Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) ist ein mehrjähriges Kraut, welches bei uns in Mitteleuropa noch recht häufig in Wäldern und Gebüschen, aber teilweise als „Unkraut“ in den Gärten auf feuchten, nährstoffreichen Böden wächst.

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Die Echte Nelkenwurz als Wildpflanze vor einer Mauer (Foto: Frank Vincentz, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Echte Nelkenwurz wird bis zu 50cm hoch. Der Pflanzenstängel ist verzweigt und leicht behaart. Die Laubblätter teilen sich in Grund- und in Stängelblätter auf. Die langstieligen , unpaarig gefiederten Grundblätter bilden eine Rosette. Die Stängelblätter sind dagegen in 3 Lappen eingebuchtet und haben einen gezackten Blattrand, außerdem haben die Stängelblätter relativ große Nebenblätter.

Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis Oktober- Die Blüten stehen einzeln oder nur zu wenigen am Stängelende. Charakteristisch für die Echte Nelkenwurz ist die Anordnung von Kron- und Kelchblättern der Blüten. Die 5 Kronblätter sind gelb, die Kelchblätter grün gefärbt. Zwischen den breit-ovalen Kronblättern sind die schmalen, spitzen Kelchblätter sichtbar. Aus den Fruchtknoten der Blüten entwickeln eng in Köpfchen zusammenstehende Früchte mit ihren hakenförmig gekrümmten Griffeln. Mit diesen Haken haften sich die Früchte an Tieren fest und werden so von diesen weiter verbreitet.

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Blätter und Blüte der Echten Nelkenwurz (Foto: Bogdan, Public Domain.)

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An den Federn, bzw. am Fell von Tieren bleiben die Früchte mit ihren hakenförmig gekrümmten Griffeln hängen und werden so weiter verbreitet (Foto: Randy A. Nonenmaher, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Medizinisch von Bedeutung sind jedoch die Inhaltsstoffe der Wurzeln der Echten Nelkenwurz. Sie haben einen hohen Gehalt an Eugenol, einem ätherischen Öl. Dies Eugenol ähnelt im Geschmack dem Öl der Gewürznelken. Deshalb diente die Nelkenwurz früher als preiswerter Ersatz für die teuren Gewürznelken aus den Tropen.

Die Wurzeln der Gemeinen Nelkenwurz enthalten außerdem Gerb- und Bitterstoffe, Myrtanol und ein Zweizuckermolekül aus Arabinose und Glucose, die Vicianose.

Bereits in der Antike galt die Echte Nelkenwurz als Heilpflanze, und Hildegard von Bingen empfahl sie als Aphrodisiakum. Nelkenwurz setzte man außerdem bei Gelbsucht oder Unterleibsschmerzen ein.

Heute werden die Wurzelextrakte der Echten Nelkenwurz vor allem in der Homöopathie eingesetzt, um starken Körperschweiß zu unterbinden und Entzündungen von Harnröhre und -blase zu behandeln. In der Volksmedizin wird es als entzündungshemmendes Mittel zum Gurgeln bei Hals- und Rachenschmerzen genutzt.