Arctostaphylos uva-ursi, die Echte Bärentraube, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), wie die Form der Laubblätter und der glockenförmigen Blüten bereist vermuten lassen. Der meist nur zwischen 10 und 30 cm hohe Strauch ist in Europa und Nordamerika weitverbreitet. Bei uns dringt die Echte Bärentraube in den Alpen bis in Höhenlagen von 3.100m ü. NN vor, kommt aber auch auf 0m Meereshöhe vor. Sie besiedelt lichte Kieferwälder, Zwergstrauchheiden und Lücken und Nischen zwischen Felsen. Sie gedeiht allerdings nur auf kalk- und nährstoffarmem Substrat mit einem pH-Wert im sauren Bereich (pH <7).

Die Echte Bärentraube verzweigt sich stark und breitet sich mit der Zeit teppichartig aus: Sie eignet sich daher im Garten zum Beispiel im Heidebeet hervorragend als immergrüner Bodendecker.

Die Rinde der Äste haben eine rötlich braune Farbe. Die kleinen, ovalen Laubblätter sitzen so dicht an dicht an den trieben, dass man annehmen könnte sie würden Blattquirle bilden; tatsächlich sind sie allerdings wechselständig angeordnet. Die Blätter haben eine glänzende Oberfläche, während die Blattunterseite stumpf matt ist.

Je nach Milieu- und Standortbedingungen öffnen sich die etwa 5mm langen, glockenförmigen Blüten zwischen März und Juli. Sie bilden kleine, traubenförmige Blütenstände an den Enden der Zweige. Die Kronblätter sind miteinander bis auf die fünf kleinen Zipfel miteinander verwachsen, sodass sie eine Glockenform bilden. Die Blütenfarbe reicht von weiß mit Rosa überhaucht bis zu fast einfarbigen Blüten in leuchtendem Pink (wie auf dem folgenden Foto zu sehen ist). Die Blüten werden vor allem mit Hilfe von Hummeln bestäubt, aber auch Selbstbestäubung spielt bei der Echten Bärentraube eine Rolle.

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Echte Bärentraube, eine Form mit dunkleren, einfarbigen Blüten (Foto: Walter Siegmund, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Echte Bärentraube mit den kugelförmigen roten Früchten (Foto: Sten Porse, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported). Sie werden zwischen August und Oktober reif. Jede dieser beerenartigen Steinfrüchte enthält bis zu 7 Kerne.

An medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen enthalten die Blätter der Echten Bärentraube zwei Hydrochinone Arbutin und Methylarbutin, sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Besonders das Arbutin soll eine antibakterielle Wirkung entfalten. Es soll jedoch längerfristig die Leber schädigen und auch krebserregend sein. Es wird deshalb empfohlen, Bärentrauben-Präparate nicht länger als 5 Tage lang einzunehmen. Außerdem kann ein Zuviel der in den blättern der Bärentraube reichlich enthaltenen Gerbstoffe zu Magenreizungen und Verstopfung führen. Während der Anwendungen sollte auf säurehaltiges Obst und Gemüsesäfte möglichst verzichten werden, da sie die entzündungshemmende Wirkung des Arbutins herabsetzen.

In der Phytomedizin wird eine Tee oder Auszug aus den Blätter der Echten Bärentraube bei Entzündungen der Nieren, Blase und Harnwege eingesetzt. Die Blätter sammelt man während der Blütenzeit in den Sommermonaten. Sie werden schonend an der Sonne getrocknet. Zur Zubereitung des Bärentraubenblättertees nimmt 3 bis 4 Teelöffel der zerkleinerten Blätter auf einen halben Liter kaltes Wasser angesetzt. Diesen Kaltauszug lässt man über nach stehen und seiht ihn dann ab. Zum trinken wärmt man den Teeauszug etwas an. Pro Tag trinkt man 2 bis 3 Tassen. Solange die angegebene Dosierung eingehalten wird, sind die geschilderten Nebenwirkungen unwahrscheinlich. Spätestens nach einer Woche sollte man die Selbstmedikation mit Bärentraubenblättertee aber einstellen und wenn sich keine Besserung der Entzündungen gezeigt hat, einen Arzt aufsuchen.