Schlichte Fassaden werden mit Wilden Wein verschönert, so dass es malerische Blickfänge vor allem im Herbst gibt. Wilder Wein wird jedoch oft übersehen, erst im Herbst wenn sich düstere Koniferen, Maschendrahtzäune oder Sträucher über Nacht mit einem roten Blattkleid übergezogen haben, zeigt sich der Wilde Wein in seiner vollen Pracht. Es ist immer wieder ein herrlicher Anblick, und zu verdanken haben wir diesen, der Gewöhnlichen Jungfernrebe. Die Entstehung dieses „Zweitnamens“ des Wilden Weins hat mehrere Geschichten. Eine davon ist, dass die Pflanzen im 16. Jahrhundert entdeckt wurden, im amerikanischen Bundesstaat Virginia, der wiederum nach der „virgin queen“ Elizabeth benannt ist.

An unseren Hauswänden finden wir viel häufiger die Varietät auch unter dem Namen engelmannii , oder sie ist als Dreilappige Jungfernrebe bekannt. Auf dem Weg nach oben hält sie sich an allem, was ihr so begegnet mit Saugnapf ähnlichen Haftscheiben fest. Fünfzehn Meter erklimmt sie sich auf diese Weise, so kann sie ganze Hauswände einhüllen. Die Hauswände kühlen so im Sommer und geben im Winter Wärme wieder ab. Zusätzlich bietet das Blattwerk noch vielen Tieren Schutz. Auch die Blüten des Wilden Weins, die sich im Juni / Juli zeigen, sind eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Tiere.

Daneben gibt es die Sorte Veitchii, die auf eine Kletterhilfe angewiesen ist. Im Herbst färben sich die grünen Blätter des Wilden Weins spektakulär rot. Je mehr Licht sie bekommt, desto intensiver wird die Tönung. Die Pflanze hat rote Stiele, sie trägt ungenießbare Früchte, die sich aus unscheinbaren Blüten bilden. Im September färben sich die Früchte schließlich dunkelblau.

Fast alle Jungfernreben, bis auf die Art Parthenocissus tricuspidata, haben ein fingerförmiges Laub mit meist fünf Einzelblättern. Ihr Herbstrot ist eine besonders attraktive Zierde. Nicht nur an Hausfassaden kommen die Reben zur Wirkung, auch ein Sichtschutz aus Holz wirkt mit Hilfe dieser Kletterpflanze lebendiger. und er wird noch blickdichter.
Leider ist der Anblick der Hauswände im Winter nicht gerade sehenswert. Der Putz leidet unter den Saugnäpfen und fängt oft an, an einigen Stellen an zu bröckeln. Besser ist es, wenn man sich für die Chinesische Jungfernrebe entscheidet. Sie wächst nicht ganz so maßlos hoch wie der Wilde Wein, doch mit 5 Metern und langen Trieben ist sie immer noch üppig genug.