Der auch bei uns heimische Wilde Dost Origanum vulgare ist nicht nur als Gewürzkraut in der Küche beliebt, sondern hat sich auch bereits seit der Antike in der Pflanzenheilkunde als Heilmittel bewährt. Diese Pflanze habe ich bereits in der Rubrik Küchenkräuter vorgestellt (> https://forum.floristik24.de/threads...an-und-Origano).

Man findet den Wilden Dost bei uns in Mitteleuropa in lichten Wäldern und Gebüschen, an Wegrändern und auf Magerwiesen auf lockerem, steinigem und gut durchlässigem Boden. Man kann ihn natürlich auch im Garten anpflanzen. Bei mir wächst er am trockenen Ufer eines Gartenteiches.

Neben anderen medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen enthält der Wilde Dost ein ätherisches Öl, das Oreganol, welches reich an Phenolen ist und in der Aromatherapie eingesetzt wird. Es darf aber nur innerlich angewendet werden, da es Hautreizungen verursachen kann. Als Pflanzentee gibt man Wilden Dost bei Verdauungsstörungen, aber auch bei Keuchhusten und anderen krampfartig auftretendem Husten. Er soll aber auch bei Unterleibsschmerzen helfen. Der herausragende Heilkundige und Mediziner der Antike, Hippokrates, setzte den Dost in der Geburtskunde zur Förderung der Wehen und Beschleunigung des Geburtsvorgangs ein.

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Pflanzenstängel von Origanum kopfunter zum Trocknen an einer Schnur aufgehängt (Foto: ZeWrestler, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Für den Origanum-Tee werden nur die getrockneten Laubblätter verwendet. Dazu erntet noch vor Beginn der Blütezeit, also vor Juli, die Pflanzenstängel, die etwa handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Sie werden langsam an der Luft getrocknet, dazu hängt man sie an einem Bindfaden kopfunter einige Tage in einen dunklen, trockenen Raum. Dann werden die Laubblätter abgestreift und bis zur Aufbereitung als Heiltee dunkel und trocken aufbewahrt.