Die Taumelkäfer der Familie Gyrinidae fallen von allen im Gartenteich vorkommenden Käfern am ehesten auf, und zwar durch ihre besondere Fortbewegungsweise. Denn sie schwimmen, bzw. schießen direkt blitzschnell an der Wasseroberfläche in Spiralen und Kreisen umher. Geradlinig können sie sich offensichtlich gar nicht fortbewegen. Das hängt mit ihrem Körperbau zusammen, der einem flachen, kiel- und steuerlosen Boot gleicht. Allerdings haben sie breite, flache Mittel- und Hinterbeine mit langen Schwimmhaaren und sind damit am besten von allen Käfern an das Leben im Wasser angepasst.

An Land hätten sie damit keine Chance mehr. Sie bleiben stattdessen fast immer direkt an der Wasseroberfläche. Manchmal ruhen sie sich auch auf den Schwimmblättern der Seerosen oder anderen Teichpflanzen aus und lassen sich die Sonne auf die Flügeldecken scheinen.

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Taumelkäfer (Gyrinus substriatus) an der Wasseroberfläche schwimmend (Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic)

Auch ihre Augen sind optimal an das Leben an der Wasseroberfläche angepasst. Ihre Facettenaugen sind nämlich durch eine Querfalte zweigeteilt; mit den oberen Augenhälfte können sie gut oberhalb des Wasserspiegels, mit der unteren Augenpartie dagegen unter Wasser.

Um Fressfeinden zu entgehen, können sie auch blitzschnell in die Wassertiefe abtauchen. Sie sind aber überkompensiert und damit sie nicht gleich wieder wie ein Korken an die Wasseroberfläche emporschießen, klammern sie sich an Unterwasserpflanzen fest. Aber auch die Taumelkäfer und ihre Larven leben räuberisch, auf die sie an der Wasseroberfläche oder die Larven unter Wasser Jagd machen. Sie packen die Beute mit ihren Kieferzangen (den sogenannten Mandibeln), überschütten ihr Opfer mit einem lähmenden und den Körper auflösenden Gift, zerstückeln es dann mit ihren Mandibeln, um ihn schließlich aufzufressen.

Im Mai/Juni kleben die Weibchen der Taumelkäfer die Eier unter Wassern an Holz, Wurzeln u. ä.an. Die Larven zimmern sich am Ende ihrer Entwicklungszeit einen Puppen-Kokon aus Algenfäden und anderen Fremdkörpern, die sie mit ihrem Sekret zusammenkleben. Die adulten Taumelkäfer überwintern meist in Ufernähe unter Steinen, Falllaub oder Uferpflanzen.

Eine weitere Gruppe von im Wasser lebenden Käfern sind die Wassertreter (Familie Haliplidae), die mit ungefähr 17 bis 18 Arten in Deutschland vorkommen. Sie sind weniger als einen halben Zentimeter lang und nur 2mm breit.

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Ein in Deutschland häufiger Wassertreter (Familie Haliplidae) (Foto: Udo Schmidt, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic).

Sie sind eindeutig an ihrer ungewöhnlichen Fortbewegungsweise von anderen Wasserkäfern zu unterscheiden. Sie bewegen nämlich ihre Beinpaare, die lang behaart sind, nicht gleichzeitig vor und zurück, sondern jedes Bein einzeln für sich; sie strampeln also gleichsam durchs Wasser. Daher ihr Name Wassertreter.

Ein weiteres Merkmal der Wassertreter: Wenn man sie aus dem Wasser nimmt, auf den Rücken dreht und eine Lupe zu Hilfe nimmt, dann sieht man, dass die Hüften der Hinterbeine stark verbreitert sind und diese Hüftplatten in der Mitte zusammenstoßen. Dank dieser breiten Hüftplatten können sie einen Luftvorrat zwischen Bauch und Hüftplatten mit unter Wasser nehmen. Mit diesem relativ großen Luftvorrat können sie dann recht lang unter Wasser bleiben und Algen von Steinen und Wasserpflanzen abweiden.

Die Wassertreter-Weibchen legen ihre Eier an Algenfäden oder in Algenwatten ab. Die Larven sind sehr schlank. Sie bohren mit Hilfe ihrer Mundwerkzeuge Algenfäden an, die sie dann aussaugen können. Am Ende ihrer Larvenentwicklung verpuppen sie sich, wobei sie sich in Erdlöcher am Teichufer zurückziehen.

Die Wasserkäfer der Familie Hydrophilidae sind in Mitteleuropa mit etwa 150 Arten vertreten. Von diesen leben aber nur etwa 100 wirklich im Wasser, der Rest eher im Übergangsbereich zwischen Gewässer und Land. Auf den ersten Blick sehen diese Wasserkäfer den Schwimmkäfern (Familie Dytiscidae) ähnlich. Es gibt aber einige Unterschiede: Im Gegensatz zu den Schwimmkäfer ist der Rücken der Wasserkäfer stark aufgewölbt, Mittel- und Hinterbeine sind nur spärlich behaart, und sie bewegen ihre Beine auch nicht paarweise, sondern einzeln im Wasser und zwar recht langsam. Wasserkäfer beziehen ihren Sauerstoff aus der Luft. Den Luftvorrat halten auf den samtartigen Haarflächen der auf der Bauchunterseite. Zum Luftholen kommen sie mit dem Kopf voran an die Wasseroberfläche.

Einer der bei uns in Mitteleuropa häufigsten Wasserkäfer ist der hier abgebildete Stachelwasserkäfer (Hydrochara caraboides), auch Kleiner Kolbenwasserkäfer genannt. Er hat einen gedrungenen Körperbau und ist zwischen 1,4 und 1,9cm lang. Er hat einen stark gewölbten Rücken, die Bauchseite ist dagegen flach. Die Fühler sind kurz, aber keulenförmig am Ende verdickt. Dafür sind die Kiefertaster umso länger; sie werden fühlerartig vorgestreckt, im Bild sind sie zweifach abgewinkelt. Die Brust hat auf der Unterseite einen langen, nach hinten weisenden Dorn (daher der Name Stachelwasserkäfer). Die Körpergrundfärbung ist schwarz, schimmert aber leicht olivgrün.

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Der Stachelwasserkäfer Hydrochara caraboides, häufig in Tümpeln und kleineren Weihern (Foto: Udo Schmidt, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic).

Die Larve des Stachelwasserkäfer ist grünlich braun gefärbt, im letzten Larvenstadium misst sie etwa 3cm Länge. Am Kopf trägt sie sichelförmige Kieferzangen (Mandibeln), die auf der Innenseite jeweils 2 spitze Zähen haben. Die Larvenentwicklung dauert von etwa August bis zum Juni. Dann kriecht sie ans Ufer, wo sie sich in einer kleinen Erdhöhle verpuppt. Die Käfer überwintern an Land.

Der adulte Wasserkäfer ernährt sich vegetarisch von Wasserpflanzen und Algen, geht aber ach an Aas. Die Larven lebt dagegen räuberisch und sucht sich Kleinkrebse (z. B. Wasserflöhe) und andere Wasserinsekten als Beute. Die Beute wird noch vor dem Mund durch Verdauungssäfte verflüssigt und dann mit dem Kopf über Wasser zu Brei geknetet und dann dieser Nahrungsbrei mit dem Mund aufgesaugt. Am Ende der Larvenentwicklung kriecht die Larve ans Ufer, wo sie sich in einer kleinen Erdhöhle verpuppt.

Die Rüsselkäfer (Familie Curculionidae) leben fast ausschließlich an Land, wobei manche Arten ausgesprochene Pflanzenschädlinge sind. Eine Ausnahme bildet der im Wasser lebende, nur 2mm lange Rüsselkäfer Phytobius leucogaster. Er hält sich meist zwischen feinfiedrigen Unterwasserpflanzen (z.B. Tausendblatt Myriophyllum) auf, an denen er herumklettert, da er nicht schwimmen kann. Dieser Rüsselkäfer hat eine hell-grüne Grundfärbung mit dunkel-grünen Flecken. Der Körper ist mit wasserabweisenden Schuppen bedeckt und von einer Schicht aus Luft eingehüllt.

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Der einzige im Wasser lebende Rüsselkäfer (Phytobius leucogaster). Er hält sich meist an Unterwasserpflanzen auf.