Ist der Gartenteich halbwegs naturnah eingerichtet und bepflanzt, werden sich alsbald auch die ersten Wasserkäfer einstellen. Denn die meisten von ihnen sind nicht nur gute Schwimmer, sondern können auch fliegen und so immer wieder neue Gewässer aufsuchen. Einige der interessantesten Arten unter den Wasserkäfern möchte ich kurz in Wort und Bild vorstellen.

Die beiden größten Käfer, die man in einem Gartenteich entdecken kann, das sind der Gelbrand- und der Breitrandkäfer, beide gehören zur Familie der Schwimmkäfer.

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Gelbrandkäfer, links Männchen, rechts Weibchen (aus Reitter Fauna Germanica 1909, Public Domain)

Der Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis) kann bis zu 3 1/2cm groß sein. Als gewandter Schwimmkäfer hat er einen fast stromlinienförmigen Körperbau. Kopf, Brustsegmente, Flügeldecken und Hinterleib gehen praktisch ohne Zwischenräume ineinander über und der Körperrand ist an den Seiten scharf gekielt. An den Hinterbeinen trägt der Gelbrandkäfer lange Schwimmborste. Die Vorderbeine des Männchens haben große, runde Haftscheiben, mit denen er sich bei der Paarung am glatten Halsschild des Weibchens festhalten kann. Denn diese Haftscheiben haben jeweils 2 große und bis zu 150 kleine Saugnäpfe. Die Flügeldecken sind beim Männchen glatt und glänzend, beim Weibchen dagegen deutlich gefurcht. Rund um den Halsschild ist bei beiden Geschlechtern ein durchgehender, breiter Rand in Gelb zu sehen.

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Larve und Weibchen des Gelbrandkäfers an einer Kaulquappe als Beute (Graphik: Dixi, Pubic Domain).

Die Larve des Gelbrandkäfers ist mit 6cm länger noch deutlich größer als die adulten Käfer. Sie hat eine flache, trapezartig geformten Kopf, der vorne verbreitert ist. Mit den dolchförmigen Kieferzangen kann sie ihre Beute – das sind vor allem Insektenlarven, Kaulquappen, und sogar kleinere Fische – blitzschnell packen und dann mit Hilfe eines Verdauungssektrets auflösen und aufsaugen. Meist verharrt die Gelbrandkäfer-Larve aber ruhig kopfunter und heftet ihre Hinterleibspitze an die Wasseroberfläche.

Gelbrandkäfer sind in Mitteleuropa recht häufig. Sie besiedeln vor allem kleinere, stehende Gewässer, auch regelmäßig Gartenteiche. Während die Larven nur lebende Beute überwältigen, gegen die adulten Gelbrandkäfer zusätzlich auch an Aas. Beide Käfer und Larven können auch der Fischbrut und kleineren Fischarten gefährlich werden.

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Weibchen des Breitrandkäfers (Graphik: Emil Hochdanz, Public Domain).

Wesentlich seltener ist der Breitrandkäfer (Dytiscus latissimus), der mit bis 4,4cm deutlich größer ist als der Gelbrandkäfer. Die Flügeldecken des Breitrandkäfer-Weibchens sind tief gefurcht, die des Männchens dagegen glatt. Bei Beiden sind die Flügeldecken über den gelben Rand hinaus verbreitert. Das Männchen hat an den Vorderbeinen ähnliche Saugscheiben wie der männliche Gelbrandkäfer. Lebensweise von Larve und dem adulten Käfer gleichen denen des Gelbrandkäfer, jedoch werden nur kranke Fische erbeutet, da die Käfer für den Beutefang zu langsam sind.

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Gaukler (Foto: Wim Rubers, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

In Deutschland selten geworden ist auch der Gaukler (Cybister lateralimarginalis). Er sieht dem Gelbbrandkäfer ähnlich, hat jedoch eine braune bis schwarze Körperfarbe, einen noch breiteren und flacheren Körper. Das Halsschild hat nur an den beiden Seiten einen gelben Randstreifen. Die Larve ist schlanker als die des Gelbrandkäfers, aber mit 8cm noch etwas länger. Die Gaukler besiedeln saubere, pflanzenreiche Seen, Weiher und Teiche. Als Nahrung werden vor allem Wasserschnecken und Kaulquappen erbeutet. Der Gaukler ist der schnellste Schwimmer unter den Schwimmkäfern; dies gilt allerdings nicht für die Larve, die sich an Wasserpflanzen entlang hangelt und auch zum Luftholen an Wasserpflanzen festhält.

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Weibchen des Furchenschwimmers (Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)


Relativ häufig ist dagegen der Furchenschwimmer (Acilius sulcatus).Dieser Käfer ist nur 1,6 bis 1,8cm groß. Und im Unterschied zu den anderen drei, hier vorgestellten Schwimmkäfern, ist der Furchenschwimmer auf der Ober- und der Unterseite dicht punktiert und auf dem gelben Halsschild sind zwei schwarze Querbinden zu sehen. Die Larve des Furchenschwimmers hat einen sehr schmalen Kopf und einen lang gestreckten Hinterleib mit einer buckelförmigen Aufwölbung in der Mitte. Die Larve gilt als die beste Schwimmerin aller Schwimmkäfer. Sie kann sich aber auch sprunghaft vorwärts schnellen, wobei den Hinterleib gegen Kopf und Brust schlägt. Zu ihrer Beute zählen vor allem Mückenlarven und planktisch lebende Kleinkrebse, also vor allem Wasserflöhe und Hüpferlinge. Zur Verpuppung kriecht die Larve an den Gewässerrand und sucht sich eine kleine Erdhöhle, die sie mit ihrem Sekret auskittet und befestigt. - Auch das Weibchen des Furchenschwimmers kommt zur Eiablage aus dem Wasser heraus. Es legt seine kleinen Eipakete vor allem an kleinere, feuchte Holz- und Rinden-Stücke.

Die Schwimmkäfer zählen zu den besten Schwimmern unter den im Wasser lebenden Insekten. Ihre Hinterbeine mit den breiten, flachen Gliedern und den langen Schwimmborsten dienen ihnen dabei als Ruder. Beide Hinterbeine werden beim Schwimmen gleichzeitig zurückgestoßen – im Gegensatz zu den Wasserkäfern im engeren Sinn, den Hydrophilidae). Zum Luftholen hängen sich die Schwimmkäfer mit dem Hinterleib an die Wasseroberfläche und sammeln die frischen Luftblasen unter ihren Flügeldecken. Alle Schwimmkäfer leben räuberisch.