Zur Gattung Tanacetum zählen etwa 70 Arten, von denen sich einige besonders vielseitig und nutzbringend im Garten einsetzen lassen. Einige Arten, die früher zu anderen Gattungen Balsamita, Chrysanthemum, Matrecaria und Pyrethrum gestellt wurden, sind hinzugekommen. Deshalb wundert es nicht, wenn die Gattung Tanacetum ein breites, vielseitiges und im wahrsten Sinne buntes Spektrum an Pflanzenarten umfasst, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Unter ihnen gibt es einjährige Kräuter, Stauden und Halbsträucher, solche mit Margeriten ähnlichen und solche mit einfarbig goldgelben, knopfartigen Blüten, Pflanzen mit ganzrandigen, gekerbten, gesäten oder gefiederten Laubblättern. Einige, zartere Arten müssen sorgsam gehegt und gepflegt werden, damit sie nicht von anderen Pflanzen erdrückt werden, andere Tanacetum-Arten neigen selbst dazu stark zu wuchern und sich im Garten breit zu machen – sei es durch ihre vielen Ausläufer oder durch Selbstausaat, wenn man sie nicht rechtzeitig in ihre Schranken weist.

Hier nun einige der bekanntesten Arten und ihre Sorten aus der Gattung Tanacetum (vorgestellt in alphabetischer Reihenfolge):

Tanacetum balsamita – das Balsamkraut, auch als Marienblatt oder Frauenminze bekannt

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Das Balsamkraut in voller Blüte (Foto: Joan Simon, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)

Die ursprüngliche Heimat des Balsamkrauts liegt im Kaukasus. Von dort ist es bereits vor langer Zeit nach Südeuropa in den Mittelmeerraum eingebürgert worden und schließlich findet man es inzwischen auch an einigen Stellen in Mitteleuropa. In unseren Gärten kann man es sogar den Winter hindurch im Freiland halten, es ist ausreichend winterhart. Allerdings braucht es einen möglichst sonnigen, geschützten Platz.

Das Balsamkraut gehört unter den Tanacetum-Arten zu den Staudenpflanzen mit einem Rhizom, aus dem nach überstandenem Winter wieder austreibt. Es wird bis zu etwa 90 cm hoch bei halber Breite. Die Laubblätter haben eine längliche Form mit einem gekerbten Rand. Sie sind grau-grün gefärbt und mit silbrig glänzenden Härchen besetzt. Die Blüten duften intensiv nach Minze. Deshalb wird diese Art auch Frauenminze genannt. . Zwischen Juli und September öffnen sich lang gestielten, margeriten-ähnlichen Blütenkörbchen mit ihren weißen Zungenblüten und den goldgelben Röhrenblüten im Zentrum.

Das Balsamkraut breitet sich mit der Zeit teppichartig aus und bildet eine attraktive Einfassung für Rabatten mit hohen Stauden.

Die Unterart Tanacetum balsamita balsametoides bildet doppelt so breite Pflanzenmatten, unterscheidet sich ansonsten kaum von der Stammform. Auch diese Forum ist bei uns winterhart.

Tanacetum balsamita cv. Majus – ist eine Form des Balsamkrauts, welche durch ihre besonders großen Laubblättern auffällt.

Tanacetum cinerariifolium – die Dalmastische Insektenblume

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Die Dalmatinische Insektenblume mit ihren weiß-gelben, Margeriten ähnlichen Blüten (Foto: KENPEI, Creativ Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Tanacetum cinerariifolium (der wissenschaftliche Name ist ein echter Zungenbrecher!) hat ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet auf dem Westbalkan. Daher der deutsche Name Dalmatische Insektenblume. Doch sie wird in vielen anderen Regionen weltweit, vor allem in Asien, Australien und Amerika angebaut. Denn ihre getrockneten Blütenköpfen enthalten genügend Pyrethrum, welches man zur Herstellung der Mosquito Coil benötigt. Und wer schon einmal in den Tropen campiert hat, der kennt die grüne Moskito-Spirale, die man sich nachts unters Bett oder ins Zelt stellt, um die blutsaugenden Quälgeister zu vertreiben. Deswegen also der Name Dalmatische Insektenblume.

Tanacetum cinerariifolium ist eine besonders schlanke, bis zu 75cm hohe Staude mit behaarten Trieben, lang gestielten Blättern und Blütenkörben. Die länglich lanzettförmigen, gefiederten Laubblätter sind auf der Blattoberseite dunkelgrün, unterseits aber silbrig weiß behaart. Die Blütezeit fällt – je nach den örtlichen Milieubedingungen – in die Monate Mai bis August. Die margeritenartigen Blütenkörbe haben weiße Zungen- und goldgelbe Röhrenblüten. Auch diese Tanacetum-Art ist bei uns winterhart. Sie braucht einen sonnigen Platz mit einem relativ trockenen, gut durchlässigen sandig-steinigen Boden.

Tanacetum parthenium – das Mutterkraut
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Üppig blühendes Mutterkraut (Foto: H. Zell, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Das Mutterkraut stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wurde aber seit längerer Zeit auch in unseren Bauerngräten als Heilpflanze gepflegt und ist von dort aus verwildert.

Es soll sich um eine kurzlebige, an der Basis verholzenden Staude, also eher einen Halbstrauch, handeln. Das kann ich aber nicht bestätigen. Ich hatte es vor Jahren in einer Kräuterspirale angepflanzt und dann, nachdem ich die Kräuterspirale aufgelöst und wieder abgebaut hatte, völlig vernachlässigt und vergessen. Es hat sich aber wohl selbst ausgesät und hat an einem weit entfernten Platz im Halbschatten rund um einen Komposthaufen sehr schöne, kleine bis mittelgroße und reichlich blühende Stauden entwickelt. Ein Teil dieser Pflanzen habe ich im Spätherbst entlang einer kleinen, eher sonnen-beschienenen Trockenmauer umgepflanzt, wo sie auch wieder gut angewachsen sind. Also, dass das Mutterkraut nur kurzlebig sein soll, kann ich nicht bestätigen.

Das Mutterkraut wird zwischen 45 und 60 cm hoch bei einer Breite von nur 30 cm. Die gefiederten, leuchtend grünen Laubblätter duften angenehm. Die Blütezeit wird in der Literatur mit Juli bis September angegeben; bei mir im Garten blühen sie dagegen etwas später, dafür bis weit in den Herbst hinein.

Als Heilpflanze wird das Mutterkraut zur Behandlung von Migräne und Rheuma genutzt.

Neben der Naturform bieten die Staudengärtnereien zum Teil auch besondere Zuchtsorten an:

Tanacetum parthenium ‘Aureum‘ - eine Sorte mit goldgelben Laubblättern. Sie bleibt mit 45cm Höhe etwas kleiner als die Stammform des Mutterkrauts.

Tanacetum partenium ‘Golden Moss‘ - eine Sorte mit ebenfalls goldgelben, gefiederten Blätter, deren Fieder zusätzlich einen tief gekerbten Rand haben und besonders aromatisch duften. Diese Sorte, wörtlich übersetzt das Goldene Moos bleibt mit nur einer Höhe von nicht mehr als 15 cm und gleicher Breite besonders niedrig. Diese Sorte eignet sich deshalb besonders gut für die Einfassung von Beeten und Rabatten.

Tanacetum parthenium ‘Plenum‘ - ist eine Sorte gefüllten Blütenkörbchen in Cremeweiß. Sie wird etwa 35 cm hoch und 30 cm breit.

Tanacetum vulgare – der Rainfarn
Der Rainfarn ist in den klimatisch gemäßigten Zonen Europas und Asiens weit verbreitet und hat als Neophyt auch auf anderen Kontinenten Fuß gefasst. Er breitet sich auf Ruderalflächen, Schuttplätzen, entlang von Bahndämmen, aber auch an Gewässerufern aus, überall dort, wo der Boden humus- und stickstoffhaltig und nicht zu trocken ist.

Ich hatte mir vor etlichen Jahren mir einige Pflänzchen des Rainfarns von einer Brachfläche hinter einem längst aufgegeben Bahnhof geholt und an verschiedenen Plätzen im Garten eingepflanzt. Ein Exemplar am Rand eines Staudenbeetes erreichte bereits im 2. Jahr eine Riesenhöhe von mehr als 2 m! Laut Literatur sollte der Rainfarn maximal 90 cm hoch werden. Nachdem er sich im Garten rasant ausgebreitet hatte, musste ich den Bestand gründlich dezimieren. Ich habe einige Exemplare, die einmal jährlich nach der Blüte gestutzt werden an einem Gartenteich und in der Nähe einiger Rosensträucher stehen lassen.

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Rainfarn (Foto: MurielBendel, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International).

Der Rainfarn soll aromatisch duftende Blätter haben. Ich finde eher, dass sie unangenehm stinken. Immerhin tun sie ihre Wirkung, und ich habe kaum noch Probleme im Garten mit Blattläusen. Anscheinend haben Blüten und Blätter des Rainfarns eine ähnlich abschreckende Wirkung auf einige Insekten wie die der Dalmatinischen Insektenblume.

Im Gegensatz zu anderen Tanacetum-Arten sind die langen, farnähnliche Blätter des Rainfarns doppelt gefiedert. Die Blütezeit fällt in die Monate Juli bis September. Die knopfartigen Blütenkörbe sind rein gelb gefärbt ohne die weißen Randblüten anderer Wucherblumen der Gattung Tanacetum.

Tanacetum vulgare ‘Crispum‘ - diese Zuchtsorte bleibt mit nur 60 cm Höhe deutlich kleiner als die Naturform des Rainfarns. Die langen, gefiederten Blätter haben einen gesägten oder gezähnten Rand.-