Zu dieser Gruppe von Wasserwanzen zählen bei uns in Mitteleuropa drei Familien, die in unseren Gartenteichen vorkommen können: Die Familie der Wasserläufer (Gerridae), Teichläufer (Hydrometridae und der Hüftwasserläufer (Mesoveliidae). 2 weitere Familien kommen nicht stehenden Gewässern vor.

Allen ist gemeinsam, dass sie sich weniger im Wasser, als vielmehr auf der Wasseroberfläche fortbewegen – und zwar blitzschnell. Schlittschuhläufern gleich sausen sie über die Wasserfläche. Dazu nutzen sie die Oberflächenspannung des Wassers aus. Dabei halten sie die Beine wie Ausleger, so dass sie in fast ihrer ganzen Länge das Wasser berühren. Zusätzlich schützt diese Insekten ein dichter Haarfilz mit einem Luftfilm auf der Körperunterseite vor Benetzung mit Wasser. Sie bewegen sich meist stoßartig übers Wasser, können aber auch weit springen.


1. Familie Wasserläufer (Gerridae)

Die Männchen sind meist kleiner als ihre Weibchen und lassen sich manchmal tagelang von ihnen auf dem Rücken tragen.

Am häufigsten in Mitteleuropa ist der Wasserläufer Gerris lacustris. Der Körper ist etwa 1cm lang und meist schräg über der Wasseroberfläche gehalten. Beim ruckartigen Vorwärtsstoßen werden nur die hinteren und mittleren Beinpaare bewegt. Die Beine werden weit abgespreizt, so dass das Körpergewicht über eine größere Wasserfläche verteilt wird, so dass die Wasserläufer von der Oberflächenspannung getragen werden, ohne einzusinken.

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Gemeiner Wasserläufer Gerris Lacustris (Foto: Richard Bartz, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic)

Diese Wasserläufer können auch gut fliegen und so sind sie meist die ersten Insekten, die sich auf einem neu angelegten Gartenteich einfinden.

Sie machen Jagd auf Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen oder gerade erst geschlüpft, an die Wasseroberfläche treiben. Die Beute orten sie mit Hilfe von Rezeptoren an den letzten Fußgliedern, mit deren Hilfe sie auch kleinste Erschütterungen des Wasserspiegels wahrnehmen können.

Der Gemeine Wasserläufer bildet im Jahresverlauf 2 Generationen, eine schlüpft zu Frühjahrsbeginn, die andere im Hochsommer. Wie die meisten Wasserinsekten so hat auch diese Art 5 Larvenstadien,. Im 2. und 3. Larvenstadium ist der Hinterleib merkwürdigerweise vollständig zurückgebildet, während das 4. und 5.Stadium dann wieder einen voll ausgebildeten Hinterleib hat. Und bei den adulten Wasserläufern können bei ein und derselben Art sowohl geflügelte als auch ungeflügelte Formen auftreten.

2. Familie Teichläufer (Hydrometridae)

In Mitteleuropa gibt es nur 2 Arten in der Familie der Teichläufer. Am häufigsten ist der Gemeine Teichläufer Hydrometra stagnorum. Dieser Teichläufer wird bis zu 13mm lang. Er hat einen sehr schmalen Körper und einen nach vorne gestreckten Kopf. Die Bauchseite ist dank des feinen Haarfilzes unbenetzbar. Im Gegensatz zu den Wasserläufern stützt er sich mit seinen Beinen von der Wasseroberfläche ab. Oder er hält sich versteckt im Uferbereich z. B. unter Steinen auf. Die Beine sind im Verhältnis zum Körper sehr lang.

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Gemeiner Teichläufer Hydrometra stagnorum (Foto: Holger Gröschl, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Deutschland).

Der Teichläufer lebt vor allem von toten, auf dem Wasser treibenden Insekten, die er mit seinem gut ausgeprägten Geruchssinn aufspürt.


3. Familie Hüftwasserläufer (Mesoveliidae)

In Mitteleuropa kommt nur eine Art vor, der Hüftwasserläufer Mesovelia furcata. Diese Wasserläufer halten sich meist in der von dicht mit Pflanzen besetzten Ufern von Weihern und Teichen auf, wobei sie vor allem auf den Schwimmblättern von Seerosen und anderen Schwimmblattpflanzen umher kriechen. Als Beute dienen ihnen andere Insekten, die auf der Wasseroberfläche treiben.

Der Hüftwasserläufer ähnelt in Größe, Körperform und grüner Körperfärbung einer Blattlaus Die Beine des Hüftwasserläufers sind im Vergleich zum Körper relativ lang und dünn. Die meisten Exemplare sind flügellos.

Der Hüftwasserläufer hat 3 Generationen pro Jahr. Im Gegensatz zu den anderen beiden Familien durch laufen die Larven des Hüftwasserläufers nur 4 Stadien. Hüftwasserläufer überwintern im Eistadium.