Das Oswegokraut Monarda fistulosa, auch Wilde Bergamotte genannt, ist ein nah verwandter der auch in unseren Hobbygärten Mitteleuropas gut eingeführten Indianernessel oder Godlmelisse (Monarda didyma). Beide Arten sind in den weitläufigen Prärien Nordamerikas heimisch.

Der deutsche Name Oswegokraut geht auf den Stamm der Oswego- Indianer zurück. Wilde Bergamotte wird es genannt, weil die pflanze im Geruch einer Mischung aus Thymian und Bergamotte ähnelt. Aber die echte Bergamotte ist ja bekanntlich eine Zitruspflanze und mit den Monarden ganz und gar nicht verwandt.

Nicht nur die Goldmelisse und das Oswegokraut, sondern auch viele weitere Arten der Gattung Monarda werden seit Jahrhundert von den Prärieindianern als Tee zubereitet und als Heilpflanzen genutzt. Sie setzen sie vor allem bei Erkältungskrankheiten und anderen Bronchienproblemen und auch als Antiseptikum ein. Die Blätter des Oswegokraut werden aber auch als Küchengewürz genutzt, sie haben ein deutlich schärferes Aroma als die Indianernessel. Das Oswegokraut wird ähnlich wie die Indianernessel in Nordamerika bereits seit 1635 auch Zierpflanze kultiviert. Aus den frischen oder getrockneten Blättern des Oswegokrautes wird ein bekömmlicher und aromatischer Tee bereitet; die Blätter und Blüten können außerdem roh zu Salat oder gegart als Gemüse gegessen werden.

Das Oswegokraut ist eine mehrjährige Staudenpflanze aus der Familie der Lippenblütler. Diese Art ist auch bei uns in Mitteleuropa absolut winterhart.

Der Pflanzenstängel ist vierkantig und behaart. Die Laubblätter haben einen gesägten Rand und sitzen mit ihren Stielen in gegenständiger Anordnung an dem verzweigten Stängel, der inklusive Blütenstand bis zu 150 cm in die Höhe wachsen kann. Man sät es aus und setzt es als Jungpflanze an einen möglichst sonnigen, warmen Platz mit einer mittelschweren und nährstoffreichen, aber gut durchlässigen Erde. Die Pflanze vermehrt sich von selbst vor allem durch ihre Wurzelausläufer, so dass innerhalb weniger Jahre eine größere Gruppe dieser Stängelpflanzen gebildet wird.

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Blütenstand des Oswegokrautes (Foto: Kurt Stüber, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported), die nahe Verwandtschaft zur Indianernessel ist offensichtlich.

Das Oswegokraut blüht in Weiß oder hellem bis intensiv leuchtendem Violett. Die Blüten sind nicht nur eine optische Bereicherung für jeden Kräutergarten, sie locken auch zahlreiche Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten an. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

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Im Bild ein hell-violett blühendes Oswegokraut mit einem Hummelschwärmer (leider nicht ganz scharf abgebildet) an einer Blüte saugend (Foto: Hornbaker Chelsi, U.S. Fish and Wildlife Service, Public Domain).


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Grafik zur Illustration der Blattform und – anordnung, sowie der Zusammensetzung des Blütenstandes der minzblättrigen Variante Monarda fistulosa var. menthifolia (Quelle: Curtis's botanical magazine dedications, 1827-1927, Public Domain). Neben dieser menthifolia gibt es 6 weitere Varietäten mit regional unterschiedlicher Verbreitung in den USA, bzw. Mexiko.