Zwei besonders schöne und auffallende kleinere Schmetterlingsarten sind das Taubschwänzchen und der Hummelschwärmer, die man mit etwas Glück im Sommer auch im Garten beobachten kann, wie sie im Schwirrflug einem Kolibri ähnlich vor einem Blütenstand des Lavendels in der Luft stehen und mit ihrem langen, langen gebogenen Rüssel Nektar aus den Blüten saugen.

Das Taubenschwänzchen Macroglossum stellatarum hat die für einen solchen Schwirrflug passenden Körperformen: Schmale Flügel, kräftig entwickelte Brust, an der die für den Schwirrflug nötigen Muskeln ansetzen, einen breiten, flachen Hinterleib mit Haarbüscheln an den Flanken und einen beweglichen Fächerschwanz. Bei uns in Mitteleuropa taucht er meist erst ab Juli auf und wandert im Herbst wieder ab. Einzelne Falter können aber auch bei uns überwintern.

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Taubenschwänzchen im Schwirrflug wie ein Kolibiri an Lavendelblüten saugend (Foto: Iron Chris, Cretaive Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Die Raupe des Taubenschwänzchens hat eine grünliche oder bräunliche Grundfärbung, schmale, weiße Rückenlinien, sowie gelben Streifen über den Füßen. Der hornartige Zipfel am Hinterleibsende ist bläulich gefärbt. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Labkrautarten, die teilweise auch bei uns als Wildkräuter im Garten wachsen und gemeinhin als Unkraut gelten. Die Raupen des Taubenschwänzchens sind also eher nützlich, als schädlich – falls man immer noch in diesen Kategorien bei der Einteilung von Pflanzen und Tieren im Garten denkt.

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Raupe des Taubenschwänzchens an Labkraut (Foto: Harald Süpfle, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic)

Eine ganz ähnliche Lebensweise wie das Taubenschwänzchen haben Schmetterling und Raupe des Hummelschwärmers Hemaris fuciformis. Auch das Taubenschwänzchens steht im Sommer im Schwirrflug einem winzig kleinen Kolibri ähnlich vor den Blüten und saugt mit seinem Rüssel den Nektar vom Blütengrund auf.

Der frisch aus seiner Puppenhülle geschlüpfte Schmetterling hat Flügel, die von locker aufliegenden, oliv-grünen Schuppen bedeckt sind. Diese verliert er aber bis auf einen schmalen rötlichen braunen Saum an den Flügelrändern. Dann sind die Flügel mehr oder weniger durchsichtig. An diesen transparenten Flügeln kann man den Hummelschwärmer eindeutig vom Taubenschwänzchen unterscheiden. Man sieht den Hummelschwärmer zwischen Mai und Juni an warmen, sonnigen Tagen im Schwirrflug dicht vor den Blüten in der Luft stehen. Dabei haben sie entfernte Ähnlichkeit mit einer fliegenden Hummel. Das ist durchaus beabsichtigt. Denn diese Nachahmung eines wehrhafteren Insektes als Mimikry schützt sie vor insektenfresssenden Singvögeln.

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Hummelschwärmer im Schwirrflug vor Lavendelblüten (Foto: Dominqiue Rebiffé, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Raupe des Hummelschwärmers (Foto: Harald Süpfle, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Die Raupe des Hummelschwärmers ist hellgrün gefärbt, die Bauchseite braun, beide durch eine schmale wellenförmige gelbe Linie deutlich voneinander abgegrenzt. Die Stigmen – das sind die Öffnungen der Tracheen, mit deren Hilfe die Raupen Luft einatmen – haben einen roten Rand. Der hornartig verlängerte Zipfel am Hinterleibsende der Raupe hat eine rötlich-braune Färbung. Auch diese Raupen fressen Labkräuter, aber auch Geißblatt-Arten. Die Raupen leben zwischen Juli und August.