Der Europäische Hundszahn Erythonium dens-canis gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und kommt im südlichen Mitteleuropa und in Südeuropa wild vor. In Deutschland kommt die Art jedoch nicht vor. Die Gattung Erythonium besteht aus ca. 15 Arten, die außer in Europa, in Sibirien und Japan vorkommen.

Der deutsche Name Hundszahn nimmt Bezug auf die längliche Zwiebel, die vage tatsächlich etwas an einen Hundezahn erinnert.

Der Europäische Hundszahn wächst im Schatten lichter Laubwälder, an den Rändern von Eich- und anderen Wälder und auf feuchten Wiesen auf humusreichem und gut durchlässigem Boden. Im Frühjahr treibt der Hundszahn wieder aus. Zunächst wachsen 1 oder 2 längliche bis breit lanzettförmige Laubblätter aus dem Boden, die wie das erste Foto recht auffällig und unverwechselbar gezeichnet sind. Schließlich erscheint zwischen den Blättern auch der Blütenstiel, der jeweils eine einzige Blüte trägt, die einem Alpenveilchen ähnelt (Bild 2). Blütenstiel und Blüte erreichen eine Höhe von 10 bis maximal 20cm. In Mitteleuropa fällt die Blütezeit in die Monate Februar bis April. Die Blütenfarbe reicht von pink bis purpur-violett. Die sechs Blütenblätter sind stark zurückgebogen, die eigentlichen Blütenblätter sind dagegen immer nur dreizählig.

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Auf dieser Aufnahme sind die breit-lanzettförmigen, blau-grünen, auffallend gezeichneten Laubblätter des europäischen Hundszahn gut zu erkennen (Foto: Björn Sothmann, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

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Und hier im Bild die unverwechselbare Lilienblüte des Europäischen Hundzahns (Foto: Hubert Isopp, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported).

Dieses seltene und zierliche Zwiebelgewächs ist in der Natur nur selten zu finden, vor allem im Hügelland und in den Gebirgen bis in Höhenlagen von etwa 2.000m ü.N..

Aber der Europäische Hundszahn kann auch als Gartenpflanze gepflegt werden. Und als ob die Naturform des Hundszahnes nicht schön genug wäre, gibt es auch diesem Liliengewächs bereits etwa 10 Zuchtsorten, manche davon sogar mit reinweißen Blüten (Sorte ‚Snowflake‘), in dunklem Purpur (Sorte ‚Lilac Wonder‘) oder in reinem Rosa (‚Rsoe Beauty‘).

Die Zwiebeln des Europäischen Hundzahns setzt man im Frühherbst etwa 10 bis 15cm tief in die Erde. Der Boden sollte humusreich und durchlässig sein, darf aber weder austrocknen noch völlig duchnässt sein. Am besten ist ein Platz im lichten Schatten hoher Zierbäume. Am besten lässt man den Hundszahn ungestört, dann entwickeln sich nach einigen Jahren recht üppige Horste. Man kann ihn aber auch mit Hilfe der Brutzwiebeln vermehren. Samen bildet der Hundszahn dagegen nur selten aus.

Auch eine Hundszahn-Art aus Nordamerika, der Stern-Hundszahn Erythronium tuolumnense, wird er aus als Zwiebelgewächs gelegentlich in den Gärten kultiviert. Während die Naturform einfarbig mittelgroße Blätter und eine gelb-grüne Büte hat, gibt es auch von dieser Art Zuchtsorten in reinem Zitronengelb (die Sorte Citronella) oder mit gefleckten Blättern (‚Jeanine‘). Die Blütezeit ist etwas später und fällt in die Monate April/ Mai. Die Kutlurbedingungen sind die gleichen wie beim Europäischen Hundszahn.