Claude Monet sagte einmal von sich: „ Außer zu Malerei und Gartenarbeit tauge ich zu gar nichts.“ Doch in beidem hat er Großartiges geleistet.

Nach verschiedenen Stationen seines Lebens in Ville d‘Avray, Argenteuil und in Véthenil kam er schließlich in Giverny an, wo er schließlich beides fand: Einen Garten, den er nach seinen Vorstellungen zu einem gemäldeähnlichen und malbaren Arrangement umgestaltete und dann fand er die Muße diesen Garten in seiner Malerei festzuhalten. Am bekanntesten, aber längst nicht die einzigen, welche in dieser Schaffensperiode entstand, sind natürlich seine Bilder vom Seerosenteich.

Ursprünglich war es jedoch nicht die Malerei, die ihn nach Giverny am Rande der Normandie verschlug, sondern die pure finanzielle Not, denn er musste für den Unterhalt seiner zehnköpfigen Familie sorgen.

Auf einer Bahnfahrt hatte er per Zufall bei Giverny diesen Bauerngarten mit seinen vielen Apfelbäumen und einem langgezogenen Gebäude mit dem Namen Le Pressoir – so genannt, weil hier eine Kelter für Cidre untergebracht war.

Mit dem Wechsel nach Giverny begann ein völlig neuer Abschnitt seines Malerdaseins und er konnte, während er den Garten Schritt für Schritt zu seinem Gemälde umgestaltete, seine Nöte und Sorgen in Paris zurücklassen. Es gelang ihm, für sich und seiner Patchwork-Familie allmählich Sicherheit und ein geregeltes Leben zu schaffen, sodass er sich schließlich ganz seiner impressionistischen Malerei widmen konnte. Auch das einst so triste Haus bekam einen farbenfrohen, heiteren Anstrich – wie in dem folgenden Bild zu sehen ist.

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Das Haus von Claude Monet in Giverny (Foto: Miguel Hermoso Cuesta, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

Den Bauerngarten ließ er nur in kleinen Teilen unverändert, während er die Obstbäume, Zypressen und Fichten fällte und durch Ziergehölze ersetzte, die eher seinen Vorstellungen von einer Gesamtkomposition entsprachen – häufig musste er sich dabei gegen den erbitterten Widerstand seiner Lebensgefährtin Alice durchsetzen, die immerhin die beiden mächtigen Eiben vor der Axt bewahren konnte.

1883 hatte Claude Monet Haus und Garten zunächst gemietet. 7 Jahre später hatte er mit seiner Malerei bereits wieder soviel verdient, dass er das Haus und das Grundstück kaufen konnte. 1893 hatte er den Garten bereist soweit als Ziergarten angelegt und erweitert, dass er mit der pflege 6 Gärtner beschäftigen konnte. Schließlich kaufte er noch ein Stück Land jenseits des Flüsschen Epte dazu und legte dort seinen Wassergarten mit dem berühmten Seerosenteich und einer von japanischen Vorbildern inspirierten Holzbrücke an. Von da an malte er vor allem Motive aus diesem Seerosenteich.

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Gesamtplan der Gärten von Claude Monet in Giverny, wie sich heute den zahlreichen Besuchern präsentieren; rechts im Bild der Seerosenteich mit der von japanischen Vorbildern inspirierten Brücke (Foto: Dr. Avishai Teicher, Creative Commons Attr.-Share Alike 4.0 International).

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Der Seerosenteich- das Original in seinem Garten (Foto: Kurt Minard, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported)

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Der Seeorosenteich mit der Japanischen Brücke – das Bild, von Claude Monet im Jahre 1899 gemalt (Foto: water lily pond, http://en.gallerix.ru/album/National.../glrx-65593089, Pulbic Domain).

Irgendwann in seinem Garten hatte er dann seine wahre Passion, das Gestalten und Malen des Seerosenteiches entdeckt: „Ich brauchte einige Zeit, um meine Seerosen zu verstehen … Ich hatte sie aus reinem Vergnügen gepflanzt; ich zog sie heran, ohne daran zu denken, sie zu malen. Eine Landschaft geht einem nicht an einem Tage unter die Haut. Und dann hatte ich plötzlich die Offenbarung, wie wunderbar mein Teich war, und griff nach meiner Palette. Seit jenem Augenblick habe ich kaum ein anderes Sujet gehabt“ (Claude Monet, zitiert in Monets Garten, Bernd Küster/ Heinz Teufel erschienen im Ellert und Richter Verlag, Hamburg 1991).

Aber „ ich habe Dinge wahrgenommen, die unmöglich zu malen sind. Wasser mit Gras, das sich auf dem Grunde wellt … es ist wunderbar, das zu sehen, aber es macht verrückt, so etwas malen zu wollen. Letztlich nehme ich immer solche Dinge in Angriff“ (Claude Monet, 1890, zitiert in Küster/Teufel 1991).

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Mit der Ruhe, die Claude Monet in seinem Garten so geliebt hat, ist es längst vorbei. Täglich treffen ganze Busladungen von Touristen ein, die den Garten und vor allem den berühmten Seerosenteich besichtigen wollen. (Foto: Michal Osmenda, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.0 Generic).