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Thema: Beinwell hilft nicht nur bei Knochenbrüchen

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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gartentroll
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    Beinwell hilft nicht nur bei Knochenbrüchen

    Ich habe mir vor etlichen Jahren einmal eine große Beinwellstaude aus einem sumpfigen Graben am Wegesrand ausgegraben und an den eigenen Gartenteich gepflanzt. Dieser blau-blühende Beinwell hatte sich auch prächtig entwickelt, wobei mir seine Funktion als Zierpflanze vollauf genügt hatte. Seitdem habe ich nur noch über Staudengärtnereien den Weißen Beinwell bekommen, der als Heilpflanze aber weniger wirksam sein soll.

    Der Echte Beinwell Symphytum officinale hat ein riesiges natürliches Verbreitungsgebiet, welches von der Iberischen Halbinsel über West- und Mitteleuropa bis Ostasien reicht. Auch bei uns in Mitteleuropa kommt er verstreut vor, ist allerdings an tiefgründige, humusreiche und feuchte Böden gebunden. Man findet ihn am Rand von Sümpfen, auf Feuchtwiesen, in Auenwäldern und entlang von Fließgewässern.

    Entsprechende Milieubedingungen muss man dem Beinwell auch im Garten bieten. Er gedeiht am besten am feuchten, aber nicht mit Wasser überstauten Rand von Gartenteichen, Sumpfbeeten oder Bachläufen im lichten Halbschatten. Der Boden sollte humus- und nährstoffreich, aber auch tiefgründig sein.

    Der Beinwell gehört zu den Raublattgewächse (Familie Boraginaceae) und ist eng mit dem Borretsch verwandt. Es gibt mehrere Beinwell-Arten in der Gattung Symphytum, am wirksamsten als Heilpflanze soll aber der Comfrey (Symphytum peregrinum) sein – auch wenn man Beinwell bestenfalls als Notfallapotheke im Garten pflegt und hoffentlich von Beinbrüchen u. ä. verschont bleibt. Denn wie bereits erwähnt, der oder besser die Beinwell-Stauden haben auch einen hohen dekorativen Wert als Zierpflanze im Garten. Einmal am richtigen Platz gepflanzt, braucht man sich so gut wie gar nicht mehr um die Staude kümmern. Aber es lohnt sich trotzdem, sich auch einmal mit dem Beinwell als Heilpflanze zu beschäftigen – man weiß ja nie, ob man ihn nicht doch einmal in Anspruch nehmen muss.

    Der Echte oder Gemeine Beinwell Sympytum officinale wird bis zu 1m hoch, die Blütezeit fällt in die Monate Mai und Juni. Die breit lanzettförmigen Blätter sitzen direkt am Stängel an und können bis zu 20cm lang und 5 bis 6cm breit werden. Sie sind mit Härchen bedeckt und bekommen dadurch eine raue Oberfläche. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich schwarzbraune nüsschenartige Früchte. Auch der Pflanzenstängel ist mehr oder weniger rauhaarig, vierkantig und mehr oder weniger stark verzweigt. Als Heilpflanze ist aber vor allem die mächtige Wurzel interessant. Sie hat eine dicke, spindelförmige Gestalt, ist außen schwarz gefärbt, innen aber weiß und enthält viel Schleim. Er lässt sich durch Wurzelstecklinge vermehren, aber auch aussäen – allerdings bildet nur die Naturform Samen, während die Zuchtsorten meist steril sind.

    Der Herzblättrige Beinwell Symphytum cordatum ist in seiner natürlichen Verbreitung auf Osteuropa beschränkt und kommt von der Slowakei entlang der Karpaten bis Rumänien vor. Er wird nur halb so groß wie der Echte Beinwell und hat weißlich-gelbe Blüten. Die Blätter sind eher herz-, als lanzettförmig. Sicherlich wird er regional auch als Heilpflanze verwendet, darüber ich mir allerdings nichts bekannt.

    Das Verbreitungsgebiet des Rauen Beinwell Symphytum aspersum reicht vom Nordosten der Türkei über den Kaukasus bis ans Kaspische Meer. Er wird mit bis zu 1,80m noch größer als der Echte Beinwell und ist auch stärker behaart. Die Blütenfarbe ist mit hell- bis violett-blau ähnlich wie die unseres einheimischen Echten Beinwells. Allerdings wurde der Raue Beinwell auch bei uns stellenweise als Zierpflanze oder Schweinefutter gehalten und ist dort auch lokal verwildert. Als Neophyt ist er im Gelände nicht ganz einfach vom Echten Beinwell zu unterscheiden. Möglicherweise gibt es auch bei uns bereits natürliche Hybride zwischen beiden Arten, die in England als Symphytum x norvicense bezeichnet werden. Auch bei dem aus Asien stammenden Futterbeinwell Symphytum x uplandicum soll es sich um eine Bastardierung bei der Beinwell-Arten handeln, er wird deshalb auch Bastard-Beinwell genannt.

    Es gibt etwa 35 weitere Beinwell-Arten mit unterschiedlicher, regional begrenzter Verbreitung. Erwähnt werden soll schließlich noch der Kriechende Beinwell Symphytum ibericum, der mit seinen schönen weißen, rot abgesetzten Blüten vor allem einen hohen Zierwert hat.

    Zu Heilzwecken wird vor allem die zerkleinerte Wurzel des Echten Beinwells genutzt. Als Hauptwirkstoff gilt Allantoin, welches ein Endprodukt aus dem sogenannten Purinstoffwechsel ist. In der Wurzel ist der Wirkstoff besonders hoch konzentriert. Damit lassen sich nicht nur Knochenbrüche heilen, sondern auch Prellungen und Verstauchungen lindern – dabei tut es aber auch manchmal schon ein angefeuchtetes, frisches Beinwell-Blatt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Neben Allantoin enthält die Wurzel außerdem medizinisch wirksame Gerb- und Schleimstoffe, Asparagin, Cholin, Mineralien, Vitamin C und diverse Vitamine aus der B-Gruppe.

    Das Allantoin hat nachweislich eine abschwellende und kühlende Wirkung, stillt Schmerzen, hilft Narben zurückzubilden und fördert die Kallusbildung. Es kann die Wundsekrete verflüssigen, regt den Gewebestoffwechsel an und fördert damit den gesamten Heilungsprozess.

    Innerlich angewendet, lassen sich die Wurzelextrakte auch zur Unterstützung rheumatische Beschwerden in den Gelenken, an Muskulatur und Knochen verwenden. Dazu stellt man ein Abkochung mit 4 bis 5g Beinwellwurzel-Stückchen auf ein Tasse Wasser her. In größeren Mengen können die in der Wurzel enthaltenen Alkaloide allerdings die Leber schädigen.

    Im zweiten Weltkrieg hat man in Ermangelung von Beinwell auch aus Fliegenmaden das gleiche Allantoin gewonnen und damit zu langsam abheilende oder eiternde Wunden behandelt. Es hat die gleiche Wirkung wie der Wurzelextrakt des Beinwells. Wer sich vor Fliegenmaden ekelt, sollte aber doch lieber auf Beinwell-Wurzeln als Heilmittel zurückgreifen.

  2. #2
    Neuer Benutzer Avatar von chenn
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    Danke für die ausführliche BEschreibung. Ich wusste hier einiges noch nicht!

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