Mit Molch- und Eidenxhsenschwanz sind hier nicht die Hinterleibsfortsätzte von Bergmolch und Zauneidechse gemeint, sondern Pflanzen der Familie der Eidechsenschwanzgewächse (Sauruaraceae), die nur 6 Arten umfasst.

Der Molchschwanz wurde zwar schon vor 5 Jahren hier im Gartenforum kurz vorgestellt (> https://forum.floristik24.de/threads...t=Molchschwanz ), nicht aber seine Einsatzmöglichkeiten als Gartenteich-, Sumpf- und Aquarianpflanze.

Diese Eidechsenschwanzgewächse sind zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanzen. Sie haben ein Rhizom als Überdauerungsorgan für schlechte, für die Pflanzen ungünstige Zeiten. Sie haben gegliederte, aufrecht wachsende Stängel mit wechselständige oder in Spiralen angeordneten Laubblättern, die teilweise aromatisch duften. Interessant sind aber vor allem die ungewöhnliche Form der Blütenstände. Denn was wir auf den ersten Blick als die vier großen, weißen Blütenblätter ansprechen würden, sind in Wirklichkeit lediglich die Hochblätter (die sogenannten Brakteen) – ähnlich wie bei den roten Hochblättern des Weihnachtsterns. Über diesen Hochblätter erhebt sich bei den Eidechsenschwanzgewächsen der ährenförmige, aufrecht stehende oder überhänge Blütenstand mit den wesentlich kleineren Blüten. Die zwittrigen Blüten fehlen die Blütenhüllblätter. Sie haben Staub- und Fruchtblätter.

Von den insgesamt 6 Arten der Familie Saururaceae sind eigentlich nur drei Arten für Gartenteich- und Aquarienfreunde interessant:

Molchschwanz Houttuynia cordata, auch Eidechsenschwanz genannt
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Blühende Molchschwanz-Pflanzen Houuttuynia cordata (Mariko GODA, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Diese Molchschwanz-Art ist in Sud- und Südostasien weit verbreitet. Man findet sie bis in Hlhenlagen von etwa 2.500m ü. NN, aber auch auf Meeresniveau. Sie wachsen entlang von Fließgewässern, in feuchten und Wasser führenden Gräben, auf Feuchtwiesen, aber auch entlang von Bahndämmen und an Straßenrändern.

In ihrer asiatischen Heimat werden die Pflanzen geerntet und roh oder gekocht als Gemüse gegessen.

Houttuynia cordata kann sowohl terrestrisch auf feuchten Böden als Bodendecker eingesetzt werden, z. B. im Halbschatten am Ufer eines Gartenteichs, entlang eines Bachlaufs oder in einem Sumpfbeet. Es gibt aber auch submerse, untergetauchte Formen, die man in die Flachwasserzone im Gartenteich pflanzen kann. Die submersen Wasserpflanzen haben deutlich kleinere Blätter von nur 1 cm Länge. Sie vertragen Wassertemperaturen von 10 bis 22 Grad Celsius und werden deshalb auch gerne als Aquarienpflanzen in Kaltwasserbecken verwendet.

Diese Molchschwanz-Art ist eine eher in die Breite wachsende Rhizomstaude – also mehrjährig – mit einer Wuchshöhe von etwa 30 cm. Die Luabblätter sind an der Basis herzförmig eingeschnitten, gelblich-grün mit einem rötlichen Rand. Die Blätter duften würzig frisch. Über den 4 bis 6 weißen Hochblättern erhebt sich der ährenförmige Blütenstand, der dicht mit den sehr kleinen, gelblich-grünen Blüten besetzt ist. Die Blütezeit fällt in den Sommeranfang (Juni).

Der Molchschwanz verträgt sowohl sonnige als auch halbschattige Standorte mit einem nassen und nährstoffreichen Substrat. Er ist zwar auch bei uns winterhart, sollte aber im Winter mit einer dünnen Mulchschicht abgedeckt werden.

Der Molchschwanz kann sowohl durch Aussaat als auch durch Teilung des Rhizoms vermehrt werden.

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Wem die Naturform des Asiatischen Molchschwanz nicht bizarr und interessant genug ist, der kann sich stattdessen ja auch ein Zuchtsorte mit bunten Blättern zulegen, die treffend auch Chamäleonpflanze genannt wird (Foto: John Rusk, Creative Commons Attr. 2.0 Generic)

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Oder die Zuchtsorte Plena (Foto: KENPEI, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.1 Japan License)

Es gibt zwei weitere Molchschwanzarten, die eine stammt aus Nordamerika, die andere aus Ostasien,. Beide kommen ebenfalls als Teichpflanzen infrage:

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Der Amerikanische Molchschwanz Saururus cernuus als Teichpflanze (Foto: H. Zell, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Der Asiatische Molchschwanz Saururus chinensis zusammen mit anderen Sumpfpflanzen am Rand eines Teiches in Taiwan (Foto: Shihchuan, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)