Die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe des Weißdorn, genauer gesagt des Eingriffflige Weißdorn (Crataegus monogyna) und des Zweigriffligen Weißdorns (Crataegus laevigata) regen die Durchblutung der Herzkranzgefäße an und deshalb bei beginnender Herzinsuffizienz verordnet. In der Naturmedizin werden jedoch die Blüten, Blätter und Früchte beider Weißdornarten genutzt.

Beide Weißdornarten unterscheiden sich erst bei genauem Hinsehen: Der Zweigrifflige Weißdorn Crataegus laevigata hat in seinen Blüten zwei Griffel, der Eingrifflige Weißdorn (Crataegus mongyna) dagegen nur einen Griffel.

Der Eingrifflige Weißdorn ist ein Strauch mit meist nicht mehr als 3m Höhe, kann aber auch bis zu 8m hoch werden. Er hat tief gelappte Laubblätter . Diese Blattlappen haben einen deutlich gezackten Rand und sind auf der Blattunterseite in den Achseln der Adern behaart. Die Äste haben etwa 1cm lange Dornen. Der Strauch blüht zwischen Mai und Juni. Die schneeweißen Blüten bilden doldenförmige Rispen als Blütenstände. Die einzelnen Blütenblätter der Krone sind in der Regel an ihrer Spitze leicht gezackt. In der Blüte steht -. wie bereits erwähnt – nur ein einziger Griffel. Die kugelrunden bis leicht eiförmigen Früchte sind leuchtend rot gefärbt. Sie haben einen Durchmesser von etwa 1cm.

Der Zweigrifflige Weißdorn, auch Stumpfblättriger oder Spitzblättriger Weißdorn genannt, bliebt mit einer Wuchshöhe zwischen 1 und maximal 6m etwas kleiner als der Eingrifflige Weißdorn. Die schwach gelappten Laubblätter sind gestielt und sind wechselständig an den bedornten Zweigen angeordnet. Die weißen Blüten haben viele rote Staubgefäße und 2, manchmal sogar 3 hellgrüne Griffel. Die Früchte ähneln denen des Eingriffligen Weißdorns. Während der Eingrifflige Weißdorn nur einen Griffel in der Blüte hat und demzufolge auch nur jeweils einen Stein pro Frucht, haben die Früchte des Zweigriffligen Weißdorns 2 bis 3 Steine.Der Blütenduft riecht für uns recht unangenehm, zeiht Aasfliegen und andere Insekten magisch an.

Von beiden Weißdornarten werden die Blüten und Blätter im Mai/ Juni, die Früchte zwischen August und Oktober gesammelt. Die Blüten werden getrocknet. Dazu breitet man sie in einer dünnen Lage auf einem Leinentuch oder Papier aus und lässt sie solange an der Luft trocknen, bis sie eine cremeweiße bis elfenbeinartige Farbe annehmen, aber noch nicht verbräunen. Von den Früchte werden nur die nicht fleckigen Exemplare zum Trocknen verwendet. Sie werden zunächst einige Tage an der Luft vorgetrocknet und dann bei etwa 60 Grad Celsius im Ofen nachgetrocknet.

An medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen enthalten die Blätter, Blüten und Früchte beider Weißdornarten sogenannte Crataegus-Säuren, Flavone, ein ätherisches Öl, Gerbstoffe, Cholin und Azetylcholin, Adenin, Guanin und Adenosin sowie Chlorogensäure.

Man verwendet den Weißdorn als Aufguss oder als wässrig-alkoholischer Auszug, in der Pharmazie vor allem bestimmte Wirkstoffe in konzentrierter Form. Für einen Aufguss nimmt man etwa 1 Esslöffel getrocknete Blüten oder Früchte auf eine Tasse kochendes Wasser, die man abkühlen lässt und dann abseiht. Diese Tasse Weißdorntee trinkt man dann in kleinen Portionen über den Tag verteilt.

Die Weißdornextrakte fördern die Durchblutung des schwachen Herzens und korrigieren Störungen im Stoffwechsel des Herzmuskels. Die Herzkranzgefäße werden erweitert und so die Leistung des Herzmuskels gestärkt. Sie wirken regulierend auf Blutdruck und Herztätigkeit. Ihre volle Heilwirkung erzeugen Weißdornextrakte jedoch erst nach einer längerer Anwendungszeit. Hält man sich dabei an die angegebenen Dosierung, so sind schädliche Nebenwirkungen nicht zu befürchten.