Eine Großlibelle die mit Sicherheit irgendwann am Gartenteich auftaucht, ist der Plattbauch Libellula depressa, auch wenn der Teich erst frisch angelegt worden ist – und das gilt sogar für Fertig- und Betonteiche. Allerdings muss das Wasser klar und ungetrübt sein. Diese Libelle hält sich gern an Ästen auf, die über die Wasserfläche ragen. Dort wartet das Männchen dann auf ein Weibchen. Der Plattbauch fliegt von Mai bis Anfang August. Damit ist er eine der frühesten Libellenarten im Jahr. Nach der Paarung streift das Weibchen umher und impft manchmal auch mehrere Gewässer mit seinen Eiern an. Die Larvenentwicklung dauert zwei Jahre. Wenn der Teich oder Tümpel zwischendurch einmal austrocknen sollte, dann graben sich die Plattbauch-Larven im Bodenschlamm ein und überdauern so die Trockenzeit in einer Art Dauerschlaf bis zu 6 Wochen.

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Männchen der Plattbauch-Libelle (Foto: Tim Bekaert, Public Domain)

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Weibchen der Plattbauch-Libelle (Foto: Andreas Eichler, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Blaue Mosaikjungfer Aeshna cyanea ist weit verbreitet und eine der bei uns häufigsten Großlibellen. Kaum ein Gewässer lässt sie aus. Sie ist der häufigste Vertreter der Familie Aeshnidae. Allerdings ist die Blaue Mosaikjungfer ein ausgesprochener Einzelgänger, der seine Reviergrenzen verbissen gegen jeden Rivalen verteidigt. Wenn sie also am Gartenteich auftaucht, dann immer nur einzeln oder paarweise. Und da diese Libelle ein guter Flieger ist und auch weitab ihres Brutgewässers vorkommt, muss ihr Auftauchen am Gartenteich nicht bedeuten, dass sie dort auch ablaichen wird. Eigentlich sollte sie sofort mit ihren leuchtenden Farben in Blau und Grün auffallen, doch sie sitzt irgendwo am Gewässerrand zwischen den Uferpflanzen ganz still und ist oft nur durch Zufall dort zu entdecken. Die Fortpflanzungszeit der Blauen Mosaikjungfer beginnt im Mai und kann bis Anfang November reichen, da sie gegenüber niedrigen Temperaturen weniger empfindlich als die Kleinlibellen ist. Oft fliegen sie noch in der Abenddämmerung umher und zeigt auch wenig Scheu vor Menschen. Hat sie einen ihr zusagenden Gartenteich entdeckt, so wird sie dort auch wenn er optimal bepflanzt ist, ihre Eier ablegen – vorausgesetzt sie hat nicht schon irgendwo anders ein Stammquartier bezogen. Die Larvenentwicklung dauert etwa 2 Jahre. Die Larven ernähren sich von kleineren Wasserinsekten und anderen Wirbellosen, die erwachsenen Libellen machen Jagd auf alle mögliche Insekten, die sie geschickt im Flug erbeuten.

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Männchen der Blauen Mosaikjungfer im Flug (Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Auch die Große Königslibelle Anax imperator kann fernab ihrer Heimatgewässer auftauchen, sie ein sehr guter Flieger ist. Sie lebt an allen möglichen Formen von stehenden Gewässern und ist der Gartenteich naturnah gestaltet, dann wird sie auch dort irgendwann auftauchen. Auch diese Großlibelle ist ein ausgesprochener Einzelgänger. Die Flugzeit reicht von etwa Mitte Juni bis Mitte Juli. Die Eier werden mit dem Legestachel in abgestorbene , an der Wasseroberfläche schwimmende Pflanzen gelegt. Nach etwa 3 Wochen schlüpfen die Larven. Die Larvenentwicklung dauert 1 bis 2 Jahre, je nachdem wann die Larven geschlüpft sind und ein- oder zweimal überwintern. Die Larven ernähren sich vor allem von Wasserinsekten, aber auch Wassermilben und anderen Wirbellosen.

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Weibchen der Großen Königslibelle bei der Eiablage (Foto: Christian Fischer, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).