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Thema: Wildbienen im Garten beobachten

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Sedumania
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    Wildbienen im Garten beobachten

    Der Rückgang der Honigbienen im Laufe der letzten Jahre ist unbestritten und nimmt teilweise dramatisch zu. Das mag verschiedene Ursachen haben wie die Ausbreitung der Varroa-Milbe, der massive Einsatz von Herbiziden und Insektiziden, klimatische Einflüsse uvm. Außerdem geben immer mehr Imker auf oder klagen über mangelnden Nachwuchs. Bald gibt es nicht mehr genügend Bienen zum Bestäuben der Blüten von Obst, Gemüse- und Zierpflanzen.

    So richtet sich das Augenmerk vieler Hobbygärtner, Obstbauern und Landwirte auf die Wildbienen als Blütenbestäuber. Nistenhilfen, z.B. Insektenhotels, werden spezielle für Wildbienen angelegt. Aber können Wildbienen wirklich unsere Honigbienen dabei ersetzen? Darauf habe ich bereits in einem anderen Beitrag vor einigen Jahren hier im Forum eine Antwort zu finden versucht (sie https://forum.floristik24.de/threads...ght=Wildbienen).

    Es gibt zwar fast 600 verschiedene Wildbienenarten in Deutschland, aber die allermeisten gründen keinen eigenen Staat wie die Königin von Apis mellifica, der Honigbeine. Die Mehrzahl der Wildbienenarten lebt als Einzelkämpferin solitär, sie ziehen nur einzelne Nachkommen auf. Wildbienen können also die Honigbienen schon rein zahlenmäßig nicht ersetzen.

    Außerdem wird übersehen, dass viele Wildbienenarten mindestens ebenso in ihrem Fortbestand gefährdet sind wie die Honigbienen.

    Wildbiene ist außerdem nicht gleich Wildbiene. Lebensweise, Fortpflanzung, Nistbau und Brutpflege können von Familie zu Familie, von Gattung zu Gattung sehr unterschiedlich sein. Und sie sind es als Einzelkämpfer gewohnt, sich selbständig durchs Leben zu schlagen und allein für ihren Nachwuchs zu sorgen. Mit künstlichen Nisthilfen, z.B. in einem Insektenhotel, kann man nur recht wenige Arten in den Garten locken.

    Auch wenn Wildbienen nicht alle in sie gesetzte Erwartungen als Blütenbestäuber erfüllen können, so lohnt es sich doch ihnen in einem möglichst naturnahen Garten ein Refugium zu bieten und damit ein Wenig zur Erhaltung dieser in ihrem Fortbestand teilweise stark bedrohten Insekten beizutragen.

    Mit etwas Übung sind die verschiedenen Familien der Wildbienen gut voneinander zu unterscheiden. Wenn man sich ruhig verhält, lassen sie sich beim Pollen- und Nektarsammeln, beim Bau ihr Nester und sogar bei der Brutpflege aus nächster Nähe beobachten. Denn Wildbienen sind nicht aggressiv und stechen so gut wie nie.

    Pelzbienen ähneln mit der dicken Behaarung des Brustabschnittes im Aussehen kleinen Hummeln. Sie gehören jedoch z den Beinsammlern unter den solitär lebenden Wildbienen. Ihre Nistkammern legen sie in morschem Holz an oder im lockeren Boden an.

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    Eine Pelzbiene der Gattung Anthophora (Foto: gailhampshire, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)

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    Eine Wollbiene der Gattung Anthidium (Foto: Bruce Marlin, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 Generic)

    Die 8 mitteleuropäischen Wollbienenarten der Gattung Anthidium sind ca. 1cm groß. Typisch für diese Gattung ist die schwarz-gelbe Ringelzeichnung des Hinterleibs, mit der sie zur Abschreckung potentieller Feinde eine Wespe nachahmen (Mimikry). Ihr Lebensraum ist das offene Wiesengelände. Dort legen sie im Boden ihre Nester an, die mit Hilfe von fein geraspelter „Wolle“ aus Pflanzenstückchen, vor allem von den Blättern der Königskerzen , auspolstern. Schwebfliegen gleich stehen sie im Schwirrflug über den Blüten, um deren Nektar zu saugen. - Einige Arten kleben ihre Eier auch mit Hilfe von Harz an der Unterseite von Steinen fest; diese Wildbienen werden daher auch Harzbienen genannt.

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    Eine Mauerbiene Osmia (Foto: soebe, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

    Die Mauerbienen der Gattung Osmia zählen zu den häufigsten Gartenbesuchern unter den Wildbienen. In Mitteleuropa kommen etwa 30 Arten vor; sie gehören zur Familie Megachilidae, von denen ca. 90 Arten bekannt sind. Mauerbienen sind durchschnittlich etwa 1cm groß. Diese Wildbienen sind vor allem an dem für sie typischen Nestbauverhalten zu erkennen: Sie vermischen feuchten Lehm mit ihrem Speichel und mörteln damit ihre Bauten aus. Einige Mauerbienen verwenden dazu leere Schneckenhäusern, andere Ritzen und Fugen in Mauern oder sie legen Wohn- und Niströhren in feuchten Lehmwänden an. Hebt man zum Beispiel eine Grube aus, um einen Gartenteich anzulegen, dann sind bald die ersten Mauerbienen zur Stelle und versuchen kleine Röhren in den noch feuchten, weichen Seitenwänden anzulegen und mit ihrem Mörtel auszukleiden. Mauerbienen gehören zu den sogenannten Bauchsammlern, d.h. die Pollen bleiben beim Blütenbesuch an den Härchen auf der Bauchseite hängen. Beine und Hinterleibsrücken sind dagegen nur spärlich behaart. Deswegen haben viele Mauerbienenarten – wie hier im Bild zu sehen – einen metallisch glänzenden Hinterleib. Neben in den Lehm gegrabenen Röhren nutzen einige Mauerbienen auch hohle Pflanzenstängel oder in Hartholz gebohrte Gänge als Nistkammer. Diese Mauerbienen nehmen deshalb eine entsprechende Nisthilfe im Insektenhotel an. -- Nah verwandt mit den Mauerbienen sind die Blattschneiderbienen der Gattung Megachile. Sie schneiden ein Blatt zurecht, rollen es zusammen und legen darin ihr Ei ab.

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    Sandbiene Andrena spec. (Foto: Rolf Dietrich Brecher, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)

    Die Sandbienen der Gattung Andrena haben einen schwarzen Körper, nur der Brustabschnitt hat einen weißen Pelz. Sie leben auf sandreichem Untergrund. Dort bilden sie einen etwa 3cm hohen Sandhaufen. Nach der Paarung graben die Weibchen einen tief in den Sandboden reichenden Gang, der sich am Ende zu mehreren Brutkammern verzweigt. Sandbienen sind Beinsammler: Sie tragen den an ihren Beinen haftenden Polen der im Frühling blühenden Weiden in die Nestkammer, um damit ihre Brut zu ernähren.

    Besonders interessant ist das Nistbauverhalten der Mörtelbienen. Sie setzen ihre Niströhren aus Steinchen, Erde und ihrem Sekret als Mörtel zusammen. Die Weibchen haben auf der Bauchseite eine auffallend gefärbte Bürste, mit deren Hilfe sie den Blütenpollen zum Nest tragen. Sie werden deshalb zu den sogenannten Bauchsammlern unter den Wildbienen gerechnet.

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    Mörtelbienen (Foto: Xopolino, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International)

    Holzbienen haben einen etwa 3cm großen, gedrungenen Körperbau, der an den von Hummeln erinnert. Mit Hilfe ihrer kräftig ausgebildeten Mundwerkzeuge beißen in Holz einen bis zu 30cm lang Gang, der in bis zu 15 Kammern aufgeteilt wird. Diese Kammern stopfen sie randvoll mit Blütenpollen und dann legen sie dort jeweils ein Ei hinein.

    Zottelbienen sind nur knapp 1cm groß. Sie haben verbreiterte Hinterbeine und einen stark behaarten Körper. Um Pollen einzusammeln, kriechen sie immer wieder kreuz und quer durch den Blütenkorb, bis sie vollkommen mit Pollen bedeckt sind. Meist suchen sie dazu die Blüten von Löwenzahn oder Habichtskraut auf. Zottelbienen leben zwar in Kolonien, aber jede legt ihren eigenen Nistbau an.

    Die Männchen der Langhornbiene haben extrem lange, nach oben gebogene Fühler. Als Beinsammler haben die Weibchen der Langhornbiene stark behaarte Beine. Langhornbienen leben auf sonnenbeschienenem Trockenrasen mit sandigem Untergrund. Dort hinein gräbt jedes Weibchen sein eigenes Nest – eine Höhle mit mehreren Seitengängen. In jeden dieser Gänge kommen Blütenpollen und Nektar und jeweils ein Ei. Die Larven fressen durch den eigens für sie angesammelten „Berg“, verpuppt sich dann nach mehreren Häutungen und daraus schlüpft dann die adulte Langhornbiene.

  2. #2
    Benutzer
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    Sehr schön! Danke für die nutzbare Info über die Bienen.

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