Zu den Alpenglöckchen oder Troddelblumen der Gattung Soldanella zählen etwa 10 Arten, die in den Pyrenäen, in den Alpen, auf dem Balkan oder in den Karpaten heimisch sind. Es handelt sich um kleine Stauden von nur 5 bis 15cm Wuchshöhe. Sie sind immergrün, behalten ihre runden bis nierenförmigen, dunkelgrünen Laubblätter auch den Winter über. Sie haben eine sehr frühe Blütezeit, manche blühen sogar schon mitten im Schnee.

Man kann die Alpenglöckchen, die zur Familie der Primelgewächse gehören, gut im Steingarten oder Alpinum halten – vorausgesetzt man kennt ihre Ansprüche an Standort und Boden. Denn die können von Art zu Art ganz unterschiedlich sein. So brauchen einige Arten einen kalkhaltigen Boden, andere meiden dagegen Kalk völlig. Einige Arten mögen es eher feucht, andere eher trocken.

Das Echte Alpenglöckchen Soldanella alpina ist am weitesten in Europa verbreitet. Es kommt in Pyrenäen, dem Zentralmassiv der Auvergne, dem Jura, im Schwarzwald, im Apennin und auf dem Balkan vor. Es wird zwischen 5 und 15cm hoch. Die Blütezeit fällt in die Monate April bis Juni. An jedem der blattlosen, aufrecht stehenden Stängel trägt es 2 bis der 3 am Rand tief geschlitzten, trichterförmigen Blüten, die eine violett-blaue Farbe haben und bis zu 1,5cm groß sind. Diese Soldanella-Art braucht einen kalkhaltigen und feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Man findet es vom Tal bis in Höhenlagen von 3000m auf Rasengesellschaften und Bergweiden.

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Echtes Alpenglöckchen Sodanella alpina (Foto: Franz Xaver, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Das Kleine Alpenglöckchen Soldanella pusilla bleibt mit einer Wuchshöhe zwischen 2 und 10cm deutlicher kleiner, hat aber gleich große, oft sogar einige mm größere Blüten in leuchtendem Pink, seltener in Weiß. Jeder Stängel hat nur eine nickende Blüte. Die ledrigen, aber dünnen Laubblätter sind rund bis nierenförmig und stehen dicht über dem Boden. Und Im Gegensatz zum Echten Alpenglöckchen sind die Blütenblätter nur höchstens auf ein Viertel der Länge geschlitzt. Das Kleine Alpenglöckchen blüht zwischen Mai und August – je nach Höhenlage und Milieubedingungen. Man findet auf kalkarmen, feuchten Böden an Schutthängen und in Schneetälern in den Mittel- und Ostalpen, auf dem Westbalkan, in den Apenninen und den Karpaten bis Bulgarien. Es steigt dabei bis auf Höhenlagen über 2.000m, stellenweise bis auf über 3.000m ü. NN.

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Kleines Alpenglöckchen (Foto: Simon Eugster, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 unported).

Das Zwerg-Alpenglöckchen Soldanella minima erhebt sich mit samt seinen Blütenständen nur wenige cm empor. Es wird nicht höher als 6cm. Es kommt in den südlichen Kalkalpen vor, wo es bis in Höhenlagen von 2.000m ü. NN kalkreiche Rasenmatten, Schuttplätze und feuchte Schneeböden besiedelt. Es hat einzeln stehende röhren- bis trichter-glockenförmige Blüten in blassem Rosa oder Weiß. Die Blütenkronen ist bis auf ein Drittel geschlitzt. Die Blütezeiten reichen – je nach Höhenlage – von Mai bis Juli.

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Zwerg-Alpenglöckchen (Foto: Benjamin Zwittnig, Creative Commosn Attr.-Share Aliek 2.5 Slowenien)

Das Karpaten-Alpenglöckchen Soldanella carpatica kommt nur in der Tatra vor. Es braucht einen beschatteten, kühlen Platz mit einem feuchten und humusreichen Boden. Es wird zwischen 5 und 10cm hoch. Es hat länglich glockenförmige Blüten in leuchtendem Blau-Violett. An jedem Blütenstängel hängen bis zu 5 Blüten. Die Blütezeit reicht von April bis Mai.

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Karpaten-Alpenglöckchen (Foto: Jerzy Opiola, Creative Commons Attr.-Share Aliek 3.0 Unported)

Das Berg- oder Wald-Alpenglöckchen Soldanella montana kommt in den Pyrenäen, den östlichen Alpen und in den Karpaten vor. Es wird sogar bis zu 20cm hoch, hat dunkelgrüne, glatte und runde Laubblätter, mit einer violetten Blattunterseite. Die glockenförmigen, fein gefransten Blüten haben eine violett-blaue Färbung. Jeder Stängel trägt zwischen 3 und 6 dieser Blüten. Die Blütezeit reicht von April bis Juni.

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Die natürlichen Bestände der Soldanella-Arten sollte auf alle Fälle geschont werden, auch wenn sie nicht immer und in allen Ländern gesetzlich geschützt sind. Aber auf solche Gebirgs- und Steingartenpflanzen spezialisiert Staudengärtnereien bieten einige Alpenglöckchen aus Nachzuchten an, u. a. Soldanella alpina, S. montana und S. Hungarica. Leider gibt es von einigen Arten bereits Hybriden und Zuchtsorten, als ob die Naturformen nicht bereits schön und interessant genug wären!

Alpenglöckchen lassen sich auch aus Samen ziehen; dabei muss man aber beachten dass es sich um Frostkeimer handelt!