Regenwürmer wühlen sich mit ihren Gängen durch die Bodenschichten und sorgen so im Verborgenen für eine fruchtbare Gartenerde. Erst nach starken Regenfällen tauchen sie an der Oberfläche auf oder man stößt auf die Regenwürmer beim Umgraben des Bodens im Herbst.

Doch Regenwurm ist nicht gleich Regenwurm. Es gibt mindestens 5 Arten, die regelmäßige Gartenbewohner sind. Sie sehen nicht nur unterschiedlich aus, sondern verhalten sich auch unterschiedlich und haben damit jeweils einen etwas Effekt auf die Bodenverbesserung und Humusbildung.

Gemeiner oder Grauer Regenwurm (Allolophora caliginosa) – dieser Regenwurm wird zwischen 5 und 20cm lang, hat eine vorwiegend graue Körperfärbung (er wird deshalb auch Grauer Regenwurm genannt) und bleibt relativ schlank. Dieser Regenwurm lebt zwar in großer Zahl in unseren Gartenböden, erscheint aber fast nie an der Erdoberfläche. Er legt lediglich seien Kothäufchen in der Nähe ab. Meist halten sich diese Regenwürmer in der Nähe der Pflanzenwurzeln auf, wo sie die Erde gründlich durchwühlen. Eine verwandte Art, der Kleine Ackerwurm (Allolophora chlorotica) hält sich eher in schweren, lehmhaltigen, feuchten Böden , zum Beispiel in der Nähe von Gewässern auf und spielt daher im Garten keine wichtige Rolle. Er wird nur bis zu 7cm groß und hat eine blass bläulich-grüne Färbung.

Tauwurm (Lumbricus terrestris) – dieser Regenwurm kann noch 10cm länger als der Gemeine Regenwurm werden. Die vordere Körperhälfte ist meist rötlich gefärbt. Der Hinterleib, d.h. die Segmente hinter dem Clitellum sind eher blass gefärbt. Der Tauwurm kann sich bis zu 3m tief in Boden eingraben. Dort durchmischt er dann den vorwiegend mineralischen Boden mit organischen Substanzen: Ein Grund, warum die Pflanzenwurzeln oft bis in seine Gänge hineinwachsen. Der Tauwurm besiedelt vor allem die Böden unter Wiesenflächen und in Obstbaumkulturen und Obstgärten. Er taucht nachts und am frühen Morgen an der Oberfläche auf.

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Im Bild ein am Boden kriechender Tauwurm (Foto: David Perez, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Kompostwurm (Eisenia fetida)
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Im Bild ein Kompostwurm (Eisenia fetida) (Foto: Rob Hille, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Der Kompostwurm wird bis zu 13xm lang. Er ist intensiv rosarot bis rot gefärbt mit hell gelben Ringen zwischen den rosaroten Segmenten. Er verputzt besonders große Mengen an organischen Material, daher findet man ihn auch vor allem im Komposthaufen. Mit seiner Hilfe lässt sich so ein wertvoller Wurmhumus herstellen. Der Handel bietet dazu Kompostwürmer und sogenannte, voll ausgestattete Wurmboxen an. Man erkenn den Kompostwurm an seinem etwas strengen Geruch. Es gibt eine zweite Kompostwurmart Eisenia andrei, deren ursprüngliche Heimat vermutlich in Sibirien liegt. Da sie aber ebenso wie Eisenia fetida in Wurmfarnen gezüchtet wird, beginnt dieser Kompostwurm sich allmählich auch in Mitteleuropa und darüber hinaus auszubreiten.

Rotwurm (Lubricus rubellus), auch Roter Waldregenwurm

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Rotwurm Lumbricus rubellus (Foto: Holger Casselmann, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Der Rotwurm wird bis zu 12cm lang und ist einheitlich rot bis braunrot gefärbt. Er vergräbt sich nicht tief im Boden, sondern lebt eher an der Bodenoberfläche – vor allem unter Falllaub versteckt. Er ist schlanker als die anderen Regenwürmer und reagiert sehr schnell auf Störungen. Im Falllaub und unter pflanzlichem Mulchmaterial verarbeitet er stattliche Mengen an organischen Material und sorgt damit für die Bildung einer oberflächlichen Humusschicht. Da er sich gut als Angelköder eignet, wird er ebenfalls in Wurmfarnen gezüchtet.

Die besondere Bedeutung von Regenwürmer im Garten liegt nicht nur darin, dass sie den Boden lockern, den Rasen aerifizieren und Pflanzenreste zu wertvollem Humus verarbeiten. Kot und Ausscheidungen der Regenwürmer enthalten auch wertvolle, pflanzen-verfügbare Nährstoffe, Enzyme, Aminosäuren und sogar Antibiotika. Damit fördern sie das Pflanzenwachstum und stärken ihre Widerstandskraft gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Außerdem enthält der Kot der Regenwürmer noch viele nicht vollständig verdaute, organische Substanzen, die anderen Bodenorganismen als Nahrung dienen. Regenwürmer verbessern mit ihren Kotresten auch die Bodenqualität direkt, indem Schadstoffe und Säuren gebunden werden und der pH-Wert gepuffert wird.

Außerdem leisten Regenwürmer auch einen Beitrag zur Biologischen Schädlingsbekämpfung, denn bei ihrer Wanderung in ihren Röhren durch die verschiedenen Bodenschichten vertilgen sie auch Pilzsporen und im Boden abgelegte Insekteneier.

Inzwischen bekommt man auch Fertigpackungen von Wurmkompost im Gartencenter. Spannender ist es natürlich nicht seinen Wurmkompost im Garten mit Hilfe der Regenwürmer selbst herzustellen. Dazu füllt man den Wurmkomposter mit Grünschnitt aus dem Garten gemischt mit rohen Küchenabfällen, z.B. Gemüseresten und Kartoffelschalen und „impft“ dann mit Kompostwürmer an. Besonders sind die Würmer übrigens auf Kaffeesatz! Mit anderen Regenwürmer funktioniert dies nicht so gut, da sie im Gegensatz zu den Kompostwürmer der Gattung Eisenia unbedingt den Bodenkontakt brauchen.