Die Rhododendron-Zikade Graphocephala fennahi
Die Rhododendron-Zikade ist ein saugendes Insekt und fügt dem Rhododendron nur indirekt Schaden zu, da sie die Erreger der Knospenwelke übertragen. Die die Weibchen der Rhodoendron-Zikade legen ihre Eier in den Blütenknospen, genauer gesagt unter den Knospenschuppen ab. Dabei kann es zu Verletzungen der Knospen kommen, die dem Pilz Pycnostysanus azalae dann als Eintrittspforte dienen.

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Rhododendron-Zikade (Foto: André Karwath, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic)

Die von diesem Pilz infizierten Blüten-Knospen des Rhododendrons öffnen sich nicht, sondern werden braun und vertrocknen schließlich. Die vom Pilz befallenen Knospen erkennt man an den zahlreichen, winzig kleinen, borstenförmigen, schwarzen Sporenbehältern, die oft jahrelang an den vertrockneten Knospen hängen bleiben.

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Diese abgestorbene Rhododendron-Blütenknopse ist ringsum von kleinen, schwarzen Sporangien des Pilzes Pycnostysanus azalae, dem Erreger der Knospenwelke, besetzt (Foto: SilkeKI, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

An diesen dunklen Sporenbehältern rund um die verdorrten Blütenknospen kann man diese Pilzkrankheit leicht von der Knospendürre unterscheiden.

Auch wenn nicht zwangsläufig alle Blütenknospen eiens Rhododendronstrauches von diesem Pilz befallen sein müssen, solllte man die befallenen Knospen möglichst bald entfernen und am besten verbrennen, um eine weitere Ausbreitung der Pilzsporen zu unterbinden. Denn im Laufe des Hochsommers können immer wieder Weibchen der Rhododendron-Zikade ihre Eier an den Rhododendronpflanzen ablegen.

Außerdem sollte man gelbe Leimtafeln in den Rhododendron-Sträuchern aufhängen, um die Zikaden noch vor der Eiablage rechtzeitig abzufangen.
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Die aus den Eiern der Rhododendron-Zikade ausschlüpfenden Larven – Nymphen genannt – findet man vor allem auf der Blattunterseite, wo sie schwieriger auszumachen und zu bekämpfen sind. Die ausgewachsenen, leuchtend orange-grün gefärbten Rhododendron-Zikaden halten sich dagegen auf der Blattoberseite auf. Wenn man diese Zikaden berührt oder absammeln will, springen sie weg und fliegen kurz auf, um sich bald wieder auf dem Rhododendron niederzulassen.

Rhododendron-Wanzen der Gattung Stephanitis
Es gibt in Mitteleuropa 3 Arten aus der Gattung Stephanitis, die zur Familie der Netz- oder Gitterwanzen (Tingidae) gehören und Rhododendren-Pflanzen schaden können:

Azaleen-Wanze Stephanitis pyriodes– sie ist nahezu weltweit verbreitet. Ihre Larven befallen vor allem Azaleen.

Rhododendron-Wanze Stephanitis rhododendri – diese Art kommt in Afrika, Europa, Nord-Asien, Australien und Nordamerika vor.

Andromeda-Wanze Stephanitis takeyai – aus Japan mit der Lavendelheide in Nordamerika und Europa eingeschleppt.

Dei Larven dieser Netzwanzen saugen an den Blättern, bzw. an den Blattrippen Saft saugen und schädigen und schwächen dabei den Rhododendron-Strauch. Diese Wanzen sind in unserem mitteleuropäischen Klima nur einjährig. Die Weibchen legen entlang der Blattmittelrippen im Spätsommer ihre Wintereier ab. Daraus schlüpfen dann im nächsten Jahr die Larven. Befallene Blätter erkennt man an den gelben Sprenkeln auf der Blattoberseite und den rostbraunen Kothäufchen der Larve auf der Blattunterseite. Die Larven treten während der gesamten Vegetationsperiode zwischen Frühjahr und Frühherbst auf.

Die Larven dieser Wanzen sind gelbbraun gefärbt, die adulten Wanzen sind dagegen dunkelbraun und haben flachen über dem Rücken zusammengefaltete, durchsichtige, von den Adern netzartig durchzogene Flügel.

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Adulte Wanze der Art Stephanitis pyriodes an der Unterseite eines Rhododendron-Blattes (Foto: Forest & Kim Starr, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Adulte Andromeda-Wanze der Art Stephanitis takeyai (Foto: David Short, Creative Commons Attr. 2.0 Generic). Diese Wanze wurde erst vor wenigen Jahren von Japan aus zusammen mit Lavendelheide sozusagen als Blinder Passagier in Europa eingeschleppt. Die Weibchen legen ihre Eier aber nicht nur an der Lavendelheide, sondern u. a. auch an Rhododendron-Blättern ab.

Was kann man bei Befall mit diesen Larven der Stephanitis-Wanzen tun? In der Fachliteratur werden Spritzungen mit Dimethoat oder Propoxur empfohlen. Dimethoat ist ein Kontaktgift aus der Gruppe der Dithiophosphorsäureestern, welches als Nervengift nicht für alle Insekten abtötet, sondern auch für Säugetiere und Menschen gefährlich werden kann. Der Einsatz von Propoxur, welches seit 1961 von der Bayer AG vertrieben wurde, ist spätestens seit 2010 Eu-weit eigentlich verboten! Abgesehen davon würde ich aber vom Einsatz solche chemischen Insektizide im Hobbygarten tunlichst abraten. Stattdessen bleibt nichts anderes übrig, als die befallenen Blätter, die geschädigt und damit unwiederbringlich verloren sind, vorsichtig zu entfernen (eventuell ein Netz darunter halten, falls die Larven dabei sich vom Blatt fallen lassen!) und sicher zu entsorgen. Sonst die abgestorbenen Blätter oft noch ein ganzes Jahr am Rhododendron hängen.

Natürlich machen auch Mehltau-Pilze im Garten vor den Rhododendron-Pflanzen nicht Halt. Rhododendronpflanzen werden vor allem von Pilzen des Echten Mehltaus aus der Gattung Microsphaera befallen.

Dabei muss man unterscheiden zwischen den laubabwerfenden Azaleen und den immergrünen Rhododendren.

Bei beiden bilden sich zu Sommerbeginn auf der Blattoberseite gelbe Flecken. Bei den Azaleen bildet sich schließlich im Laufe der weiteren Sommermonate auf Blattober- und unterseite ein weißer Belag und schließlich fallen die betroffenen Blätter ab. Bei den immergrünen Rhododendren dagegen bilden sich auf der Blattseite hellgelbe Flecken, auf der Blattunterseite aber bräunliche Flecken.

Befallene Blätter sollte man entfernen und anschließend den Rhododendron oder die Azalee mulchen und wässern, aber nie von oben Gießwasser über das Laub plätschern lassen! Es gibt für Mehltau-Befall besonders anfällige Rhododendron-Arten und – hybriden, während andere Arten widerstandsfähiger sind. Am besten in den Gärtnereiwn sich bei Auswahl und Kauf entsprechend beraten lassen.