An Rosen, vor allem Wildrosen und ihnen nahe stehenden älteren Zuchtsorten, sind manchmal bizarre, kugelförmige Gebilde aus rötlich-gelbe Büscheln zu sehen, die als Rosenapfel oder Rosenkönig bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um die Gallbildung einer Rosengallwespe. Im Inneren des fruchtähnlichen Kerns der Galle, gibt es mehrere Kammern, in denen jeweils eine Larve der Rosengallwespe lebt.

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Ein Rosenapfel an einem grünen, noch nicht vollständig verholzten Trieb einer Rose (Foto: Björn Appel, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Rosengallwespe ist ein schwarzes, weniger als einen halben Zentimeter großes Insekt, welches im Aussehen eher einer Ameise als einer Wespe ähnelt. Wie alle Gallwespen, so kümmert sich auch die Rosengallwespe um ihre Brut.

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Das Weibchen der Rosengallwespe (Foto: Thiothrix, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Weibchen der Rosengallwespe vermehren sich meist auch ohne Befruchtung der Eier. Diese werden vom Weibchen immer zu mehreren in das Gewebe noch junger Rosentriebe. Durch den Einstich wird das Pflanzengewebe an dieser Stelle zum Wuchern angeregt. Auslöser sind bestimmte Substanzen, die während des Einstichs der Gallwespe und im Laufe der Entwicklung von den Larven ausgeschieden werden. Durch den Fraß der Larven bilden sich nach und nach Hohlräume, in denen die Laven leben. Dabei hat jede Larve ihre eigene Kammer. Den Winter über bleiben die Gallwespenlarven in ihren Kammern: Dort haben sie genügend zu fressen und sind vor Regen und Frost gut geschützt. Allerdings können auch Parasiten in diese Hohlräume vordringen und die Gallwespenlarven infizieren und ihren bestand damit dezimieren. Im Frühjahr verpuppen sich die Rosengallwespen-Larven in ihren Kammern und schlüpfen wenig später. Meist sind es wieder die Weibchen, die für die nächsten Generation von Rosengallwespen sorgen.

Die Rosengehölze selbst leiden kaum unter diesen Wespengallen, selbst wenn sich an einer Rose mehrere solcher Rosenäpfel bilden. In einem naturnah gepflegten Garten ohne Pestizideinsatz haben die Rosengallwespen genügend Feinde, die sie dezimieren und ihre Population damit klein halten. Und wen diese – wie ich finde – interessanten Gebilde tatsächlich stört, der kann sie im Herbst ja einfach absammeln.