Neben einigen Amphibien, die sich abgesehen von einer Erdkröte, naturgemäß auf den Bereich im und rund um den Gartenteich konzentrierten, tauchten immer weider Reptilien in meinen Gärten auf.

Z. B. eine weit über 1 m lange Ringelnatter, die im Gartenteich sich an den Wasserfroschen gütlich hielt (> https://forum.floristik24.de/threads...bien-im-Garten ), bis alle von gefressen waren. Ob es sich dabei um ein Ringelnatter-Weibchen oder -Männchen gehandelt hat, darauf habe ich damals nicht geachtet. Wahrscheinlich war es aber ein Weibchen bei dieser Körperlänge, denn die Ringelnatter-Männchen werden kaum länger als 75 cm. Nachdem sich diese Ringelnatter in meinem Garten „häuslich eingerichtet hatte“ und des öfters zwischen ihrem Quartier im Komposthaufen und dem Teich wechselte, verschwand sie nach einigen Monaten wieder aus meinem Garten. Wahrscheinlich hat sie sich wieder in das nah gelegene Sumpfgebiet an dem wassergefüllten Wiesengraben in der Nähe zurückgezogen.

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Kopf einer Ringelnatter mit den für diese Natter typische gelbe Halbmonde am Hinterkopf (Foto: Darkone, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic).

In der Nähe meines ersten Gartens habe ich einmal einen interessanten Kampf zwischen zwei ausgewachsenen, ebenfalls weit über 1m langen Ringelnattern beobachtet. Die eine hatte auf dem Bauch liegend, den Kopf eines großen Grasfrosches fast vollständig verschluckt, die andere – auf dem Rücken liegend – hatte sich in ein Hinterbein des Frosches verbissen. So ging das Gezerre mehr als 20 min – von mir in einer Bilderserie festgehalten. Das ist nun schon ungefähr 20 Jahre her und damals noch in Form von Dias dokumentiert. Sobald ich die Bilder digitalisiert habe, werde ich einige Fotos davon fürs Gartenforum nachliefern!

In meinem ersten Pachtgarten von etwa 2500qm hatte ich auch einen weitläufigen Steingarten angelegt. Bereits im ersten Jahr liefen mir an warmen Frühjahrstagen Mitte Mai immer wieder zahlreiche Zauneidechsen über den Weg. Der Rückenfärbung nach muss es sich dabei um Weibchen gehandelt haben. Im die Zauneidechsen auf Dauer im Garten zu halten und zur Eiablage zu bewegen, habe einen geräumigen Unterschlupf für sie im Garten angelegt: Dazu habe ich eine große Pflanzschale aus unglasiertem Ton mit einem Durchmesser von etwa 60 cm genommen und an einer Seite eine etwa 10cm große Öffnung aus der Wand ausgebrochen. Die Schale habe ich dann umgedreht, also mit dem Boden und Abzugsloch nach oben, etwa 3cm tief mit dem Schalenrand an einer erhöhten Stelle im Steingarten eingegraben, ringsum mit Kieseln, grobem Kies und einigen Steinen abgedeckt und das „Dach“ der Schale teilweise mit einer flachen Steinplatte abgedeckt. Dieser Unterschlupf wurden von den Zauneidechsen auch gerne als Nachtquartier und bei Regen angenommen, während sie sich bei warmem Wetter auf den Sonnendeck zum Wärmetanken aufhielten. Einige Zauneidechsenweibchen haben auch Eier abgelegt, ob daraus auch Junge geschlüpft sind, konnte ich nicht feststellen.

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Weibchen der Zaueneidechse (Foto: Krzysztof Mizera, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Männchen der Zauneidechse (Foto: Slimguy, Creative commons Attr.-Share Alike 4.0 International).

Gelegentlich schlängelte sich in den Morgenstunden, wenn es genügend warm war, auch eine Blindschleiche auf meinen Gartenwegen, die dann aber rasch wieder im Dickicht meines halb verwilderten Gartens verschwand. Blindschleichen gehören nicht zu den Schlangen, sondern sind fußlose Schleichen, Verwandte der Skinke. Und sie sind völlig harmlos.

Alle einheimischen Reptilien stehen genauso wie die Amphibien in Deutschland unter Naturschutz. Deshalb dürfen sie weder aus der freien Natur gefangen und im Terrarium gehalten oder im Garten ausgesetzt werden. Und wenn Reptilien von selbst im Garten auftauchen und sich dort heimisch fühlen, darf man sie auch nicht wieder entfernen. Als geschützte Tiere müssen sie geduldet werden, auch wenn sie sich an Teichfröschen schadlos halten.