Jetzt, wo wir im Hochsommer angekommen sind, treten auch wieder die Stechmücken in Aktion und können zu einer echten Plage werden. Eigentlich ist es dies Jahr zu trocken und zu heißen, aber auch im Garten findet sich immer noch eine kleine Wasserstelle, wo die Weibchen ihre schiffchenförmigen Eigelege an der Wasseroberfläche ablegen können. Dazu reicht ihnen ein kleiner Miniteich, eine offene Regentonne, manchmal sogar ein Blumenkübel oder eine Schale, in der ein wenig Wasser steht – und so etwas findet sich ja in jedem Garten.

Um das zunächst einmal klarzustellen: Es stechen nur die Weibchen. Sie müssen genügend Blut saugen, damit sich ihre Ovarien voll entwickeln und sie genügend Eier produzieren können. Die Männchen brauchen deshalb kein Blut saugen; ihre Funktion besteht lediglich darin, die Stechmücken-Weibchen zu befruchten.

In Mitteleuropa kommen Stechmücken von drei Gattungen vor. Am häufigsten sind die Culex-Arten. Sie sind auch die ersten, die bereits zum Frühjahrsende/ Sommeranfang im Garten auftauchen. Abgesehen von dem schmerzhaften Stich beim Blutsaugen sind sie harmlos und übertragen auch keine Krankheiten.

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Die Larven der Stechmückengattung Culex hängen mit ihrem langen Atemrohr kopfunter an der Wasseroberfläche. In dieser Stellung filtrieren sie auch Algen und andere Nahrungspartikel aus dem Wasser. Das dunkelbraune Tier mit der gekrümmten „Seepferdchen-Stellung“ ist eine Stechmückenpuppe (Foto: James Gathany, CDC, Creative Commons Attr.-Share Alike 2,5 Generic).

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Den Stechmückenlarven der Gattung Anopheles fehlt dagegen das lange Atemrohr. Sie haben stattdessen nur zwei kleine Öffnungen am Hinterleibsende, Stigmen genannt. Zum Luft holen legen sie sich parallel zur Wasseroberfläche, wobei die beiden Stigmen über den Wasserspiegel hinaus gehoben werden muss. Gleichzeitig drehen sie ihren Kopf um fast 180o, sodass die Kopfunterseite nach oben zeigt und die Larve die Kahmhaut, den Wasserfilm mit den an der Wasseroberfläche treibenden Algen, Bakterien und anderen Nahrungspartikeln abfiltrieren kann (Foto: Steffen Dietzel, Public Domain).


Einige Tage bis Wochen später folgen die Stechmücken der Gattung Aedes. Man erkennt die erwachsenen Stechmücken dieser Gattung an den schwarz geringelten Beinen und auch die Körpersegmente sind teilweise schwarz-weiß quergestreift. Deshalb werden sie auch Tigermücken genannt.

Sie sind besonders zahlreich in den feuchten Tropen, wo sie vor allem in Afrika, Asien und im Indopazifischen Raum einige gefährliche Krankheiten übertragen können: Vor allem das Dengue-Fieber, außerdem Chikungunyafieber (wörtlich übersetzt Gekrümmter Mann), das sich in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts sehr schnell auf den Inseln im indischen Ozean ausgebreitet hat, sowie das West-Nil-Virus, welches Ende der 1990-ziger Jahre sich sogar in New York ausbreiten konnte.

Während einige Aedes-Arten gut an unser klimatisch gemäßigtes Klima angepasst sind, brauchen die meisten Arten ein feucht-schwüles, regenreiches Klima, welches sie nur in den humiden Tropen finden.

Weltweit auf dem Vormarsch ist allerdings eine Art, die Aedes albopictus, die u. a. das Dengue-Fieber und das Nil-Virus übertragen kann. Diese Aedes ist zwar ursprünglich ebenfalls in den afrikanischen Tropen heimisch, breitet sich im Zuge der globalen Klimaerwärmung aber immer mehr nach Norden aus. So ist zum Beispiel auf dem Umweg über Japan nach Nordamerika und bis nach New York vorgedrungen. Das Heimtückische bei dieser Art ist nämlich, dass sie im Eistadium selbst Frost schadlos überstehen und deshalb auch in Europa überwintern kann.

Doch ich will hier keine Panik verbreiten, noch ist es nicht soweit – bei uns in Mitteleuropa spielt diese Aedes-Art noch keine Rolle. Unsere einheimischen Aedes-Arten sind abgesehen vom schmerzhaften Stich harmlos.

Als letztes tauchen im Hochsommer die Stechmücken der Gattung Anopheles auf. Ihr Stich ist zwar besonders schmerzhaft, aber diese Stechmücken sind bei uns in Mitteleuropa seltener und fehlen in vielen Regionen völlig. In den Tropen sind einige Arten der Gattung Anopheles Überträger der gefürchteten Malaria, bei uns kommt die Krankheit aber nicht vor.

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Die dritte bei uns ebenfalls vorkommende Stechmückengattung ist Aedes, hier im Bild ein blutsaugendes Weibchen der gefürchteten Tigermücke Aedes albopictus, die allerdings bei uns in Mitteleuropa noch selten ist (Foto: snowyowls, Creative Commons Share-Alike Attr. 2.5 Generic).


Auch wenn sie bei uns keine Krankheiten übertragen, lästig sind die Blutsauger aber allemal. Im Haus kann man sich ja mit geeigneten Fliegengittern und -folien schützen. Auch Wind und Zugluft hält die Stechmücken fern (z. B. in dem man nachts einen Ventilator laufen lässt).

Auch als Hobbygärtner kann man einiges dazu beitragen, dass die Stechmückenplage im Sommer nicht überhand nimmt. Vor allem, indem man ihnen keine geeigneten Brutstätten in Teich oder Regentonne bietet.

Ich halte meine offenen Wasserflächen im Garten mit einigen ganz einfachen, bewährten Methoden stechmückenfrei:

Seit Anfang Juni habe ich etwa 100 Endler-Guppies in den großen Gartenteich eingesetzt und in einen der 3 kleinen Miniteiche etwa 20 Endler-Guppies. Darüber habe ich ja hier im Gartenforum schon öfters berichtet (> Eine Nahrungskette aus Algen- Wasserflöhe – Fischen im Gartenteich > https://forum.floristik24.de/threads...uss-nicht-sein! ). Die halten die beiden Wasserflächen absolut stechmückenfrei und müssen auch noch täglich mit getrockneten Wasserflöhen u. a. zugefüttert werden. 2 weitere Miniteiche sind mit einer dünnen Schicht aus Wasser- und Teichlinsen bedeckt – das hält die Stechmückenweibchen von der Eiablage dort ab. Einen weiteren größeren Fertigteich habe ich inzwischen nach und nach verlanden lassen, da entwickelt sich jetzt ein Sumpfbeet.

Man muss sich aber nicht unbedingt Fische anschaffen, um der Mückenplage Herr zu werden. Auch eine bewegte Wasseroberfläche wird von den Stechmückenweibchen gemieden. Dazu muss man nicht gleich eine teure Teichpumpe einsetzen. Eine Fontäne mit einer solar betriebene kleinen Plattform, die man direkt auf die Wasseroberfläche setzt, tut es auch. Perfekt ist natürlich ein künstlicher Bachlauf, dessen Wasser über einen kleinen Wasserfall in den Teich zurück-plätschert und dort für eine permanente Oberflächenströmung sorgt.

Regenwassertonne kann man einfach abdecken. Das hält das Wasser darin auch gleichzeitig sauber und algenfrei.