Viel hilft viel“ – eine altbekannte Redensart, die aber sicher nicht für das Düngen im Garten gilt. Durch Überdüngen kann man oft mehr Schaden anrichten, als wenn zu wenig gedüngt wird.

Und dabei wird oft übersehen, dass zunächst einmal der Boden beim Überdüngen zu viel Nährstoffe aufnehmen muss, die er dann teilweise an die Pflanzen weitergibt. Beim Überdüngen – vor allem mit mineralischen Volldüngern – kann zunächst einmal der Boden und sein Bodenleben in Mitleidenschaft gezogen werden. Und was vom Boden nicht zurückgehalten wird, das versickert dann bis ins Grundwasser.

Salzschäden: Durch eine regelmäßige Überdüngung vor allem mit rein mineralischen Düngern kann durch die Anreicherung zu einer Versalzung des Bodens. Im Extremfall bildet sich schließlich in der obersten Bodenschicht eine Salzkruste. Und das kann zum Absterben der Mikroorganismen im Boden führen und die Aufnahme von Wasser und gelösten Nährstoffen in die Pflanzenwurzeln blockieren, sodass die Pflanzen verkümmern, vertrocknen und schließlich ebenfalls absterben.

Verätzungen: Wenn Flüssigdünger zu hoch dosiert wird und dann solch zu hoch konzentrierter Flüssigdünger zur Blattdüngung über das Laub gespritzt wird, können die Blattoberflächen verätzen, die Epidermis zerstört werden, bis die Photosynthese zum Erliegen kommt.

Verbrennungen: dazu kommt es wenn zu hoch konzentrierter Dünger bei hoher Sonneneinstrahlung ausgebracht wird. Das kann zum Beispiel im Rasen zum Braunwerden und Absterben ganzer Grasflächen führen.

Doch wie viel ist zu viel?
Das ist natürlich von Pflanzenart zu Pflanzenart ganz verschieden und lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu viel ist aber der Dünger, der nicht von der Pflanze in einem angemessenen Zeitraum aufgenommen werden kann. Oder der vor der pflanze ungenutzt in tiefere Schichten versickert und dann vielleicht sogar bis ins Grundwasser vordringt – dies gilt besonders für Flüssigdünger. Das richtige Düngen setzt also voraus, dass man die Nährstoffansprüche der jeweiligen Pflanzenart kennt.

Ebenso wichtig für richtiges Düngen ist es aber auch, die jeweilige Bodenart zu berücksichtigen. Der jeweilige Bodentyp ist relativ einfach und mit einfachen Hilfsmittel zu bestimmen. (Darauf bin ich bereits in einem früheren Beitrag eingegangen > https://forum.floristik24.de/threads...nutzbar-machen). Ein schwerer Lehmboden z. B. braucht weniger Dünger als ein durchlässiger Sandboden.

Als Drittes muss man aber auch die speziellen Eigenschaften des Düngemittels kennen. Es gibt gravierende Unterscheide zwischen Flüssigdünger und einen Dünger in Granulat oder Pelletform. Und es gibt auch Unterschiede zwischen einem mineralischen und einem organischen Dünger. Am besten ist man bei Verwendung eines organischen Langzeitdüngers vor Überdüngung geschützt. Denn solch ein organischer Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab. Einen Überblick über Organische Düngemittel, ihre speziellen Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten habe ich bereits in dem Beitrag ist https://forum.floristik24.de/threads...l-im-Überblick) gegeben.

Die Gefahr ist zwar geringer als bei Flüssigdünger oder rein mineralischem Dünger, doch auch mit einem organischen Dünger kann man Boden und Pflanzen überdüngen, wie ich am Beispiel von Gartenkompost beschrieben habe (> https://forum.floristik24.de/threads...cht-überdüngen).