wie der Currystrauch kultiviert worden ist.