Den Borretsch (Borago officinalis) kennen wohl die meisten Gärtner als Salat und Gewürzkraut. Aber seine Wirkung als vielseitig einsetzbare Heilpflanze íst wohl den meisten kaum bekannt. Zu Unrecht, den Borretsch kann heilsam wirken bei verschiedenen Erkrankungen der Harnorgane, der Atemwege, bei Problemen mit dem Stoffwechsel und der Leber, und er hilft bei Atherosklerose und hohem Blutdruck. Äußerlich angewendet auch bei Gicht, Rheuma und Hautkrankheiten.


Der Borretsch (Borago officinalis) ist eine einjährige, krautige Pflanze und eigentlich im Aussehen kaum mit anderen Pflanzen zu verwechseln. Er hat einen behaarten Pflanzenstängel, breite, dicht behaarte Blätter und himmelblau leuchtende Blüten, die sich zwischen Juni und August öffnen. Er blüht – je nach Region und klimatischen Voraussetzungen – zwischen Juni und August. In milden Regionen ist er inzwischen auch verwildert.

Im Garten braucht einen kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden – am Besten einen mittelschweren Boden aus Lehm und Sand. Man sät ihn da, wo man ihn im Garten haben, an Ort und Stelle aus, und seine Samen sind sehr keimfähig. Allerdings bleibt der Borretsch nicht dort, wo man ihm im Garten haben will. Denn er neigt stark zur Selbstaussaat und er „wandert“ gewissermaßen quer durch den ganzen Garten. Tatsächlich ist es aber so, dass dabei die Ameisen die Samen verschleppen. Bei mir tauchte er schon im ersten Jahr nach der Aussaat an den unmöglichsten Stellen im Garten auf und ich bin ihn seitdem auch nicht mehr losgeworden. Nichtsdestotrotz lassen ich immer eine paar Pflanzen stehen oder versuchen sie ins Kräuter umzupflanzen. Denn mit seinen leuchtend blauen Blüten ist er ja auch sehr dekorativ.

Von der Heilkraft des Borretsch habe ich selbst erst vor kurzem erfahren, als Gemüse und Gurkenkraut war er mir schon lange bekannt, allerdings kaum genutzt worden.

Medizinisch von Bedeutung sind seine Schleim- und Gerbstoffe, ein ätherisches Öl, Kieselsäure, ein hoher Vitamin C-Gehalt, ein Harz und Anthocyan – ein Farbstoff, der auch für das Blau der Borretsch-Blüten verantwortlich ist.

Man sammelt Blätter und Blüten zu Beginn der Blütezeit, also in der Regel ab Juni. Beim Sammeln muss man behutsam vorgehen, denn die Borstenhaare des Borretsch Hautausschläge und – entzündungen verursachen; also am besten saubere Einweghandschuhe beim Absammeln tragen. Blätter und Blüten werden dünn ausgebreitet und bei etwa 35 Grad Celsius getrocknet. Das kann einige Zeit dauern. Die getrockneten Pflanzenteile werden anschließend bis zum Gebrauch gut verschlossen und geschützt vor Feuchtigkeit und Licht aufbewahrt.

Zur äußerlichen Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und anderen Hautirritationen bereitet man Umschläge aus einem Kaltwasserauszug oder dem Saft frisch ausgepresster Blätter.