Der Frauenmantel galt zur Zeit des Mittelalters als die Pflanze der Alchemisten. Man bewunderte und wunderte sich über die Tautropfen, die morgens an den Blatträndern und in der Mitte des Blattes zu finden waren. Den Tropfen wurden magische Heilkräfte nachgesagt. Heute wissen wir, dass es gar keine Tautropfen sind. Die Pflanze drückt nämlich diese Flüssigkeit aus den Blättern heraus, um sich so von überschüssigem Salz und Wasser zu entledigen. Die Blätter des heimischen Wiesenfrauenmantels und des Alpen-Frauenmantels gelten schon seit jeher als Heilpflanzen, denn sie enthalten Bitterstoffe und Gerbstoffe. Frauenmantel hilft zum Beispiel gegen Magen- sowie Darmbeschwerden, Durchfall und bei Frauenleiden. Dafür kocht man einen Tee aus den Blättern. Mit dem Tee kann man auch gut Mundspülungen gegen Entzündungen am Zahnfleisch und im Hals durchführen. Gärtner kennen Frauenmantel als robuste Bodendecker-Staude für schwierige Ecken. Das ist dann der Schleier-Frauenmantel. Er hat große, fächerartig gefaltete, samtige Blätter, die sehr dekorativ sind. Die grüngelben sowie honigartig duftenden Blütenstände erscheinen im Juni, Juli und sehen duftig leicht und schleierartig aus. Die Pflanze bildet halbkugelige Horste, und sie setzt sich mit ihren zähen Wurzelstöcken auch gegen die Wurzeln von Hecken und Bäumen durch. Sie gedeiht überall in Sonne bis Halbschatten. Man muss sie nur etwas im Zaum halten, denn sie breitet sich gerne aus.